SchwäPo-Bienen auf Wohnungssuche

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Von Mai bis Mitte Juni wollen Bienen ausschwärmen, sich vermehren und eine neue Heimat suchen. Wie Dietmar Wiech das verhindert.

Essingen

Inzwischen ist das SchwäPo-Bienenvolk, das wir ein Jahr lang begleiten, in Schwarmstimmung. Heißt: Es will sich vermehren, aufteilen und an einem anderen Ort ein neues Volk gründen. Doch so richtig weg von ihrer Heimat wollen und können die Insekten gar nicht. Damit hat Imker Dietmar Wiech etwas zu tun.

Bei unserem Besuch im Bienenschaugarten Richtung Tauchenweiler steht eine Schwarmkontrolle an.

Was das bedeutet, zeigt Wiech bei einem Blick ins Innere des Stocks. Bssss, mächtig summen die SchwäPo-Bienen, als der Imker einen Rahmen löst. Mit einem Stockmeißel schiebt er die Tiere behutsam zur Seite, um eine Schwarmzelle zu suchen. "Hm, viele sind nicht da", sagt Wiech. "Das Volk will wohl hierbleiben." Eine findet der Imker dann doch: die gelbfarbene Zelle erinnert etwas an ein Honigtöpfchen. In der Mitte schimmert eine Flüssigkeit. "Das ist Gelée Royal", erklärt Wiech und zeigt dann auf eine Biene, die ihr Haupt in die Zelle steckt. "Aus ihren Kopfdrüsen gibt sie die eiweißhaltige Flüssigkeit ins Innere ab". Diese versorgt das Ei oder die Made darin mit Nährstoffen. "Die Königin hat in diese Zelle ein Ei gelegt und die Bienen versorgen es." So wächst eine neue Königin heran.

Würde Wiech diese Zelle nicht entfernen, würde unsere SchwäPo-Bienenkönigin mit der Hälfte des Volks nach zehn Tagen reiß aus nehmen und sich eine neue Heimat suchen. Für den Züchter wäre das fatal: "Ich verlieren einen Teil der Bienen, die Königin und eine Menge Honig, denn die Tiere fressen sich voll, bevor sie den Stock verlassen", erklärt der Fachmann.

Mit einer sanften Bewegung entfernt Wiech die Zelle. Nun bleibt das 60 000 Bienen starke Volk da, wo es bleiben soll: in Essingen.

Pheromone regeln Geschehen

Übrigens: In einem Stock weiß jedes Tier, was es zu tun und zu lassen hat. Wie das funktioniert? "Der Bienenstock wird über Pheromone geregelt", erklärt Wiech. Das ist der Duftstoff der Königin. "Wenn der Duft fehlt, wissen die Bienen zum Beispiel, dass keine Königin mehr da ist und sie ziehen sich eine neue." Unsere SchwäPo-Bienenkönigin ist 2019 geboren. Wiech hat sie selbst gezüchtet. "Sie ist sehr zahm, auch deswegen will ich sie nicht verlieren", erklärt der Imker, während er den Stock wieder schließt.

Im nächsten Teil der Serie beschäftigen wir uns mit der Honigernte.

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