Wie man in den Wald hineinruft …

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Oberhalb der Tauchweilerstraße liegt der Echopunkt.
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Wie sich Wanderinnen und Wanderer in Essingens Wald wie in den Alpen fühlen können, zeigt die Suche nach dem Echopunkt.

Essingen

Nein, wir haben uns nicht geirrt. Haben die Gemeinde an der Remsquelle nicht mit einem Ort in den Alpen verwechselt. Denn auch aus Essingens Wald schallt es so heraus, wie man hineinruft. Das klappt mit einem Pfiff, mit "Holiaüdüü" oder einem einfachen "Hallo". Denn: In der langen Halde gibt's einen Echopunkt.

Mehr darüber wissen Philipp Wagenblast, Fritz Sauter und Hartmut Ilzhöfer. Das Trio verrät in Teil fünf der Sommerserie, wo in Essingen Alpenflair aufkommt.

Wer das Geheimnis lüften will, sollte flotten Fußes sein. Los geht's am Wanderparkplatz "In den Buchen", in Richtung Tauchenweiler. Ein Weg zweigt dort ab in die "Lange Halde". Aufmerksame Wanderer entdecken dort das Holzschild "D'Langhald hende".

"Der Weg ist gut", sagt Ilzhöfer, "alle paar Meter kommt eine Bank." Und recht hat er. Auf dem etwa zwei Kilometer langen Pfad gibt's sieben Bänke, schöne Aussichten in Richtung Tauchenweiler inklusive.

Murmeltiere oder Gämsen gibt's zwar keine, dafür seltene Golddisteln – fast wie in den Alpen eben. "Die Wacholderheide hier wird von der Naturschutzgruppe gepflegt", erklärt Wagenblast, der dort selbst Mitglied ist. Silberdisteln und Astern sprießen aus dem Boden. "Ohne uns wäre das lange zugewuchert", sagt Wagenblast weiter.

Felswände? Fehlanzeige!

Etwa einen Kilometer nach dem Startpunkt, hinter dem Wasserriss, stoppt das Trio an einer zunächst unscheinbaren Stelle. Steile und zerklüftete Felswände? Fehlanzeige. Bäume und Gestrüpp geben etwas den Blick auf den gegenüberliegenden Wald frei.

Natürlich hab ich's getestet.

Hartmut Ilzhöfer Essinger

Ilzhöfer blickt nach oben und zeigt auf den Essinger "Langhaldjodler", wie er den Holzkopf, der von Fritz Sauter geschnitzt wurde, nennt. "Schrei amol nomm" steht auf einem Schild darunter.

Das lassen sich die Männer nicht zweimal sagen. Ilzhöfer positioniert sich etwa einen halben Meter links neben dem Baum, nimmt zwei Finger in den Mund, pfeift. Millisekunden später kommt der Ton zurück. Auch Wagenblast versucht's. Steht aber etwas zu weit rechts – ein Echo gibt es daher keines.

Der hölzerne Jodler

Sauter hat den Kopf und das Schild aus Eichenholz an dieser Stelle angebracht. "Ich habe einen Jodler mit großem Mundwerk gemacht, weil ich finde, dass er hier hin passt", sagt Sauter auf dem Weg "D'Langhald firre".

Und wie wurde der Echopunkt entdeckt? Ein Kind habe bemerkt, dass es an dieser Stelle ein Echo produzieren kann, sagt Ilzhöfer. "Ich hab's natürlich dann auch getestet." Und siehe da: Es hat geklappt. Seit fünf Jahren ziert nun auch Sauters Skulptur aus Eiche den Ort.

Wer also ein echtes Echo hören will, muss dafür nicht in die Alpen fahren. Ein Ausflug nach Essingen reicht aus.

Der Essinger Jodler hängt an einem Baum in der Langen Halde.
Wissen mehr über den Echopunkt: Philipp Wagenblast (re.), Fritz Sauter und Hartmut Ilzhöfer (li.).

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