Wer in Essingen einen Bauplatz bekommen kann

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Das Baugebiet Ried in Essingen von oben betrachtet.
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Die Rätinnen und Räte beschließen Vergaberichtlinien für Bauplätze in Essingen. Auch Auswärtige haben nun Chancen auf einen Bauplatz. Die Details.

Essingen

Die Zeiten, in denen nur Essingens (Ur)-Einwohnerinnen und -Einwohner einen Bauplatz in der Gemeinde bekommen haben sind vorbei. Auch Auswärtige können nun im Ort bauen. Ganz so einfach ist das aber nicht – die Bauplatzvergabe ist an ein Punktesystem gekoppelt. Die Richtlinien verabschiedeten die Rätinnen und Räte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend.

Dass die Bauplätze nach "Einheimischen Richtlinien" zugeteilt werden, dies sei nicht mehr möglich, sagte Bürgermeister Wolfgang Hofer. Die neuen Regeln seien orientiert an den Empfehlungen des Gemeindetags – „modifiziert mit eigenen Ideen“, fügte Hofer an. „Man kann über Jahre Punkte sammeln.“

Das Prinzip: Wer die meisten Punkte hat, bekommt den Bauplatz. „Bei gleichen Punktzahlen der Bewerber geben minderjährige Kinder einen Bonus. Wenn die Punkte dann immer noch gleich sind, wird gelost“, sagte Hofer. Bedingung ist, dass die Häuslebauer mindestens fünf Jahre auf dem Grundstück wohnen. Wer dagegen verstößt oder in der Bewerbung falsche Angaben macht, muss laut Vorlage eine Strafe in Höhe von 50 Prozent des Bauplatzpreises zahlen. 132 Bewerbungen gebe es in Essingen aktuell für die Bauplätze – Hofer rechnet damit, dass gut die Hälfte nicht mehr interessiert ist.

Nun zum Knackpunkt: dem Punktesystem. Soziale Kriterien und der Ortsbezug sind wichtig. Wer etwa in einer eingetragenen Partnerschaft lebt, erhält sechs Punkte, ein Alleinstehender null. Wer kein Eigentum besitzt, bekommt zehn Punkte. Menschen, die ein bebaubares Grundstück oder eine Eigentumswohnung haben erhalten null Punkte. Wer in Essingen wohnt oder arbeitet, kann damit je maximal 30 Punkte sammeln. Maximal 40 Punkte gibt es für Menschen, die in Essingen aktiv ehrenamtlich tätig sind – etwa Mitglied des Gemeinderats, bei der Feuerwehr oder im Vorstand. Familien mit minderjährigen Kindern erhalten pro Kind und Alter des Kindes Punkte. Für zwei Kinder und Kinder zwischen 6 und 10 Jahren etwa gibt's zehn Punkte.

Professor Dr. Dieter Bolten stellte zur Diskussion, ob auch auswärtige Ehrenamtliche Punkte bekommen sollten, zum Beispiel die Hälfte der Punktzahl. Stefanie Endig (FWV) begrüßte dies; Philipp Freiherr von Woellwarth (FWV) lehnte dies ab. Am Ende der Diskussion beschloss die Mehrheit, nur Punkte an in Essingen ehrenamtlich tätige Menschen zu vergeben.

„Man kann über Jahre Punkte sammeln.“

Wolfgang Hofer, Bürgermeister

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