Hier schmeckt's: Das Weiße Rössle in Brastelburg

Butterzartes Rumpsteak und frisch gepresste Spätzle

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Drei Generationen der Familie Brenner an einem Tisch im Weißen Rössle in Brastelburg. V.l.: Johanna Brenner, Hartmut Brenner, Marianne Brenner, Jannis Brenner und Marco Brenner.
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Im "Weißen Rössle" in Brastelburg lebt Familie Brenner die Gastronomie mit Herz. Wie sich die Gastwirtschaft in 119 Jahren entwickelt hat und was geblieben ist.

Aalen-Brastelburg. Wer die gastronomische Philosophie von Hartmut Brenner erleben möchte, der bittet ihn auf ein Glas an seinen Tisch. Lange hält es Brenner indes nicht auf dem Stuhl. Jeden Gast, der sein Restaurant betritt, begrüßt der Chef des „Weißen Rössle“ nämlich persönlich. „Gastronomie mit Herz“ heißt sein Konzept. Und das macht aus der geografischen 1D-Lage des Restaurants eine menschliche 1A-Lage.

Man muss die Gastwirtschaft schon finden wollen. Wer von der Landstraße L1080 die Einfahrt in die Ettenbergstraße verpasst, hat das Nachsehen. Aber gerade das „gefunden werden wollen“ ist für eine Gastwirtschaft das schönste Lob. Gegessen und getrunken wird an der Adresse Ettenbergstraße 21 seit 119 Jahren. Es begann als klassische Vesperwirtschaft. Kartoffelsalat, Wurstsalat … diese Gerichte stehen auch heute noch auf der Karte, längst ist die Speisekarte aber gewachsen, auch um vegetarische Gerichte.

Vegetarische Gerichte auf der Speisekarte

Wenn Hartmut Brenner das Gesicht des „Weißen Rössle“ ist, sind Ehefrau Marianne und Sohn Marco der Geschmack. Die beiden wirbeln am Herd. Gekocht wird mit regionalen Zutaten. Eier aus Ebnat, Rinder vom Härtsfeld, das Bier aus Wasseralfingen. Auf den Tischen stehen grundsätzlich echte Blumen in den Vasen, die holt Sohn Jörg an jedem Öffnungstag. Jörg ist irgendwie auch das Gesicht des Rössle, denn der Werbefachmann sorgt unter anderem für Bilder in den sozialen Medien und auf der Homepage.

Aus der Tüte kommt im Rössle nichts. „Meine Frau drückt jährlich schon einige Tonnen Spätzle“, hat Hartmut Brenner einmal ausgerechnet. Beim Fleischeinkauf schaut die Köchin ganz genau hin. „Jedes Stück ist quasi handverlesen“, sagt ihr Mann und lacht. Das Rindersteak Parma, umwickelt mit Parmaschinken, ist butterzart. Beim Kalbsrahmbraten zieht der Gast immer wieder die Gabel über den Teller, um den letzten Tropfen der Soße zu erhaschen.

Aufladestationen für E-Bikes

Viel Chichi gibt es im Innenraum nicht, dafür viel Holz. Das passt zu Brastelburg. Moderner wird es im Wintergarten. Offenes Feuer, ein zu öffnendes Dach, um bei gutem Wetter Sonne, Mond und Sterne sehen zu können. Da das Restaurant mit angeschlossenen fünf Zimmern direkt am Kocher-Jagst-Radweg liegt, hat Brenner inzwischen auch eine gesicherte Fahrradgarage nebst Anschlüssen für E-Bikes. Wer mit etwas größerem Gepäck reist, aber eine Radtour mit Übernachtung genießen will, kann sich die Koffer von einem Hotel zum anderen bringen lassen. Unter anderem gibt es diese Zusammenarbeit mit Gastronomen in Bopfingen und Heubach.

Hartmut Brenner hat den Schritt in die Gastronomie nie bereut. Seit 1998 ist der gelernte Schriftsetzer nun Vollzeit Gastwirt. So viel hat er in dieser Zeit erlebt. Den 100. Geburtstag der Wirtschaft hat er 2003 groß gefeiert. Mehr als 2000 Gäste kamen. Schlagersänger Tommy Steiner (Die Fischer von San Juan, gebürtiger Aalener und jahrelang Nachbar vom Rössle) war auch unter den Gästen und sang. „Es gibt so viel zu erzählen“, sagt Hartmut Brenner. Dann kommt ein Knirps in die Gastwirtschaft. „Oh, das ist mein Freund Vincent, dem muss ich Hallo sagen.“ Dem Jungen geht das Herz auf, als er Hartmut sieht. Das Rössle-Konzept ist wieder aufgegangen.

 

Was die Gäste wissen müssen:

Besonders beliebt: Der Zwiebelrostbraten mit Spätzle.

Das Schmankerl: Wurstsalat in allen Variationen (ab 7,50 Euro). Zu finden auf der Vesperkarte und der Brastel-Burger.

Das günstigste Gericht: Toast-Hawai zu 6,90 Euro.

Das teuerste Gericht: Rindersteak Parma mit Pommes und Salat zu 23,20 Euro.

Sitzplätze: 97 im Gastraum und 36 im überdachten Wintergarten sowie fünf Fremdenzimmer.

Öffnungszeiten: Montags, dienstags Ruhetag. An allen anderen Tagen von 11 bis 14 Uhr und von 17 bis 23 Uhr.

Lage: Direkt am Kocher-Jagst-Radweg gelegen. Fahrradgarage für E-Bikes mit Lademöglichkeit.

Im Weissen Rößle in Brastelburg werden die Spätzle von der Chefin Marianne Brenner selbst gemacht.
Jannis hilft Papa Marco beim Gurkensalat.

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