Wie Geflüchteten aus der Ukraine in Essingen geholfen wird

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Das Netzwerk Willkommen Essingen organisierte ein erstes Treffen mit geflüchteten Menschen aus der Ukraine, weitere sollen folgen. Nach dem Kaffeetrinken gibt's ein gemeinsames Foto mit den Familien und dem Helferteam.
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Beteiligte des Netzwerks „Willkommen“ trafen sich zum Austausch.

Essingen. 31 Menschen aus der Ukraine haben seit Kriegsausbruch in Essingen und dem Teilort Lauterburg eine sichere Unterkunft gefunden. Das Netzwerk Willkommen kümmert sich um die Familien. Damit man sich gegenseitig kennenlernt, wurde erstmals das „Café Miteinander“ im katholischen Gemeindehaus angeboten. Sieben Familien sind der Einladung gefolgt und kamen bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch.

Das Netzwerk Willkommen Essingen wurde im Zuge der Flüchtlingswelle 2015 unter dem Dach der evangelischen Kirche gegründet. „Das Netzwerk hat sich reaktiviert, ein Auftakttreffen fand im März statt“, sagt Karin Kimmel vom Helferteam. Zusammen mit Margit Schoffer nahm sie die ersten Ankömmlinge in Empfang: drei Frauen und sechs Kinder. Das war vor knapp zwei Monaten. „Am Anfang haben wir sehr intensiv betreut, mittlerweile brauchen sie uns gar nicht mehr so“, erzählt Karin Kimmel. „Das war auch unser Ansinnen.“

Die Kinder sind in Schule und Kindergarten untergebracht, die Frauen besuchen Deutschkurse. Kimmel kümmerte sich auch um Sportangebote für die Kleinen. „Kinderturnen und Fußball, die blühten richtig auf.“ Wichtige Informationen für Helfer hat sie in einem Leitfaden zusammengestellt, der fortgeschrieben wird.

„Für mich war es eine positive Erfahrung“, sagt Margit Schoffer über die erste Zeit. Die Menschen aus dem Kriegsgebiet seien freundlich, hilfsbereit und würden aktiv mitarbeiten. Womit sie nicht gerechnet habe, sei die Bürokratie. Denn Formulare sind auf Deutsch und müssen übersetzt werden. Schon für Deutsche sei ein Kindergartenantrag sehr aufwendig.

Die Kommunikation mit den ukrainischen Familien erfolgt mittels Übersetzungs-App oder über Layla Liebe. Schoffer spricht neben Ukrainisch auch Russisch und Weißrussisch. Sie sei auf die Kommune zugegangen und habe ihre Dolmetscherdienste angeboten, erzählt sie. Die Sonderschullehrerin begleitet die Ukrainerinnen, wenn sie etwa zum Arzt müssen.

Im Netzwerk Willkommen sind 40 bis 50 Menschen aktiv. Sie übernehmen Fahrdienste, füllen Anträge aus oder helfen bei der Einrichtung. So wie Anne Schwarz. Sie hat eine Wohnung renoviert, die demnächst belegt werden soll. Hat gewaschen und geputzt, Matratzen, Bettwäsche, Handtücher, Töpfe und Gläser organisiert. „Damit die Menschen sich wohlfühlen“, sagt sie.

Auf den Tischen liegen Fragebögen auf Russisch und Ukrainisch. Dort kann man angeben, was man braucht. „Fahrräder“ trug eine Familie ein. Ihr kann geholfen werden: Dem Helferteam wurden zwei Fahrräder angeboten – das Netzwerk funktioniert.

Mehr Informationen: Ukraine-Hilfe im Ostalbkreis

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