Sie bringen die Kugel ins Rollen

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Diese Männer halten die Essinger Kugelbahn in Schuss (von vorne): Erich Blaha, Heinz Eisele, Paul Boncium, Hermann Bühler und Jürgen Richter. Bernd Hofmann, Wolfgang Eisele und Mario Boffa fehlen auf dem Foto.
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Die Essinger Kugelbahn ist ab Samstag, 16. Mai, wieder in Betrieb. Wie die Ehrenamtlichen die Bahn fit für die Saison machen.

Essingen

Im Schritttempo rollt sie voran. Hier und da bleibt sie stecken, ein Ast ist im Weg. Mit einem "Klack" landet die Kugel in der Auffangschale. Eine kann der Besucher auf der Essinger Kugelbahn bereits rollen lassen. Doch so richtig in Fahrt kommen die Holzgeschosse noch nicht. Denn erst am Samstag, 16. Mai, eröffnet die Bahn offiziell.

Bis dahin haben Erich Blaha, Heinz Eisele, Paul Boncium, Hermann Bühler, Jürgen Richter, Bernd Hofmann, Wolfgang Eisele und Mario Boffa noch einiges vor sich. Die Ehrenamtlichen müssen die 400 Meter lange Bahn vom Laub befreien, wie Blaha erklärt. "Dann muss die Bahn geglättet werden." Denn sonst bremsen die Holzfasern die Kugeln auf ihrem Weg ins Ziel.

Seit fast genau einem Jahr gibt's das Angebot am Remsursprung. Geschaffen wurde es von etwa 60 Ehrenamtlichen, wie Blaha sagt. Circa 80 000 Kugeln sausten laut Blaha während der Gartenschau die Bahn entlang. Den Winter über war diese mit Alublechen abgedeckt, um das Holz zu schützen. Die Verkleidung haben die Männer in der vergangenen Woche bereits heruntergenommen. "Die Bahn ist gut über den Winter gekommen", sagt Heinz Eisele.

Eine Kugel gibt's für 20 Cent

Die Automaten am Remsursprung und am Ende der Piste haben die Ehrenamtlichen mit Holzkugeln gefüllt. Eine gibt's für 20 Cent. "Mit den Einnahmen wollen wir die kleinen Ausbesserungen an der Bahn finanzieren", erklärt Blaha. Bei größeren Investitionen greife die Gruppe auf einen Spendentopf zurück, in den der Essinger Altersgenossenverein Geld eingezahlt habe.

Die Kugelbahn war und ist ein Gemeinschaftsprojekt: Die Firma Richter stellte Baustoffe zur Verfügung, Loopings wurden von Mario Boffa ausgetüftelt und die Firma Eisele kümmerte sich ums Ausmessen der Bahn. Nun halten die acht Männer das Areal gemeinsam in Schuss. "Durch die Arbeit an der Kugelbahn ist ein schönes Miteinander entstanden", sagt Hermann Bühler. Wöchentlich sehen die Kugelbahnfreunde nach ihrem Werk. Entfernen Laub, prüfen, ob alles in Ordnung ist.

Und warum kümmern sich die Männer um die Bahn? "Ich habe sieben Enkel, die hier alle eine Freude haben", sagt Heinz Eisele, "es ist mir ein Anliegen, hier mitzuhelfen, dass meine Enkel und andere Spaß haben können."

Paul Boncium nutzt die Zeit, die ihm sein Renteneintritt geschenkt hat, um an der Bahn zu werkeln. "Ich fühle mich Essingen zugehörig und helfe gern mit", sagt er.

Apropos Essingen: Die Bahn zieren demnächst Fähnchen mit der Essinger Flamme. Doch noch sind sie nicht installiert. Das passiert im Laufe der Woche. "Wenn wir die Fahnen aufbauen, ist die Bahn fertig", sagt Blaha. Dann können die Kugeln unter den Fahnen durchsausen und mit einem "Klack" in der Schale am Ziel landen.

Die Essinger Kugelbahn öffnet am Samstag, 16. Mai. Besucher müssen die Hygienevorschriften beachten. Wer mithelfen will, kann sich bei Erich Blaha unter Tel.: (07365) 5716 melden.

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