Bären: Stiftungshaus ist eingeweiht

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Ein Vermächtnis machte es möglich. Lauchheim freut sich über das neue Stiftungshaus für Soziales und Vereine. Am Sonntag wurde es offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Lauchheim

Es war der letzte Wille des verstorbenen Bärenwirts Hermann Hackspacher, dass sein Traditionsgasthaus nebst umliegendem Areal für einen kommunalen gemeinnützigen Zweck seiner Heimatstadt verwendet werden soll. Lauchheim hat die einmalige Chance ergriffen und etwas Besonderes daraus gemacht. Am Sonntag wurde der "Treffpunkt Bären" als Stiftungshaus für Soziales und Vereine offiziell seiner Bestimmung übergeben.

"Heute ist ein toller Tag", brachte Bürgermeisterin Andrea Schnele bei einem kleinen Festakt ihre Freude zum Ausdruck. Dass sie erleichtert ist, war spürbar. "Alle Mühen haben sich gelohnt", umschreibt sie die viele Arbeit, die es gekostet hat. Schnele erinnert an die Erbschaft vor fünf Jahren und den langen Prozess der Meinungsfindung. "Gute Ergebnisse müssen reifen, sie benötigen Zeit und Raum", sagt sie mit Blick auf den September 2018, als sie schließlich im Gemeinderat das "Haus für Vereine" als Konzept einbrachte. "Der "Treffpunkt Bären" ist mir zur Herzensangelegenheit geworden. Allein die Umsetzung war eine große Herausforderung und ein enormer Kraftakt."

Als ein Erfolgsmodell bezeichnet Landrat Dr. Joachim Bläse den Treffpunkt. Ihn fasziniert das soziale Miteinander, bei dem Klassisches auf Neues, Jung auf Alt oder Länder und Kulturen aufeinander treffen. "Die Stadt Lauchheim ist ein Zukunftsort mit Vorbildcharakter", zollt er den Machern seinen Respekt. "Aktuelle Themen angehen und Akzente setzen – dafür braucht es Motoren". Würde es eine Kreismedaille geben, so hätte er sie längst an Bürgermeisterin Andrea Schnele verliehen.

Grußworte gibt es auch von den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (CDU), Leni Breymaier (SPD) und Margit Stumpp (Grüne). Dagegen dankt der beauftragte Architekt Matthias Schmid dafür, dass notwendige Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen wurden. Den kirchlichen Segen für das Stiftungshaus erteilt Pfarrer Dr. Pius Adiele.

Ich bin gespannt, was sich daraus noch alles entwickelt.

Andrea Schnele Bürgermeisterin Lauchheim

Ob das Ergebnis dem ehemaligen Bärenwirt wohl gefallen hätte? Als Testamentsvollstrecker erinnert Robert Jakob an Hermann Hackspacher, der am 19. Oktober 2015 verstorben ist. "Er war ein geradliniger, etwas kantiger Wirt, der mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hielt. Aber auch ein Mensch mit großer Bescheidenheit, der nicht so viel Aufsehen um seine Person machte." Jakob ist sich sicher: "Hermann hätte es sehr gefreut, was aus seinem Anwesen geworden ist." Und um es mit Hackspachers Worten zu sagen: "Isch scho recht gworra."

Jakob erinnert aber auch, wie die Verwirklichung des Projekts "Treffpunkt Bären" wegen der testamentarisch festgelegten Fünf-Jahres-Frist zu einer Herkulesarbeit wurde. "Wer weiß, wo wir heute stehen würden, wenn Bürgermeisterin Andrea Schnele sich nicht so vehement für das Projekt eingesetzt hätte." Der mit Spannung erwartete Satz folgt zum Schluss: "Hiermit bestätige ich im Namen der Testamentsvollstrecker, dass die Stadt Lauchheim den kommunal gemeinnützigen Zweck realisiert und somit das Vermächtnis erfüllt hat." "Ein Hoch auf das was vor uns liegt", singt passend dazu ein Elternchor. So wie sich Bürgermeisterin Andrea Schnele im Gespräch mit unserer Zeitung äußert: "Die Basis ist nun gelegt. Ich bin gespannt, was sich daraus noch alles entwickelt."

Corona machte die große Eröffnung zu einer kleinen Feier. Die Bevölkerung soll deshalb im Jahr 2021 bei einem "Tag der offenen Tür" Gelegenheit bekommen, das Stiftungshaus zu besichtigen.

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