Was Essingen für Radlerinnen und Radler tun will

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Piktogramme auf der Straße sollen Fahrradfahrerinnen und -fahrern in Aalen die Orientierung erleichtern. Im Biberweg in Aalen entsteht eine Fahrradstraße – in Essingen könnte die Limesstraße oder die Breßlauerstraße als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Archivfoto: Oliver Giers
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Das Fahrradnetz in Essingen soll ausgebaut werden. Diese Vorschläge macht das Büro Var+ dem Gemeinderat und der Verwaltung.

Essingen

Sie sind das Gemeindegebiet mit dem Fahrrad abgefahren, haben Umfragen durchgeführt und Gefahrenpunkte identifiziert. Am Ende des Prozesses steht für Paul Melia und Uwe Petry vom Büro Var+ fest: „In vielen Bereichen in Essingen besteht Handlungsdruck, um die Verkehrsgerechtigkeit für alle herzustellen.“ Am Donnerstag haben die beiden dem Gemeinderat ihre Ideen für ein künftiges Radkonzept für die Gemeinde vorgestellt.

Vor allem die Situation in der Haupt- und Bahnhofstraße gefällt den beiden nicht. „Dort passieren viele Unfälle“, so Melia. Um die Situation in der Bahnhofstraße zu entlasten, könnten parallel dazu Fahrradstraßen ausgewiesen werden, etwa in der Breßlauer- und der Limesstraße, schlugen die beiden vor. Auch in der Tauchenweilerstraße könnte eine Fahrradstraße entstehen – in dieser haben Radlerinnen und Radler Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. „Die Bahnhof- und Hauptstraße sollen aber weiterhin im Radnetz bleiben“, betonte Petry.

Übrigens: In der Region entstehen etwa im Aalener Biberweg und in Ellwangen von der Wolfgangskirche bis in die Innenstadt Fahrradstraßen.

„Wir müssen schauen, dass in Essingen geltendes Recht im Verkehr umgesetzt wird“, sagte der Ingenieur und nannte zu schnell fahrende Autos in der Ortsdurchfahrt und den Seitenstraßen als Beispiel. „In Essingen gibt es das Problem, dass es in vielen Bereichen keine Gehwege gibt und Autofahrer einen steilen Zahn fahren.“

Ziel der beiden sei, ein durchgängiges Radnetz in Essingen und drumherum für unterschiedliche Gruppen sichtbar zu machen, sagte Petry. „Mit einer Strecke machen wir nicht alle glücklich.“ Fest steht aus Sicht der Planer: Der Radverkehr gehört auf die Straße, in Essingen gibt es keinen Platz für extra Radwege. Diese Netze schlagen Melia und Petry vor:

Schnelle Radwegverbindung: Über die Gärtnerei Welzel oder Hermannsfeld soll ein Weg von Essingen nach Mögglingen und Aalen führen. Die Schnellverbindungen fördere das Land. „Da müssen wir schnell ran“, sagte Petry.

Pendlerrouten: Diese sollen von Essingen nach Lauterburg, Forst, Dauerwang, Mögglingen und Oberkochen führen. Der Weg von Essingen über das Albstätterfeld nach Oberkochen sollte aus Sicht der Planer asphaltiert werden, das steigere die Attraktivität.

Basisrouten: Sie führen von Lauterburg, Hermannsfeld oder aus Richtung Aalen nach Essingen. „Das sind Strecken für Leute, die nach der Arbeit entspannt und auf einem schönen Weg heimfahren wollen“, erklärte Meila.

Verdichtungsnetz: Die Radwegeverbindungen innerhalb der Gemeinde sollen miteinander verknüpft werden.

Die unterschiedlichen Routen und Maßnahmen sind nur Vorschläge der beiden Planer. Was tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet der Gemeinderat. Nach der Sommerpause wolle der Rat in die Diskussion einsteigen, sagte Wolfgang Hofer. Anfang 2023 soll das Radverkehrskonzept vorgestellt werden.

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