Dorfmerkingen: Diskussion um Bauplatzpreise

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Wie teuer sollen die städtischen Bauplätze im Baugebiet Sandgrube III in Dorfmerkingen werden?
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Wie teuer sollen Grundstücke in Dorfmerkingen werden? Neresheims Gemeinderat votiert für einen Kosten-Puffer in Zeiten steigender Baupreise.

Neresheim-Dorfmerkingen. Wie teuer sollen die städtischen Bauplätze im Baugebiet Sandgrube III in Dorfmerkingen werden? Soll die Stadt beim Verkauf einen kostendeckenden Preis nehmen? Oder ist angesichts der Preissteigerungen im Bausektor ein Risikoaufschlag angemessen? Fast eine Stunde lang hat der Gemeinderat Neresheim am Montagabend darüber diskutiert. 

Die Sitzungsvorlage der Verwaltung listete die Kalkulation der Erschließungskosten, des Wasser- und Abwasserbeitrags sowie den Quadratmeterpreis für das Bauland auf. In der Summe: umgerechnet knapp 132 Euro je Quadratmeter für Einfamilienhaus-Grundstücke. Dieser Preis sei „kostendeckend“ kalkuliert und beinhalte „keinen Gewinn“ für die Stadt, hieß es. Bei einer Verkaufsfläche von rund 11.000 Quadratmetern würde Sandgrube III also rund 1,46 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen. Wegen der unsicheren wirtschaftlichen Situation mit steigenden Preisen, zum Beispiel bei der Erschließung, hatte der Verwaltungs- und Finanzausschuss allerdings am 30. Mai empfohlen, einen Preis-Puffer mit einzuberechnen. Unterm Strich: 140 Euro je Quadratmeter für Einfamilienhausgrundstücke.

Transparenz gefordert

Dorfmerkingens Ortsvorsteher Joachim Schicketanz (SPD) protestierte: 140 Euro seien „schlecht vertretbar“. Das Bebauungsplanverfahren ziehe sich schon einige Zeit hin, in der Zeit seien die Baukosten bereits gestiegen, nun dürfe man Bauwillige nicht zusätzlich benachteiligen. Sein Vorschlag: bei 131 Euro bleiben in diesem Jahr, und ab 2023 gegebenenfalls erhöhen. Raphael Keim (Grüne) widersprach: Der Aufschlag sei „moderat“, „gerechtfertigt“ und „eine Art Puffer für die Stadt in der allgemeinen Situation“. Dass dieser Puffer durchaus gebraucht werden könnte, bestätigte Eva-Maria Ramsperger, Leiterin des Stadtbauamtes: Das Bundesbauministerium habe Unternehmen eine sogenannte Stoffpreisklausel eingeräumt. Angesichts erheblich schwankender Preise für Asphalt, Stahl und anderem könnten die Betriebe Preissteigerungen so auch nach Vertragsabschluss weitergeben. Ortsvorsteher Schicketanz setzte nach: Preissteigerungen müssten transparent und nachvollziehbar sein, im Baugebiet Sandgrube II habe man Grundstücke noch viel günstiger verkauft. Warum also nicht Preisanpassungen jeweils nach dem allgemeinen Index?, schlug er sinngemäß vor.

Dr. Sarah Mailänder-Grupp (CDU) und ihr Fraktionskollege Martin Grupp hielten das für wenig praktikabel: „Eine dauernde Nachkalkulation ist ein Riesenverwaltungsakt!“ Bauplatzpreise verschiedener Orte zu vergleichen hielt Catherin Stoll (CDU) für „schwierig“. Waltraud Brenner (Freie Wähler) regte an, einen „Mittelweg“ zu finden. Anfreunden konnten sich die Gemeinderäte dann mit dem Vorschlag Mailänder-Grupps, „auf den nächsthöheren Fünfer“, also auf 135 Euro zu gehen. Nikolaus Rupp befand, die geforderte Transparenz sei durch den kalkulierten Preis gegeben, aber ein Risikoaufschlag sei gerechtfertigt. Einstimmig, bei zwei Enthaltungen, setzte der Gemeinderat den Preis für Einfamilienhausgrundstücke auf 135 Euro je Quadratmeter fest. 

Kurz diskutiert wurde, den angesetzten Preis von 170 Euro für Mehrfamilienhausgrundstücke ebenfalls zu erhöhen. Auf diesen Grundstücken sind jeweils mindestens sechs Wohneinheiten vorgeschrieben. Nikolaus Rupp war klar dagegen: „Hier schafft jemand mehr Wohnraum bei proportional weniger Flächenverbrauch. Sollen wir den extra bestrafen?“ Einstimmig votierte der Gemeinderat dafür, den Quadratmeterpreis auf 170 Euro festzusetzen.

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