Wer im Erlenbachtal zuhaus ist

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Die Gemeinde Essingen hat entlang des Erlenbachs einen Naturlehrpfad eingerichtet. Was es dort alles zu entdecken gibt, zeigt ein Rundgang.

Essingen

Hier kreucht und fleucht und summt und brummt es", sagt Bürgermeister Wolfgang Hofer und blickt ins Erlenbachtal. Um ihn herum blühen die Obstbäume und Blumen recken die Köpfe in Richtung Sonne.

Entlang des Bachs hat die Gemeinde vor Kurzem einen Naturlehrpfad errichtet. "Diesen haben wir ‘Servo Natura' genannt", erzählt der Bürgermeister, während er gemeinsam mit Bauhofleiter Günter Harsch den Schotterweg entlang geht. Schilder am Rand erklären dem Spaziergänger, was auf Wiesen und Bäumen lebt.

Eigentlich sollte der Naturlehrpfad zur Remstal-Gartenschau entstehen. Daraus wurde jedoch nichts. Daher stand das Vorhaben in diesem Jahr auf der To-do-Liste des Bürgermeisters.

Neben dem Obstlehrpfad, den es bereits seit zehn Jahren gibt, hat die Gemeinde einem Tümpel neues Leben eingehaucht. "Früher wurde das Wasser für die Bewässerung des Sportplatzes genutzt und der Teich verschlammte schnell", sagt Hofer. Nun fließe das Regenwasser vom Dach der Schönbrunnenhalle in das Biotop. Frösche sollen sich dort ansiedeln. "Wir überlassen den Teich der Natur", sagt Hofer und steuert ein Bienenhotel weiter bachabwärts an.

Ein bewohnter Starenkasten

"Hier haben wir im März noch einen Starenkasten aufgestellt", sagt Harsch und blickt in Richtung Vogelwohnung. Und siehe da: Ein Star huscht hinein. "Schon bewohnt", freut sich der Bauhofleiter. "Einst haben die Vögel an jedem Bauernhaus Unterschlupf gefunden, inzwischen finden sie keine Nistmöglichkeiten mehr", erklärt Harsch.

Weiter geht's. An einem Totholzstamm machen die beiden Pause. "Das Totholz kommt aus dem Schlosspark", sagt Harsch. "Sobald ein Baum kaputt ist, beginnt darin neues Leben, Ameisen bewohnen dann zum Beispiel den Stamm." Unterhalb des Baugebiets "Fichtestraße" hat der Bauhofleiter noch mehr Refugien für Insekten geschaffen. Ein Sandarium bietet Erdhummeln Unterschlupf; ein Steinhaufen ist für die Zauneidechsen. "Hier leben bereits Tiere", stellt der Naturfreund fest.

Entstanden sind die Tierwohnungen über einem Regenüberlaufbecken. "Die Fläche könnten wir nicht bebauen, daher haben wir uns entschieden, etwas Schönes darauf zu machen", sagt Hofer.

Auf dem sieben Hektar großen Areal hat die Gemeinde auch ein Experiment gestartet. "Wir versuchen hier einen Ginkgo-Garten anzulegen", sagt Hofer. Zahlreiche Ginkgo-Setzlinge reihen sich in einem abgezäunten Bereich aneinander. "Die Bäume hatten wir von der ‘Tour de Ginkgo' übrig", sagt Hofer.

Und was kostet der Naturschutz die Gemeinde? "Kaum etwas", bilanziert er.

Drei Tipps: So helfen Sie Insekten & Co. im Garten

Totholz: Altes Holz kann der Natur wieder zugeführt werden. Ameisen nutzen das Holz als Unterschlupf, wie Harsch sagt. Blumenwiese: "Zu einer Blumenwiese gehört auch eine Heimat für Insekten", betont Harsch. Bienenhotels, Erdhügel oder Nistmöglichkeiten sollte es daher auch im Garten geben. Brennnessel-Ecke: Optimal für Schmetterlinge, wie Harsch erklärt.

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