Wie im Dorfmuseum gewerkelt wird

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Dr. Dieter Bolten, Dieter Schmidt und Manuela Heil (v.l.) vom Dorfmuseumsverein freuen sich über die neue Schuhmacherei.

Auch während der Pandemie wird aus - und umgebaut. Was bisher schon geschafft wurde und was nun in Angriff genommen wird.

Essingen

Das Dorfmuseum ist derzeit geschlossen. Aber hinter der Fassade wird fleißig gewerkelt. Im Gebäude wird auch während der Pandemie fortwährend aus- und umgebaut.

"Wir wollen den Essinger Bürgern immer wieder neue Ideen präsentieren", sagt Dieter Schmidt, Vorsitzender des Dorfmuseumsvereins. "Denn wenn nichts Neues kommt, wird es langweilig."

1000 Stunden Arbeit

Sieben bis acht Mitstreiter hat Schmidt zur Hand, wenn es um Arbeiten im Dorfmuseum geht. "Ich habe das Glück, ein paar Mitglieder im Verein zu haben, die handwerklich sehr geschickt sind", erzählt er. Die teilt er in Zweiergruppen ein, um unter Coronabedingungen tätig sein zu können. Da kommen im Jahr rund 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit zusammen, schätzt der Vorsitzende. Immer wieder sind auch Handwerker vor Ort, die sich um die Elektrik oder den Heizungsbau kümmern.

Nagelneu präsentiert sich die Schuhmacherei im zweiten Obergeschoss. Ledernähmaschinen, Werkzeuge, Bügeleisen und den Arbeitsplatz eines Schusters gibt es hier zu sehen. Bei der Gestaltung des Raumes hat Manuela Heil mitgeholfen. Erstmals wird auch ein Hochzeitsanzug des Essinger Schneidermeisters Hans Bihr ausgestellt.

Wenn nichts Neues kommt, wird es langweilig.

Dieter Schmidt Vorsitzender Dorfmuseumsverein

Weitere Räume in Vorbereitung

Zwei weitere Räume im ersten Obergeschoss sind in der Vorbereitung. Eine Imkerei soll hier entstehen, erklärt Dieter Schmidt. Die Wände sind bereits bienenwachsgelb gestrichen. Eine alte Honigschleuder ist schon aufgestellt sowie Bienenkästen der Firma Stöcker aus Essingen.

Nebenan wird der Friseursalon neu eingerichtet, da einige Leihgaben an die Besitzer zurückgegeben werden mussten. Da sei man noch auf der Suche nach passendem Inventar, etwa einer Friseurtheke, sagt Schmidt.

Ein weiterer Raum wird derzeit ausgebaut. Heute sind Rudolf Fallack und Berthold Weber kräftig am Schaffen. Hier werden zukünftig Funde von der Markung Essingen von der Steinzeit bis zum Mittelalter gezeigt, informiert Dr. Dieter Bolten. Die Stücke lagern momentan im Archäologischen Landesmuseum in Rastatt. Armreife, Töpfe und Urnen sollen als Dauerleihgabe wieder nach Essingen kommen, wenn der Raum fertig ist. Dafür hat sich Dieter Bolten eingesetzt. Auch eine wissenschaftliche Begleitung durch das Landesmuseum mit Informationstafeln ist geplant.

Derweil hofft Dieter Schmidt darauf, dass Museum und Museumsstüble irgendwann wieder öffnen können. Das Interesse ist jedenfalls da. Immer wieder kämen Anfragen von Essinger Bürgern, aber auch von auswärts, ob Museumsbesuche möglich sind, sagt er.

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