Sie halten die Ortsgeschichte fest

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Heinz Bohn (links) und Horst Wormser mit ihrem neuen Werk. Im Buch geht's um traditionelle Gaststätten im Ort – vom „Löwen“ (1554 bis 2012) bis hin zu den noch bestehenden Wirtschaften.

Heinz Bohn und Horst Wormser haben ein Buch über Wirtschaften in Essingen herausgebracht.

Essingen. Da waren es nur noch zwei“, sagt Heinz Bohn und klappt sein neues Buch „Die Wirtschaften im ehemals woellwarthschen Essingen“ auf. Denn von den ehemals acht traditionellen Wirtshäusern laden heute noch der „Bären“ und die „Sonne“ zur Einkehr ein. „Die Wirtschaften waren wichtig für Essingen. Dort hat sich das Leben abgespielt“, sagt Bohn und fügt etwas nachdenklich hinzu: „Eine Ära geht nun langsam zu Ende.“

„Löwen“ macht den Anfang

Festgehalten hat Bohn die Ortsgeschichte gemeinsam mit Horst Wormser in dem etwa 260 Seiten starken Werk. Bohn lieferte Recherche und Text, Wormser historische Fotos und Postkarten – so die Arbeitsaufteilung der beiden. „Die Geschichte der Wirtschaften startet, wo wir durchgehend Besitzer nachweisen konnten“, erklärt Bohn. Denn die meisten Gaststätten hätten schon vor 1500 existiert, etwa als Schankstätten für Wein und Bier oder Tavernenwirtschaften. Los geht es mit dem „Löwen“, den es von 1554 bis 2012 gab.

Alles, was im Buch steht, ist mit Quellen belegt. Mündlich überlieferte Geschichten haben dort keinen Platz. „Alles, was ich schreibe, muss nachweisbar sein“, sagt der Autor, der auf Quellensuche in Archiven in Stuttgart und Ludwigsburg war, Kirchen- und Gemeindebücher und seine eigenen Unterlagen für das Werk durchforstet hat. Aus Wormsers Fotoarchiv – er hat mehr als 500 Aufnahmen, Gemälde und Postkarten von Essingen – suchten die beiden geeignete Bilder aus.

Und was hat Sie, Herr Bohn, bei der Recherche überrascht? „Es kamen interessante Dinge heraus“, sagt der Autor und erzählt die Geschichte des Bärenwirts Maximilian Ilzhöfer. Dieser habe am 19. November 1864 gemeinsam mit Kaufmann Ilzhöfer und Jakob Stütz Fischotter am Sauerbach erlegt und diese in Aalen verkauft. Wegen Jagdfrevels sollte das Trio bestraft werden. „Wie die Geschichte ausging, ist leider nicht bekannt“, sagt Bohn. Dies ist nicht die einzig skurrile (und mit Quellen nachweisbare) Geschichte über den Bärenwirt – eine weitere findet sich im Buch.

Wer die neueren Wirtschaften, die „Rose“ oder die Gaststätte in Tauchenweiler vermisst hat: Auch diesen ist ein Kapitel gewidmet.

Bohns 15. Buch über Essingen erscheint am 1. Juli. Sein Ansporn? Er wolle die Geschichten für zukünftige Generationen erhalten, sagt Bohn und klappt das Buch zu. maro

„Die Wirtschaften im ehemals woellwarthschen Essingen“ gibt's ab 1. Juli online unter www.bod.de für 36 Euro.

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