Skiclub operiert am Limit

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Wintersport am Hirtenteich.
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Wie der Skiclub Essingen versucht, Unplanbares anzugehen und vor welchen Herausforderungen er neben den finanziellen Sorgen steht.

Essingen.

Wie viele Vereine ist der Skiclub Essingen (SCE) derzeit sehr eingeschränkt in seinen Tätigkeiten und Planungen. „Man kann gerade einfach nichts angehen, keine Kurse, keine Ski-Ausfahrten“, bedauert Ernst Bauer, Vorsitzender des SCE. „Und das bereits in der zweiten Saison nacheinander.“ Für den Verein gehe das langsam an die Substanz.

Der SCE hat rund 560 Mitglieder und bietet nicht nur Spaß im Schnee an - eigentlich. Selbst seine sonstigen sportlichen Aktivitäten in der Sporthalle hat der Verein aufgrund der aktuell geltenden Corona-Verordnungen Anfang Dezember eingestellt, wie das Kinderturnen, Volleyballtraining oder das sogenannte „Freitag-Training“, ein Fitness- und Pilates-Training.

Erste Kurse sollen stattfinden

„Mit 2G+- Regel und dem vorgeschriebenen Abstand ist das schwierig bis gar nicht zu machen“, sagt Bauer, selbst Übungsleiter in diesen Sportarten und auch Ski- und Snowboard-Lehrer. „Derzeit läuft bei uns nur der Nordic-Walking-Treff am Samstagnachmittag, im Freien.“ Im Sommer sei auch die Rad-Gruppe gut angenommen worden.

Jetzt hat sich der Verein erste Kurse im Skizentrum Hirtenteich vorgenommen – sofern in den nächsten Tagen genügend Schnee fällt, um auf dem Hang rutschen zu können. „Für Kinder reicht wenig Schnee am oberen Teil des Hanges, auch für den kurzen Schlepplift“, ergänzt der Vorsitzende. Für die lange Abfahrt für Erwachsene sei dann doch schon eine gute Grundlage nötig. Sobald der Schnee ausreicht, werden Kurse in kleinen Gruppen in drei Abschnitten an einem Wochenende abgehalten. So könne man wenigstens etwas anbieten. „Wir erhalten schon Anrufe bis aus dem Stuttgarter Raum mit der Frage, wann es endlich losgeht“, schmunzelt der Vorstand. Die sonst üblichen Skiausfahrten ins Allgäu und die Alpen wird es wohl nicht geben. „Schon im Bus lassen sich die Hygieneregeln nicht einhalten, und zudem würden wir wohl keinen Bus voll bekommen“, betont Bauer.

Die gestrichenen Aktivitäten bedeuten für den SCE vor allem – wie für die meisten Vereine -, dass der Nachwuchs auf längere Sicht fehlen wird. Man sei für neue Mitglieder nicht interessant, wenn man nichts bieten könne. „Zudem fehlen die sozialen Kontakte, das Gemeinschaftsgefühl, der Spaß in der Gruppe“, bedauert Bauer. Auch könne man keine regulären Vereinsversammlungen und Treffen abhalten. Und ganz wichtig: Keine Ausbildung und Schulungen von neuen und jungen Skilehrern, auch keine Fortbildungen für die schon im Verein tätigen. „Da müssen die Verbände sich etwas einfallen lassen, damit die Lizenzen nicht verfallen, wenn die Schulungen abgesagt werden.“ Zudem fallen wichtige Einnahmequellen für den Verein weg. Neben den Kursen sind dies die Feste in der Gemeinde über das Jahr hinweg, an denen die Mitglieder beispielsweise bewirten und so Gelder für ihre Kasse und die laufenden Kosten wie die Beiträge an die Sportverbände generieren.

„Wir müssen durchhalten, zusammenhalten, der Verein steht in den Startlöchern, sobald wieder etwas möglich ist“, appelliert der Vorsitzende. Und hofft darauf, dass mehr Impfungen und ein Abflauen der Pandemie auch ein mehr an Normalität im gesellschaftlichen Leben bringen.

Weitere Infos über das Mitgliederprogramm und Schulungen im Internet unter sc-essingen.de.

Schon im Bus lassen sich die Hygieneregeln nicht einhalten.“

Ernst Bauer, Vorsitzender Skiclub Essingen
Eine ganze Reihe erfahrener Ski- und Snowboardlehrer umfasst das Team des Skiclubs Essingen. Derrzeit ist aber die Ausbildung junger Übungsleiter nicht möglich.
Der SCE hofft auf Schnee, damit er wie hier wieder am Hirtenteich Kurse für den Nachwuchs abhalten kann.
Wintersport am Hirtenteich.

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