Wo es in Essingen besonders laut ist

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Das Ergebnis der sogenannten „RLS-90-Berechnung“: Vor allem im südlichen Bereich der Ortsdurchfahrt sind die Anwohnenden vom Verkehrslärm betroffen.
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Ein Gutachten zeigt, an welchen Stellen Verkehrslärm die Anwohnenden belastet. Wie die Verwaltung mit den Ergebnissen umgeht, wird in einer der kommenden Sitzungen beraten.

Essingen

Ist es in Essingen, Lauterburg und Forst zu laut? Um diese Frage ging’s in der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Remshalle. Annika Diehl, Mitarbeiterin des Ingenieurbüros Bernard, stellte die Ergebnisse der Lärmberechnungen vor, die im vergangenen Herbst durchgeführt wurden.

Essingen: 9300 Fahrzeuge: So viele rollen laut Vorlage durchschnittlich am Tag durch Essingen; der Anteil des Schwerlastverkehrs liegt bei 6,6 Prozent.

Und wie sieht’s mit dem Lärm aus? Vor allem im südlichen Bereich der Ortsdurchfahrt sei ein Lärmschwerpunkt, sagte Diehl. Straßengeräusche, die tagsüber lauter als 70 und nachts lauter als 60 Dezibel sind, hören demnach 97 Einwohnerinnen und Einwohner. „Alles über 70 Dezibel ist schon laut“, sagte sie. Was würde eine Temporeduzierung bewirken? Bei Tempo 30 reduziere sich der Lärm um 2,5 Dezibel, erklärte Diehl. „Das fühlt sich fast so an, als würde nur noch die Hälfte der Autos fahren.“ Die Anzahl der Betroffenen, die Lärm über 70 bzw. 60 Dezibel ausgesetzt sind, würde sich dann um 97 Prozent verringern, also von 97 auf drei Anwohnende, wie Diehl bilanzierte. Tempo 40 würde laut Vorlage 56 Prozent der Betroffenen entlasten und den Lärm um 1,2 Dezibel reduzieren.

Lauterburg: Durch Lauterburg düsen laut Gutachten täglich im Durchschnitt 4750 Fahrzeuge. Der Anteil des Schwerlastverkehrs: 7,2 Prozent. In nur einem Gebäude in Lauterburg, am Ortsausgang Richtung Bartholomä, sei es am Tag lauter als 70 Dezibel. 103 Einwohnerinnen seien tagsüber von einem Lärmpegel zwischen 65 und 70 Dezibel betroffen – bei Tempo 30 wären es laut Vorlage noch 63 Menschen. Tempo 40 bringt laut Diehl keine spürbare Entlastung.

Forst: „In Forst sind die Betroffenheiten relativ gering“, sagte Diehl. 24 Anwohnende seien tagsüber von einem Lärmpegel bis 70 Dezibel betroffen. Bei Tempo 40 oder 30 wären demnach jeweils sechs Anwohnende Lärm bis 70 Dezibel ausgesetzt. Aufgrund des Radwegs hat die Verwaltung bereits Tempo 30 in Forst angeordnet.  Übrigens: Durchschnittlich rollen laut Vorlage 4000 Fahrzeuge durch Forst, der Anteil des Schwerlastverkehrs liegt bei 9,4 Prozent.

Wie geht’s weiter? Am Donnerstagabend wurden die Ergebnisse der Messungen den Gemeinderätinnen und -räten vorgestellt. In eine Diskussion werde das Gremium erst im Februar oder März einsteigen, sagte Bürgermeister Wolfgang Hofer. Denkbar sei, etwa Tempo 30, Tempo 40 oder ein Nachtfahrverbot für Brummis anzuordnen – die Verwaltung kann diese Maßnahmen nur beantragen. Landratsamt und Regierungspräsidium entscheiden darüber.

"Alles über 70 Dezibel ist schon laut.“

Annika Diehl Ingenieurbüro Bernard
  • Eine kleine Dezibel-Kunde:
  • 30 Dezibel: Ticken einer Armbanduhr
  • 55 Dezibel: Regen, leises Gespräch
  • 65 Dezibel: Gespräch, Fernseher
  • 70 Dezibel: Staubsauger
  • 80 Dezibel: Rasenmäher
  • 100 Dezibel: Kreissäge

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