Ein Dorf erfüllt einen Herzenswunsch

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Carmen Schill (l.) und Josef Schill (r.) haben eine erfolgreiche Aktion für eine in Dorfmerkingen lebende algerische Familie losgetreten.
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Ganz Dorfmerkingen ist in Bewegung gesetzt worden, um der algerischen Familie Bouhadi einen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Was dahinter steckt.

Neresheim-Dorfmerkingen

Es gibt nur strahlende Gesichter im Sportheim der Sportfreunde Dorfmerkingen. Ergebnis einer beispielhaften Aktion, in die das ganze Dorf und der Verein eingebunden waren. Carmen Schill und der zweite Vorsitzende des SF-Fördervereins, Josef Schill, waren die Strippenzieher für die Aktion.

Seit etwa sechs Jahren lebt das algerische Ehepaar Titisse und Meriam Bouhadi mit ihren Kindern Riam, Mohammed und Adam in Dorfmerkingen. Sie kamen aus Algerien und leben hier im Status der Duldung. Das jüngste Kind wurde in Dorfmerkingen geboren. „Ein Paradebeispiel für gelungene Integration, das möchte ich unterstreichen“, erzählt Josef Schill. „Fleißige Leute, die hier in Dorfmerkingen in der Dorfgemeinschaft und im Verein fest eingebunden sind“, fügt Carmen Schill hinzu.

Eltern und Kinder haben die deutsche Sprache schnell gelernt. Vater Titisse arbeitet bei der Firma Röser und ist ehrenamtlich den Sportfreunden sehr verbunden, ein Sohn spielt in der F-Jugend von SF Dorfmerkingen. Carmen Schill hatte ständigen Kontakt mit der Familie und herausgehört, dass die Kinder den Herzenswunsch haben, die in Algerien wohnenden Großeltern in Dorfmerkingen empfangen zu dürfen. Meriam Bouhadi hatte ihr das „gesteckt“, einfach so, ohne große Erwartungen.

An einem Tag im Dezember steht das Ehepaar Bouhadi mit seinen Kindern vorm Sportheim und ist ganz gespannt, was da überhaupt ablaufen soll. „Sie wissen überhaupt nichts von unserer Spendenaktion“, erzählt Josef Schill. „Binnen einer Woche war die Aktion eingetütet“, freut sich Carmen Schill, die von Haus zu Haus ging und Spenden sammelte für die Flugtickets. Sie nahm Kontakt auf mit der Botschaft und leitete die notwendigen Schritte für die Beantragung des Visums ein.

„Wir danken für die Welle einer wunderbaren Hilfsbereitschaft“, blickt Josef Schill zurück. Er machte den Förderverein mobil, eine gelungene Mund-zu-Mund-Propaganda kam in Gang. Am Ende hatte der Förderverein 2365 Euro zusammenbekommen und Carmen Schill konnte sich über 1000 Euro Spendengelder freuen. „Ein herzliches Vergelt's Gott den Bürgern von Dorfmerkingen und den Mitgliedern des Musikvereins“, sagt sie. Als Carmen Schill ihre Rede hält und den Bouhadis die Spendenschecks zeigt, kullern Freudentränen. „Wunderbar und schön“, sagt der Familienvater zur weihnachtlichen Überraschung und er fügt hinzu: „Wir sind über den Zusammenhalt glücklich.“ Für jedes Familienmitglied liegen auch noch Geschenke auf dem Gabentisch. Das Wichtigste: Es wird nur noch Tage dauern, bis Oma und Opa in die Arme geschlossen werden können.

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