Bald grasen Wisente bei Neresheim

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Auf dem Härtsfeld bei Neresheim sollen zunächst fünf bis sieben Wisente heimisch werden. Das Pilotprojekt ist bisher einzigartig in Baden-Württemberg.
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Die zwei Härtsfeld-Kommunen Nattheim und Neresheim planen ein Weideprojekt auf 35 Hektar mit dem größten Landlebewesen Europas.

Neresheim

Wisente auf dem Härtsfeld? Ein Bild, an das man sich erst noch gewöhnen muss. Aber den Weg dafür hat jetzt der Neresheimer Gemeinderat frei gemacht. Auf über 35 Hektar soll ein in Baden-Württemberg einzigartiges Projekt umgesetzt werden. „Damit kehrt das Wisent als größtes Landlebewesen in Europa aufs Härtsfeld zurück“, freut sich Bürgermeister Thomas Häfele. Der Neresheimer Schultes ist der Initiator des außergewöhnlichen Projekts.

Vorteile: Die großen Wacholderheideflächen und die alten Buchenwälder südlich der Härtsfeldmetropole seien die ideale Landschaft für das Pilotprojekt. Diese Landschaft werde durch die Beweidung mit dem Wisent noch artenreicher und vielfältiger, sagt das Stadtoberhaupt mit Blick auf das Thema Biodiversität. Die Insektenvielfalt nehme zu, ebenso wie der Bestand von zahlreichen Pflanzen. Häfele spricht von einem Leuchtturmprojekt mit fünf bis sieben Tieren zum Beginn. „Damit leisten wir einen Beitrag zum Erhalt des Genpools der Wisente.“ Deshalb wolle man möglicherweise auch am Auswilderungsprojekt des WWF im Kaukasus oder in Polen teilnehmen.

Infrastruktur: Zunächst gelte es allerdings, die Infrastruktur zu schaffen. Das Wichtigste und Teuerste sei der Weidezaun um das 35-Hektar-Areal. Zudem müsse man für Strom (für den Zaun) und Wasser sorgen. Angebunden sei das Gelände im Bereich Zwing/Buchhalde an die Schättere bei der Steinmühle.

Tourismus: Häfele nennt das Projekt auch einen wichtigen Beitrag zum sanften Tourismus. Dem schließt sich Landrat Dr. Joachim Bläse an: „Dieses spannende Projekt mit den urwüchsigen Tieren stellt sowohl in ökologischer als auch touristischer Hinsicht ein weiteres Highlight für die Ostalblandschaft dar.“

Kosten: Die 350 000 Euro Gesamtkosten subventioniert das Land mit 90 Prozent. Nattheim und Neresheim teilen sich die verbleibenden 35 000 Euro.

Das Wisent und

Der Wisent oder europäischer Bison ist eine Rinderart, die bis vor rund 500 Jahren in Deutschland und insbesondere auf dem Härtsfeld beheimatet war. Dann wurde die Art jedoch durch Jagd vollständig ausgerottet.

In Deutschland leben mittlerweile wieder Wisente in einigen großen Freigehegen, wie in Springe bei Hannover und im Donauried bei Neuburg. Alle heute lebenden Wisente stammen von zwölf in Zoos und Tiergehegen gehaltenen Wisenten ab.

Typische Herden umfassen 12 bis 20 Tiere und bestehen aus Kühen und Jungtieren. Geschlechtsreife Bullen halten sich nur während der Brunftzeit bei den Herden auf. Fürs Härtsfeld sind fünf bis sieben Tiere geplant.

Die geplante Wisentweide Härtsfeld bei Auernheim. Grafik: bo

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