In Dorfmerkingen sind alle glücklich unter einem Dach

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Das alte Schulgebäude wurde entkernt und im Süden mit einem Anbau versehen. Was kaum einer weiß: Die Gebäude stehen auf Pfählen, weil drunter ein Grundwassersee ist.

Wie ein Vorzeigeprojekt in Sachen Kultur, Bildung und Zusammenhalt entstanden ist.

Neresheim-Dorfmerkingen. Haushaltsplanungen 2011. Die Situation im Neresheimer Teilort: Das alte Rathaus marode. Das Schulgebäude: 50 Jahre auf dem Buckel. Die vielen Vereine händeringend auf der Suche nach Räumen und der Kindergarten auch nicht mehr der Neuste.

Die Idee, die im Ortschaftsrat dann reifte, war so genial, wie die Ausführung jetzt gut gelungen ist: In den folgenden neun Jahren entstand aus dem Kern des alten Grundschulgebäudes für rund 1,5 Millionen Euro ein hochmodernes "Gemeinbedarfsgebäude", dessen Name Programm ist.

"Wir sind überglücklich, dass es so geworden ist. Es war viel Beharrlichkeit notwendig, weil es viele berechtigte Hinderungsgründe gab. Aber die Unterstützung von allen Seiten und die Zusammenarbeit aller war einfach nur überragend", fassen Gerhard Hügler und Joachim Schicktetanz zusammen, die beiden Ortsvorsteher im Realisierungszeitraum. Was sie aber noch besonders hervorheben: "Ohne die Arbeit und die hervorragende Bauleitung von Stadtbaumeister Bernd Wengert wäre vieles nicht möglich gewesen."

So sieht es jetzt aus: Im Erdgeschoss des hochmodernen Gebäudes ist grade der Kindergarten mit zwei Gruppen in Vorzeigeräume eingezogen. Auf der gleichen Ebene ist auch viel Platz für Ortschaftsrat und Verwaltung. Im Obergeschoss hat die Grundschule drei große, moderne Klassenräume und in den ebenfalls großen und hellen Kellerräumen gibt es ganz viel Platz für die Vereine. "Jetzt haben wir Leben drin von früh um sieben bis spät in die Nacht", freut sich der Stadtbaumeister.

"Wir haben viel, viel mehr getan als notwendig ist", erläutert Bernd Wengert dann bei einem Rundgang und was er meint, wird schnell klar. Feuerschutz-, Sicherheits- und energetische Forderungen werden teils weit übertroffen. Die technischen Standards sind auf hohem Niveau. Schallschutzdecken und einheitliche LED-Beleuchtung überall. Ein hochmodernes Schließsystem und vieles mehr. Außerdem wurden mit "Bordmitteln" wie Wengert es nennt, auch vieles geschaffen, was im geringen Etat eigentlich nicht "drin" wäre. So machte etwa der Maler aus alten Schultafeln moderne Farbelemente.

Bernd Wengert ist jetzt ganz in seinem Element: "Wer weiß schon, dass das Gebäude auf Pfählen steht? Darunter ist ein ganzer Grundwassersee", lacht er und erläutert dann die Ausführung des neuen Anbaus an der Südseite des alten Schulgebäudes. Das musste natürlich auch auf Pfähle und dazu wurde die Grundplatte ein Stück unter das alte Gebäude gezogen, damit es später keine Risse gibt.

Fazit: Akribisch durchdacht ist alles im neuen "Gemeinbedarfsgebäude" und mit viel Liebe zum Detail ausgeführt bis hin richtigen Abfließen des Wassers bei Starkregen vom benachbarten Parkplatz der Festhalle. Jetzt wird im Herbst noch der große Außenbereich des Kindergartens begrünt. Dann ist alles fertig.

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