Steuern: "Rekordeinnahmen" in Essingen

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Symbolfoto: pixabay
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Warum Kämmerer Christian Waibel gute Laune hat, aber auch zum Sparen animiert.

Essingen. Ein Grinsen zierte das Gesicht des Kämmerers in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der Grund zur Freude: Essingen hat mehr Geld im Gemeindesäckel als erwartet. „Rekordverdächtig“ seien die Gewerbesteuereinnahme, sagte Christian Waibel. Corona wegen habe die Verwaltung vorsichtig geplant und mit 3,75 Millionen Euro Steuereinnahmen gerechnet – 7,5 Millionen Euro erwartet die Gemeinde nach aktuellem Stand. „Das ist ein einmaliges Ereignis“, betonte Waibel. Gründe dafür seien etwa Nachzahlungen von Unternehmen und die Anpassung der Gewerbesteuervorauszahlung. „Bei einzelnen Betrieben sind außergewöhnlich hohe Gewerbesteuerzahlungen fällig, die aus Verkäufen von Betriebsanteilen entstanden sind“, ist in der Vorlage zu lesen.

Ausruhen auf dieser Summe könne sich die Verwaltung nicht. 70 bis 80 Prozent der eingenommenen Gewerbesteuer fließen 2024 wieder ab, wie Waibel sagte. „Aufgrund der höheren Einnahmen steigen in zwei Jahren die Kreisumlage und der Finanzausgleich, die Schlüsselzuweisungen sinken“, erklärte Waibel. Spare bei Zeit, dann hast du in der Not müsse nun das Motto sein.

Steigende Ausgaben und Mehreinnahmen

Aufgrund der Kraftstoffpreise erwartet die Verwaltung steigende Ausgaben von etwa 40 000 Euro für die Haltung der Fahrzeuge des Bauhofs und der Feuerwehr. 20 000 Euro mehr Mietausgaben für die Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine müssen zudem eingerechnet werden, wie Waibel sagte. Durch die Arbeit des kommunalen Vollzugsdiensts erwartet die Verwaltung laut Vorlage 20 000 Euro Mehreinnahmen. 

Ausbau Riedweg startet

12,7 Millionen Euro hat die Verwaltung für Investitionen in diesem Jahr eingeplant, etwa 1,5 Millionen wurden ausgegeben. Einige Projekte werden laut Vorlage erst in den kommenden Monaten abgerechnet oder werden aufgrund der personellen Auslastung von Ingenieurbüros und Baufirmen sowie Materialengpässen verschoben. In diesem Jahr starten sollen etwa die Sanierung des Riedwegs Ende August und der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen. Die Ausschreibung für den Ausbau des Weiße-Flecken-Netzes werde aktuell vorbereitet, ein Baubeginn sei allerdings erst 2023 realistisch.

Der Schuldenstand wird nach aktuellem Plan zum Ende des Jahres von 340 000 auf 228 000 Euro sinken, die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt dann 35 Euro, wie Waibel bilanzierte. Inklusive der Schulden des Eigenbetriebs Wasserversorgung steige die Pro-Kopf-Verschuldung auf 363 Euro, so der Kämmerer.

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