Die Itzlinger Störche sind geschlüpft

  • Weitere
    schließen
+
Mit der Drohne kann Ornithologe Stefan Gerner ins Nest blicken und fotografieren. Zum ersten Mal seit über 100 Jahren wurden wieder Störche im Bopfinger Stadtgebiet geboren.

Zum ersten Mal seit über 100 Jahren gibt es im Bopfinger Stadtgebiet wieder Jungstörche. Die Eltern haben das Nest an einem besonderen Ort gebaut.

Bopfingen-Itzlingen

Nein, sie will es zuerst nicht verraten, die Storchendame Mary in Itzlingen. Die Frage, die Stefan Gerner gerade umtreibt ist, sind Küken geschlüpft oder nicht. Eier im Nest konnte der Ornithologe bereits sehen, als er vor einigen Wochen eine Drohne aufsteigen ließ.

Da saß Mary, wie die Storchendame in Itzlingen liebevoll genannt wird, in ihrem Nest. Durch die Drohne ließ sie sich kurz dazu verleiten aufzustehen und ihre gelegten Eier zu zeigen. Bereits im Juni 2019 begann auf einem Masten der EnBw/ODR ein Storch sein Nest zu bauen. Ende August des vergangenen Jahres zog er dann davon. Im März dieses Jahres kam er wieder mit Anhang.

Stefan Gerner kennt einige Daten über Harry, wie der männliche Storch in Itzlingen genannt wird. Er wurde vermutlich 2015 in Sachsen-Anhalt beringt. 318 Kilometer ist er im Bopfinger Teilort von seinem Geburtsnest entfernt. Vor zwei Wochen war dann der erste Drohnenflug, bei dem die Eier entdeckt wurden. Nun war der zweite Drohnenflug in der Hoffnung Küken vorzufinden. Doch Mary blieb in ihrem Nest sitzen und rührte sich nicht. Damit konnte kein Blick ins Nest geworfen werden. "Vielleicht will sie die Jungen beschützten," vermutete Otto Hahn. Der Bopfinger "Storchenvater" war nach Itzlingen gekommen, um dem Ereignis beizuwohnen.

Hahn hat zahlreiche Filme und Bücher über dieses Thema veröffentlicht. Anfang der 1970 Jahre hatte er selbst einen "Storch mit Familienanschluss". Addi wohnte und lebte bei der Familie in Bopfingen. Bopfingens Bürgermeister Dr. Gunter Bühler freute sich. "Der letzte nachgewiesene in Bopfingen geborene Storch stammt aus dem Jahr 1900", hat er zum Thema nachgeforscht.

Der letzte nachgewiesene in Bopfingen geborene Storch stammt aus dem Jahr 1900.

Gunter Bühler Bürgermeister Bopfingen

Da der Storch auf einem Ständer der Firma EnBW sein Nest gebaut hat und in Itzlingen die Stromleitungen zukünftig unterirdisch verlegt werden, stellte sich die Frage, was passiert mit dem Ständer. Sebastian Maier, Vorstand der EnBW/ODR, der ebenfalls nach Itzlingen gekommen war, versprach den Ständer stehen zu lassen. "Der Storch weiß, was gut ist, er hat sich den neuesten Stromständer ausgesucht," scherzte er.

Im Herbst sollen die Kabel abgebaut werden, dann wird der Holzständer um einige wenige Meter versetzt, so können Harry und Mary nächstes Jahr wiederkommen. Maier betonte, dass es zur Philosophie der EnBW/ODR gehöre, umweltfreundlich zu sein und deshalb selbstverständlich alles unternommen werde, um den Störchen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Es wurden bereits einige der abgehenden Leitung zum Schutz des Nestes isoliert.

Dann gegen später an diesem Tag, versucht Stefan Gerner es nochmal. Und siehe da, Mary steht auf und gibt den Blick auf ihre Küken frei. Die ersten Jungstörche, seit über 100 Jahren, sind in Bopfingen geboren.

Zurück zur Übersicht: Härtsfeld

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL