Wie Essingen digital werden will

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Das soll es in der Gemeinde an der Remsquelle unter anderem geben: eine Bürger-App, ein e digitale Anmeldung für die Kitas, E-Ladesäulen, digitale ÖPNV-Fahrgastinformationen und freies WLAN. Bis 2025 sollen die meisten Maßnahmen umgesetzt sein. Grafik: Carmen Apprich/Archivfoto: opo
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Die Rätinnen und Räte haben in der jüngsten Sitzung die Strategie „Essingen.digital“ verabschiedet. Fast 20 Projekte sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden.

Essingen

Essingen will sich auf den Weg machen, auf den Weg zu einer digitalen Gemeinde. Der Verwaltung geht's nicht nur darum, die Breitbandversorgung auszubauen und flächendeckendes WLAN anzubieten, sondern den Menschen mithilfe der Technik den Alltag zu erleichtern. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats haben die Rätinnen und Räte die 50 Seiten starke „Essingen.digital“-Strategie verabschiedet.

Kurz erklärt das verbirgt sich dahinter: Verwaltung und Gemeindetag-Service (Gt-Service) haben 2020 einen Digitalisierungscheck durchgeführt, die Bürgerinnen und Bürger wurden zur Sache befragt und eine Zukunftswerkstatt gestartet. Ideen und Projekte sind nun in der Strategie zusammengefasst. Bis 2025 will die Gemeinde Ergebnisse erzielen. „Es geht um die Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben. Es geht nicht um die Technik, sondern um den Menschen“, sagte Franz-Reinhard Habbel von Gt-Service. Unter 20 Prozent der Städte und Gemeinden in Deutschland hätten bisher eine solche Strategie erarbeitet. „Sie zählen zu den Ersten“, sagte er.

Diese Projekte sollen unter anderem bis 2025 umgesetzt werden: Einführung von E-Ladesäulen, Ausbau freies WLAN, BürgerApp, digitale ÖPNV-Fahrgastinfo, Online-Anmeldung für die Kita, Aufbau einer digitalen Bürgerbeteiligungsplattform (ab 2025) und Ausbau der Breitbandinfrastruktur. Einen fest definierten Kostenrahmen gebe es für die Projekte nicht, sagte Bürgermeister Wolfgang Hofer.

Fest steht: Für 5,2 Millionen Euro wird das Glasfasernetz ausgebaut, Förderungen gibt's von Bund und Land.

Das nützt die Strategie den Bürgerinnen und Bürgern: Corona habe gezeigt, wie hilfreich Digitalisierung sein kann, schreibt Hofer im Vorwort der Strategie und nennt die digitale Ausstattung der Parkschule oder das Internetangebot der Gemeinde als Beispiele. Das zeige, wie Essingen mit der Digitalisierung Bürger informiert. „Die Digitalisierung soll das Leben der Menschen mithilfe moderner Technologien (...), Produkte und kreativer Ideen erleichtern und zukunftsfähig machen“, so die Vorlage. Zwei Beispiele: Eine digitale ÖPNV-Fahrgastinfo erleichtert Bürgerinnen und Bürgern die Fahrt mit dem Bus, in einer digitalen Verwaltung können Formulare online ausgefüllt und direkt an die Behörde gesendet werden.

Im ersten Halbjahr 2021 soll zudem das Schulgebäude ans Glasfasernetz an gebunden werden, damit digitale Unterrichtsformate ohne Probleme genutzt werden können. Dies kostet laut Vorlage eine Million Euro.

„Die Strategie bietet die Chance, Essingen attraktiver zu machen“, sagte Habbel. Wichtig sei, dass an der Umsetzung alle beteiligt werden, vom Senior bis zur digital affinen Einwohnerin, fügte Habbels Kollege Christopher Heck hinzu. Abgeschlossen sei die verabschiedete Strategie nicht. Bei jeder Haushaltsberatung will sich der Gemeinderat laut Vorlage erneut mit dem Papier beschäftigten, neue Themen aufnehmen oder alte streichen. „Die Herausforderung ist riesengroß“, sagte Hofer. Für die Umsetzung müsste mindestens eine neue Stelle im Rathaus geschaffen werden.

Nachgelesen das ist die BürgerApp: Ab 2023 will die Gemeinde eine Bürger-App einführen. Dort sollen Einwohnerinnen und Einwohner laut Vorlage Infos über Veranstaltungen, Hinweise der Verwaltung und digitale Bürgerangebote erhalten. Die App soll Anlaufstelle für Neubürger sein und Ansprechpartner bei Verwaltungsfragen vermitteln.

Die Sache mit den Daten: „Eine Gemeinde wird künftig mit Geld, Recht und Daten gesteuert“, sagte Habbel. Ein Cybersicherheitscheck soll Gefahren analysieren. Das Ziel: Die Kommune so weit wie möglich vor Datenverlust durch Cyberangriffe zu schützen, so die Vorlage. Umgesetzt werden soll diese Prüfung ab 2023.

Die Herausforderung ist riesengroß.“

Wolfgang Hofer,, Bürgermeister

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030

Plan der Digitalisierungsstrategie ist, die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 auf regionaler Ebene umzusetzen.
Jedem soll weltweit ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden und die natürlichen Lebensgrundlagen müssen dauerhaft bewahrt werden, so die Vorlage. Dies umfasse ökonomische, ökologische und soziale Aspekte.

Einige Ziele: keine Armut, hochwertige Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser, nachhaltige Städte und Gemeinden und Maßnahmen zum Klimaschutz .

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