Ziel: flächendeckend Defis

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Von links nach rechts auf dem Bild: Wolfgang Hofer (Bürgermeister Essingen), Marius Wentz (Koordinator Essinger Defi-Entwicklungsplan), Lea Baumstark (Stellvertretende Bereitschaftsleiterin DRK Essingen), Manuela Heil (LAC Essingen), Helmut Gentner (LAC

„Eriksen-Drama“ war Warnung genug: DRK, TSV & LAC Essingen setzen starkes Defi-Signal: Förderverein Essinger Seniorenbetreuung finanziert drei Lebensretterstationen.

Essingen

Die dramatischen Bilder von der Europameisterschaft aus Kopenhagen schockten nicht nur die Fußball-Welt: Der dänische Nationalspieler Christian Eriksen brach auf dem Platz zusammen – Herzstillstand! Schnelle zupackende Hilfe auf dem Spielfeld und eine rasche Wiederbelebung retteten dem Star das Leben. Die schockierende Mahnung: Auch junge Menschen können dem plötzlichen Herztod zum Opfer fallen wegen bis dahin unerkannten Herzerkrankungen. Christian Eriksen ist Profi-Sportler, galt als top-fit, ist gerade mal 29 Jahre alt. In solchen Fällen wird ein Defibrillator zum wertvollen Zeitgewinner. Vier Minuten bleiben für eine erfolgreiche Reanimation; danach sind irreparable Schäden zu befürchten. Jede Sekunde zählt.

Auf der Rückseite der Essinger Schönbrunnenhalle zwischen Sporthalle und -platz wurde jetzt ein neuer „AED“ stationiert (Stückpreis 2400 Euro). „AED“, das steht für „Automatisierter externer Defibrillator“. Die grüne Box ist beheizt, der „Defi“ damit ganzjährig einsatzfähig - in der Herzkammer des Essinger Sports mit vielen Spielen und Stadionfesten, sonstigen Veranstaltungen und tausenden Besuchern.

Das DRK Essingen hat ein umfangreiches „AED-Konzept“ entwickelt. „Unser Ziel ist eine flächendeckende Abdeckung mit insgesamt elf Defibrillatoren auf Essinger Gemarkung bis 2023“, sagt Projektleiter Marius Wentz vom Roten Kreuz, „weil der Rettungsdienst die vier Minuten oft nicht schaffen kann.“ Außerdem ist eine breite „Defi“-Schulung der Bevölkerung geplant, und zwar an einem großen „Tag der Lebensretter“, gemeinsam durchgeführt mit TSV und LAC Essingen. ür zwei weitere Defis konnte ebenfalls der Fördervereins Essinger Seniorenbetreuung als Sponsor gewonnen werden; „Insgesamt unterstützen wir die zwei weiteren Defis mit rund 7000 Euro, dabei sind auch die beheizte Außenbox und zehn Jahre Wartungskosten mit einkalkuliert“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins, Brigitte Meck. Auch die Standorte sind bereits ausgewählt: Getränke Meyer & Remshalle.

Damit setzt will Essingen ein markantes Zeichen im Kampf gegen den plötzlichen Herztod setzen, der pro Jahr 65 000 Menschen trifft. Bürgermeister Wolfgang Hofer: „Vielen herzlichen Dank an alle ehrenamtlichen Beteiligten und Sponsoren für das Engagement. Der beste Defi ist der, den man nie einsetzen muss. Aber es kann lebenswichtig sein, dass er griffbereit ist.“

Die zusätzlichen „Defi“-Standorte warten noch auf Geldgeber. Wenn jemand das nachhaltige Projekt unterstützen möchte, kann man sich direkt an das DRK Essingen wenden, per Mail über DRK-OV-Essingen@gmx.de - oder telefonisch: 0151 12421386.

1-Spaltig Karte Übersicht Defi-Standorte in Essingen

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