Tempo 30, 40 oder 50 - wie schnell geht's durch Essingen?

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Das schlägt die Gemeindeverwaltung vor: Tempo 30 und 40 in Essingens Ortsdurchfahrt. In der Gemeinderatssitzung geht's auch um ein Tempolimit in den Ortsdurchfahrten von Forst und Lauterburg, Archivfoto: opo/Grafik: rico
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Essingen

Wie schnell dürfen Verkehrsteilnehmende künftig durch Essingen fahren? Um diese Frage geht's in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 17. Februar. Die Verwaltung schlägt den Rätinnen und Räten vor, vom Kreisel „Blümle“ bis zum Schlosspark Tempo 40 anzuordnen und vom Schlosspark bis zum Ortsausgang Richtung Lauterburg Tempo 30. Durch die Temporeduzierung soll laut Vorlage vor allem der Straßenlärm gemindert werden, auch die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger verbessert sich.

Wie stehen die Vorsitzenden der drei Fraktionen zum Vorschlag der Verwaltung?

Johannes Blank (CDU/Freie Bürger): „Meine Meinung ist, dass wir die Beschränkungen nicht mehrfach wechseln sollten. Das führt zu einem Schilderwald“, sagt Blank. In der Ortsdurchfahrt sei es sinnvoll, das Tempo zwischen "Blümle" und Ortsausgang Richtung Lauterburg auf 40 zu beschränken. „Aus meiner Sicht kann man im Ortskern sowieso nicht schneller als 30 bis 40 fahren.“

Bei Tempo 30 sei der Verkehr zu lange im Ort und es könne Rückstau geben. Blank kann sich vorstellen, dass Verkehrsteilnehmende dann auf die Nebenstraßen ausweichen. Ihm sei bewusst, dass der Lärm im alten Ort durch Tempo 30 weiter reduziert werden kann. „Aber ich habe das Gefühl, dass das die Essinger Bürger nicht mittragen.“ Blank plädiert für eine Machbarkeitsstudie für eine Umgehungsstraße. Denn dann fahre der Schwerlastverkehr nicht mehr durch den Ort, sagt er.

Simone Funk (SPD): „Ich stehe hinter dem Vorschlag der Verwaltung“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Essinger SPD. „Die Ergebnisse des Lärmgutachtens geben es her, vom Schlosspark bis zum Ortsausgang Richtung Lauterburg Tempo 30 anzuordnen.“ Die Begrenzung auf 40 in der Bahnhofstraße mache Sinn, da es eine relativ gerade Strecke ist. Auch Funk befürchtet, dass Verkehrsteilnehmende bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von der Bahnhofstraße auf die Alemannenstraße oder den Heerweg ausweichen.

Helmut Borst (Freie Wählervereinigung): Vom Schlosspark bis zum Ortsausgang in Richtung Lauterburg plädiert Helmut Borst, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählervereinigung, für 30. Vom „Blümle“ bis zum Schlosspark schlägt er Tempo 50 vor. „Wir sollten keinen Schilderwald produzieren“, betont er. In der Bahnhofstraße sei der Verkehr durch den Kreisel und den Fußgängerüberweg mit Ampel ohnehin gehemmt und könne nicht so schnell fließen. Innerhalb der Fraktion werde das Thema diskutiert. Es gebe viele unterschiedliche Ansichten, sagt Borst. Wichtig sei, dass es im Ortskern ruhiger wird - und sicherer. Im alten Ortskern gilt für Borst: „Ruhe und Sicherheit vor Geschwindigkeit.“

In der Sitzung wird auch über eine Temporeduzierung in Forst und Lauterburg gesprochen. Die Verwaltung schlägt vor, das Tempo in Lauterburgs Ortsdurchfahrt auf 40 zu begrenzen; in Forst auf 30. Selbst anordnen kann die Verwaltung diese Tempolimits nicht. Dazu muss sie einen Antrag bei der Straßenverkehrsbehörde stellen.

"Wir sollten keinen Schilderwald produzieren.“

Helmut Borst, Fraktionsvorsitzender FWV
  • Sicherheit für Kinder
  • Eltern der Kindergärten in Essingen haben sich im Vorfeld an die SchwäPo gewendet. Sie machen sich stark für Tempo 30 und 40 in Essingens Ortsdurchfahrt. „Wir unterstützen den guten Vorschlag der Verwaltung und bedanken und für das schnelle Erstellen eine Beschlussantrags“, sagt stellvertretend Monika Theiss. Und weiter: „Auf dem Weg zur Schule und in den Kindergarten brauchen wir sichere Wege für unsere Kinder. Dies schaffen wir nur durch eine angemessene Geschwindigkeitsreduzierung auf maximal Tempo 40 vom Kreisel 'Blümle' bis zum Schlosspark und Tempo 30 vom Schlosspark bis Ortsausgang Richtung Lauterburg.“ 
    Jochen Bihler hat nachgerechnet. „Gerade mal 18 Sekunden „verliert“ man, wenn man Tempo 30 statt 40 zwischen der Metzgerei Müller und dem Feuerwehrhaus fährt. 18 Sekunden für mehr Sicherheit unserer Kinder und weniger Lärm für die Anwohner“, sagt er.

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