Zwölf Geschichten und ein Bienenstich

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Von oben: Imker Dietmar Wiech begutachtet das SchwäPo-Volk im Bienenschaugarten bei Essingen.
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Zwölf Monate haben wir mit der „Aktion Bienenfreund“ die Tiere begleitet. Mit der Kirschblüte beginnt das Jahr wieder von Neuem. Ein letzter Blick in die Wohnung des SchwäPo-Volks.

Essingen

Vor einem Jahr ist die SchwäPo eingetaucht, eingetaucht in die Welt der Bienen. Über die Jahreszeiten hinweg haben wir die Tiere im Bienenschaugarten bei Essingen besucht. Die Bilanz? Zwölf Geschichten und ein Bienenstich.

„Der Kreis schließt sich“, sagt Imker Dietmar Wiech beim vorerst letzten Besuch. Denn mit Beginn der Kirschblüte erwacht die Natur zu neuem Leben, die Bienen finden Futter und starten mit ihrer Arbeit, der Honigherstellung. An dem eher trüben Tag lassen es die Insekten ruhig angehen. Emsiges Treiben herrscht auf dem Areal nicht, es gleicht einem Supermarktparkplatz kurz vor Ladenschluss.

Imker Dietmar Wiech hat eine kleine Sorgenfalte auf der Stirn. „Wir müssen schauen, ob die SchwäPo-Bienenkönigin noch in ihrem Volk ist“, erklärt er und öffnet die Bienenwohnung. Denn: Die Königin hat noch nicht so viele Eier gelegt. Wiech zieht Rahmen um Rahmen heraus, um nach der Königin Ausschau zu halten. „Gute Nachrichten: Sie ist noch da“, sagt er, während sein Blick prüfend über die Tiere wandert und die Sorgenfalte verschwindet.

Ihren zweiten Geburtstag feiert das Oberhaupt der Bienen in diesem Jahr. Wenn sie Glück hat, erlebt sie noch drei weitere Feste. „Sie ist älter und hat Erfahrung, daher kann es sein, dass sie aufgrund des Wetters weniger Eier legt“, erklärt Wiech.

Denn die vergangenen 14 Tage waren zu kalt. Ein Problem für die Bienen sei das nicht unbedingt. „Wenn es wärmer wird, fehlen kurzzeitig Tiere, doch das regelt die Natur.“ Soll heißen: An einem warmen Tag wird die Königin stärker gefüttert, sie legt mehr Eier, mehr Bienen schlüpfen im Anschluss und das Problem ist gelöst. „Optimal wäre, wenn es einen Tag regnet“, sagt der Imker und schließt die Wohnung des Volks. Dann würden Maja & Co. genügend Futter finden.

Die Futtersuche, ein weiterer Grund für Sorgenfalten. Denn nicht nur im Frühjahr, auch im Sommer sind Blüten Mangelware. „Da Landwirte die Wiesen überall gleichzeitig mähen und die Trockenheit zugenommen hat, gibt es weniger Nahrung für die Tiere“, erklärt der Imker. Umso wichtiger sei es, dass jeder im Garten oder auf dem Balkon Bienen etwas Gutes tut. Dies geht zum Beispiel mit SchwäPo-Blumenkästen, die Gärtnerinnen und Gärtner aus der Region in diesem Jahr zum dritten Mal für Sie bepflanzen – mehr Infos dazu folgen in Kürze.

Und warum, Herr Wiech, schätzen Sie die Bienen? „Ich bewundere es, dass so viele Lebewesen friedlich miteinander leben“, sagt der Imker. „Die Tiere sind etwas Besonderes“ – und mit diesem Satz lassen wir die Insekten in Ruhe ihre Arbeit verrichten.

Ich

Dietmar Wiech, Imker

Kurz und knapp: das Bienen-Einmaleins

Hier erzählt Dietmar Wiech in jeder Folge Wissenswertes rund um die Honigbiene:

20 000 bis 25 000 Bienen leben aktuell in einem Volk. Im Sommer kommt dieses auf eine Stärke von 50 000 bis 60 000 Bienen, 2000 Drohnen und eine Königin. Im Winter leben dort etwa 10 000 Tiere.

Wer Bienen und anderen Insekten etwas Gutes tun will, kann eine Blumenwiese anlegen oder Blumen auf dem Balkon anpflanzen. Die Tiere freuen sich etwa über Glockenblume, Flockenblume, Blaukissen, Distel und Reseda. Lavendel kann nach den Eisheiligen gepflanzt werden. Die Blütezeit reicht bis in den August. Die lilafarbene Blume sieht nicht nur schön aus, sondern duftet auch herrlich.
Zinnien können ab Mai eingepflanzt werden. Diese Blumen locken Edelfalter, Schwalbenschwanz und Tagpfauenauge an.

Von unten: Erst wird etwas Lavendel-Nebel in den Bienenstock gesprüht, dann kann dieser geöffnet werden.
Nah dran: Einige Bienen sind am Flugloch, um ins Innere ihrer Wohnung zu gelangen.
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