Wie der Honig ins Glas kommt

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Mit der Bienenflucht separiert Wiech zwei Honigräume voneinander. Die Bienen schlüpfen nach unten in Richtung Königin und der Imker kann den Honigraum ohne Bienen entnehmen.

Bis das flüssige Gold im Glas landet, sind viele Arbeitsschritte nötig. Ein Besuch bei den SchwäPo-Bienen in Tauchenweiler und bei Imker Dietmar Wiech in Hofherrnweiler.

Essingen

Beim dritten Besuch des SchwäPo-Bienenvolkes geht es nicht nur in den Bienenschaugarten Richtung Tauchenweiler, auch beim Honigschleudern in Imker Dietmar Wiechs Haus in Hofherrnweiler ist die SchwäPo dabei, denn nachdem die Bienen fleißig Nektar gesammelt haben, steht nun der nächste Schritt an: die Honiggewinnung.

Zuerst prüft der Imker den Wassergehalt des Honigs. "Nektar besteht zu 90 Prozent aus Feuchtigkeit, die Bienen bringen ihn in ihren Stock und machen daraus Honig." Wiech schnappt sich das Refraktometer und ein Honigrähmchen. Einige Waben sind verdeckelt. Die Bienen machen sie zu, um ihren Vorrat besser lagern zu können. Der Imker öffnet die Wabe und streicht etwas Honig heraus. Das Gerät für den Feuchtigkeitstest hat eine Klappe, dort kommt der Honig hinein – und ein Guckloch, durch das Wiech blickt. "Unter 18 Prozent, das ist gut," stellt er fest. Bleibt der Honig bei 20 Prozent Feuchtigkeit könnte er gären, so ist er perfekt und bereit zum Schleudern.

Damit die Bienen weiter Futter haben, lässt Wiech immer einige gefüllte Honigrähmchen im Bienenstock und gibt den Insekten nach dem Abschleudern Ende Juli Zuckersirup. "Der ist nicht schlechter, sogar besser als das, was die Bienen im Spätsommer sammeln." So habe der Honigtau, den die Bienen dann überwiegend aus dem Wald holen, viel mehr Mineralstoffe. "Der ist belastender für den Darm", erklärt er – der Sirup hingegen nicht.

Dieses Jahr war nicht so ergiebig.

Dietmar Wiech Imker

Hat der Honig in den Waben den Feuchtigkeitstest bestanden, schnappt sich Wiech die Bienenflucht – einen Rahmen mit einem Loch in der Mitte. Den legt er unter die Honigräume. Der Trick: Die summenden Insekten zieht es immer zu ihrer Königin und die ist ganz unten im Stock, im Brutraum. Sind die Bienen also aus den Honigräumen gewandert, können sie durch die Öffnung nicht mehr dorthin zurück. So leeren sich diese, ohne dass man die Tiere verjagen muss. "Man kann sie auch mit dem Besen entfernen oder mit einem Gebläse, das tut den Bienen aber nicht gut," sagt der Imker, der diese Methoden nicht anwendet.

Ortswechsel. Hofherrnweiler. Dietmar Wiech hat die Rahmen mit den vollen Waben parat. Mit einer Entdeckelungsgabel schabt er die Verdeckelungen ab. Goldener Honig sickert aus ihnen. Das macht er mit beiden Seiten, dann schiebt er sie in die Schleuder. Dort passen insgesamt 20 Rahmen hinein. Mit einem motorischen Surren beginnt die Schleuder sich zu drehen. Wiech zeigt mit dem Finger ins abgedeckte Innere. Dort wird der Honig an die Außenwände abgetragen. Von dort aus läuft er durch ein Ventil in zwei Siebe. "Das reicht normalerweise, danach ist der Honig sauber, trotzdem siebe ich ihn durch ein Nylonsieb", erklärt Wiech. Aus einem Honigraum bekommt er übrigens zwischen 12 und 15 Kilo Honig. "Dieses Jahr war nicht so ergiebig, daher werden es wohl rund zehn Kilo bleiben", so Wiech.

Kurz und knapp: das Bienen-Einmaleins

An dieser Stelle erzählt Dietmar Wiech in jeder Folge Wissenswertes rund um die Honigbiene:

1 Kilogramm Honig ist die Lebensarbeit von 350 bis 400 Bienen.

Für 500 Gramm Honig muss die Biene etwa 70 000 Kilometer zurücklegen – das ist fast zweimal um die Erde.

Und ab geht es in die Honigschleuder.
Unter den Verdeckelungen der Waben ist Honig.

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