Wandertipp vom Pilger-Ehepaar

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Der Rundweg ist etwa zehn Kilometer lang. Grafik: ca

Im Sommer sind Brigitte und Helmut Borst auf dem Jakobsweg unterwegs. Als Wanderung zu jeder Jahreszeit empfehlen sie einen Rundweg zwischen Essingen und Tauchenweiler.

Essingen

Ich bin dann mal weg – bei der hier vorgestellten Wanderung ist man nicht so lange unterwegs wie Hape Kerkeling auf dem Weg nach Santiago de Compostela, aber man läuft auch auf dem Jakobsweg, zumindest ein Stückchen. Denn ein Abschnitt des bekannten Pilgerwegs führt durch den Ostalbkreis von Neresheim Richtung Göppingen, nicht weit entfernt von Essingen. Dort soll es hingehen. Mit dabei sind zwei Essinger Pilger. Brigitte und Helmut Borst laufen seit 2016 den Jakobsweg in Etappen. Etwa neun Tage im Jahr nehmen sie sich Zeit zum Wandern, laufen dann 25 bis 30 Kilometer täglich. Sie haben in Essingen begonnen. Die erste Etappe führte sie bis Rottenburg am Neckar, 2017 kamen sie bis Freiburg. Derzeit sind sie mitten in Frankreich. Dort wollen sie ihren Weg fortsetzen, wenn es wieder möglich ist.

Um das Gepäck bequem zu transportieren, hat Helmut Borst eigens einen Pilgerwagen gebaut. Für unsere Rundwanderung braucht man dagegen kein Gepäck. Start ist am Parkplatz Steige. Man folgt der Straße den Berg hinauf und passiert den Spielplatz am Köpfle. Es geht bergan, bis die Höhe erreicht ist. Der Aufstieg wird mit fantastischen Ausblicken belohnt. Der Weg führt geradeaus weiter, direkt auf eine Hochebene, das Albstetter Feld. An der ersten Kreuzung folgt man dem Wegweiser nach rechts Richtung Tauchenweiler / Königsbronn.

Vorbei geht es an der Pflanzschulhütte. Hier wurden früher Sämlinge großgezogen und dann von Frauen im Wald eingesetzt, erzählt Helmut Borst, Essinger Urgestein. "Das waren die Pflanzweiber." Bevor der Wald beginnt, verweist ein kleines Schild auf den Obrunnen. Eine ehemalige Viehtränke, nicht weit vom Hauptweg entfernt. Dieser führt den Berg hinauf durch das Gewann "Saure Mahd". Dort wurde vor 100 Jahren der letzte Hirsch geschossen, weiß Helmut Borst. Das Geweih ist im Essinger Dorfmuseum zu sehen.

Immer dem Weg folgend stößt man schließlich auf den Göppinger Jakobsweg, wie er hier bezeichnet wird. Erkennbar an der stilisierten gelben Muschel auf blauem Grund, das Symbol, das die Pilger auf ihrer Reise begleitet. Es geht nach rechts Richtung Tauchenweiler / Rosenstein. Der Weg ist breit. Gar nicht so typisch für einen Jakobsweg, sagen die Borsts. Die Pilger waren "in Deckung" unterwegs, windgeschützt in Klingen und Hohlgassen oder auf Trampelpfaden durch den Wald. Damit sich heutzutage niemand verläuft, gibt es extra Wanderführer, herausgegeben von der Jakobus-Gesellschaft. Darin sind auch Adressen für Pilgerunterkünfte zu finden. Die Essinger haben gute Erfahrungen gemacht. "Die Leute sind sehr gastfreundlich", sagt Brigitte Borst. Was ist eigentlich der Reiz am Pilgern? "Die Zeit miteinander, die Ruhe. Und du kannst ein Land nicht besser als zu Fuß bereisen", ist Helmut Borst überzeugt. "Das ist die absolute Entspannung", sagt seine Frau.

Du kannst ein Land nicht besser als zu Fuß bereisen.

Helmut Borst Pilger auf dem Jakobsweg

Nachdem man Tauchenweiler passiert hat, dauert es nicht lange, bis der Wegweiser Richtung Essingen nach rechts zeigt. Dem Weg folgen und an der zweiten großen Kreuzung scharf links abbiegen. Es geht allmählich talwärts, zwischendurch eröffnet sich ein Ausblick auf Essingen, den man nicht verpassen sollte. Vorbei am Gewann mit dem lustigen Namen "Dummele" gelangt man ins Tal zum Parkplatz "In den Buchen" und auf die Straße in den Ort hinein. Über den Abzweig rechts "Am Daumelbach" kommt man wieder zum Ausgangspunkt. Unsere Wanderung ist hier zu Ende. Das Ehepaar hat noch etwa 1900 Kilometer auf dem Jakobsweg vor sich.

Dauer der Wanderung: circa zwei Stunden und 15 Minuten bei zügigem Tempo

Strecke: circa zehn Kilometer

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