"Zäsur" im ÖPNV, Bahnhalt und schnelles Netz

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Von Essingen mit dem Bus nach Aalen fahren: Das ist kein Problem. Wer nach Schwäbisch Gmünd will, muss sich allerdings auf eine längere Fahrzeit einstellen.
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Diese Wünsche äußert die Gemeindeverwaltung für die Teilfortschreibung des Nahverkehrsplans. Verwaltung investiert in den Ausbau der Breitbandversorgung und der Gemeinderat legt einen neuen Straßennamen fest.

Essingen. Von einer "knallharten Zäsur" im ÖPNV sprach Bürgermeister Wolfgang Hofer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Er bemängelte, dass zwischen Mögglingen und Essingen kaum ein Bus fährt. "Der Ostalbkreis wird 50 Jahre alt. Es wäre ein Zeichen der Gemeinschaft, wenn die Altkreis-Grenze im ÖPNV nicht mehr spürbar wäre", sagte er. Für die Teilfortschreibung des Nahverkehrsplans, den die Kreisverwaltung erarbeitet, wünschen sich der Schultes und die Gemeinderätinnen und -räte eine bessere Busverbindung von der Remsgemeinde nach Mögglingen bzw. weiter nach Schwäbisch Gmünd. Auch eine bessere Anbindung von Essingen nach Forst steht auf der Wunschliste. Denn wenn der Ausbau der B 29 abgeschlossen ist, sei eine kreuzungsfreie Verbindung zwischen den beiden Orten möglich.

Und: Die Busverbindung von Lauterburg nach Essingen beschränke sich fast ausschließlich auf die Schülerbeförderung, sagte Hofer. Das reiche nicht aus. Gäste des Campingplatzes oder Bewohnerinnen und Bewohner Lauterburgs, die in Essingen einkaufen oder zu Apotheke gehen wollen, sollten eine Möglichkeit haben, mit dem Bus zu fahren, wie Hofer betonte. 

Auch eine Reaktivierung des Bahnhalts Essingen wünscht sich die Gemeindeverwaltung in ihrer Stellungnahme. Der Bahnhof liege verkehrsgünstig an einer Landes- und Bundesstraße, zudem sei die Infrastruktur vor Ort bereits teilweise vorhanden, und durch den vierspurigen Ausbau der B 29 seien zusätzlich Fahrgäste zu erwarten. 

Schnelles Internet: Die Gemeindeverwaltung will den Breitbandausbau vorantreiben und „graue Flecken“, das sind Gebiete mit einer Versorgung von weniger als 100 Mbit/s im Download, entfernen. Ziel ist es, schnelles Netz in unterversorgte Gebiete zu bekommen. 400 bis 420 Gebäude, vor allem in Lauterburg, könnten laut Vorlage von dem Ausbau profitieren. 
Die Gemeindeverwaltung erwartet laut Hofer Zuschüsse von Bund und Land – die Verwaltung müsse bei einem Ausbau 914 000 Euro beisteuern, das gesamte Investitionsvolumen liege bei sechs Millionen.
Der nächste Schritt sei, einen Förderantrag zu stellen, erklärte Hofer. Danach werden die Arbeiten europaweit ausgeschrieben. Etwa zwei Jahre könne es dauern, bis die Bauarbeiten für die Beseitigung der „grauen Flecken“ starten, sagte Markus Gaiss von Geo Data. Übrigens: Am Ausbau der „weißen Flecken“, das sind Gebiete, in denen die Downloadgeschwindigkeit weniger als 30 Mbit/s beträgt, ist die Verwaltung bereits dran. 5,4 Millionen Euro kostet der Ausbau auf Essinger Gemarkung, wie Hofer bilanzierte. Auch für dieses Vorhaben erhält die Verwaltung Zuschüsse.

"Im Schwabenweg kann man sich nur wohlfühlen."

Wolfgang Hofer Bürgermeister

Ein neuer Weg: In der jüngsten Sitzung haben die Gemeinderätinnen und -räte einen Namen für den neuen Stichweg, der vom Galgenweg nach Süden führt, gesucht. Rainer Gräter und Heinz Bohn haben der Verwaltung einige Namen vorgeschlagen. "Die Idee Schwabenweg gefällt uns am besten. Da kann man sich nur wohlfühlen", sagte der Bürgermeister – die Rätinnen und Räte stimmten diesem Vorschlag zu. Da der Weg auf das Herzogtum Schwaben anspielt, soll unter dem Straßenschild eine Tafel mit der Namensbegründung angebracht werden.

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