Unterwerk – von 110 auf 15 Kilovolt

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Ein Unterwerk ist bereits abgebaut (vorne links). Die hintere Anlage versorgt aktuell die Züge mit Strom. Ist das erste Unterwerk ausgetauscht, wird auch die zweite Anlage ersetzt.
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Zwischen Essingen und Aalen werden die Unterwerke erneuert. Sie versorgen die Züge mit Strom. Material im Wert von 7000 Euro wurde auf der Baustelle am Rand der B 29 geklaut.

Essingen

„Das ist der Hammer. Das müssen Profis gewesen sein.“ Andreas Schöttler steht auf der Baustelle an der Einfahrt zum Talhof und blickt über das Areal. Fünf Kabeltrommeln wurden dort vor Kurzem geklaut. Der Wert des insgesamt 800 Meter langen Kabels: laut Schöttler etwa 7000 Euro. Über Nacht sei das Material verschwunden, das eigentlich unter die Erde kommen sollte. Maschenerder heißt das Kabel im Fachchinesisch – es leitet elektrische Ströme ins Erdreich ab, wie der Bauüberwacher von DB Energie erklärt. Er ist für die Sicherheit auf der Baustelle am Rand der B 29 zuständig. Dort werden aktuell die Unterwerke ausgetauscht.

Die Anlagen, ein Gewirr aus Isolatoren und Leiterseilen, versorgen die Bahnstrecke zwischen Aalen und Stuttgart mit Strom. 110 Kilovolt kommen dort an. Damit Züge den Strom nutzen können, senkt der Trafo in den beiden Unterwerken die Spannung auf 15 Kilovolt, wie der Fachmann erklärt. 40 Jahre alt und technisch nicht mehr auf dem neusten Stand seien die Unterwerke, sagt Schöttler. Daher müssen modernere Anlagen her. Damit die Züge auch während der Bauarbeiten mit Strom versorgt werden, bauen Schöttler und seine zehn Kollegen erst die eine, dann die andere Anlage um.

Im Dezember 2023, zum Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Zeitlich sind wir im Soll“, freut sich der DB-Mitarbeiter.

Rohstoffmangel aufgrund des Kriegs sei auf der Baustelle der Deutschen Bahn aktuell kein Thema. Einzig der Regen in den vergangenen Tagen habe die Arbeit erschwert. „Die Baumaschinen sind in der Erde versunken.“

Auch ein neues Betriebsgebäude wird auf dem zwei Fußballfelder großen Areal gebaut. Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn wird darin nach Fertigstellung nicht sitzen. Die Anlage werde in Karlsruhe gesteuert, sagt Schöttler weiter.

Da auf der Baustelle am Tag und in der Nacht gearbeitet werde, müssten keine Gleise gesperrt werden. „Kabelverlegungen über die Schienen zum Beispiel machen wir nachts.“

Ganz ungefährlich ist der Job in der Nähe der Gleise sicher nicht, oder? „Für die Sicherheit der Arbeiter sorgt ein Zaun rund um die in Betrieb befindliche Anlage“, erklärt der Bauüberwacher. Zudem erhalten alle Arbeiter eine Schulung, bevor sie die Baustelle betreten.

Übrigens: Mit dem vierspurigen Ausbau der B 29 zwischen Essingen und Aalen hat die Baustelle nichts zu tun.

Andreas Schöttler ist auf der Baustelle der Deutschen Bahn unter anderem für die Sicherheit der Arbeiter zuständig.
Zwischen Essingen und Aalen werden die Unterwerke erneuert. Sie versorgen die Züge mit Strom.

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