Ebnat will 100 Bauplätze

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19 Bauplätze werden Ende 2020 in Ebnat nach sehr langer Verfahrenszeit zur Verfügung stehen. Aus Sicht des Ortschaftsrates sind das rund 100 zu wenig, so groß sei das Interesse.

Wie die Ebnater Räte wegen des Baugebietes "Krautgarten/Birkenmahd II" eine alte Rechnung mit der Stadt neu aufmachen.

Aalen-Ebnat

Viel Sicherheitsabstand gab es ja schon zwischen den Räten bei der ersten Sitzung in Coronazeiten, diesmal nicht im Foyer, sondern in der Jurahalle. Doch eine wahre Kluft schien sich dann vor allem aufzutun zwischen Ortsvorsteher Manfred Traub und Uwe Grieser auf der einen und Aalens Bau- und Erstem Bürgermeister Wolfgang Steidle auf der anderen Seite. Anlass war Punkt 2 der Tagesordnung "Information zur Interessenliste zum Baugebiet "Krautgarten/Birkenmahd II" in Ebnat. Wie berichtet hatte Uwe Grieser in diesem Zusammenhang ein Sechs-Fragen-Papier eingebracht und dessen Beantwortung durch die Stadt stand jetzt an.

Geklärt werden sollte unter anderem die Anzahl vorliegender Bewerber für einen Bauplatz und die Anzahl bereitstehender Bauplätze durch die Stadt in Ebnat. Auch, wie viele Bewerber von der Liste keinen Bauplatz in Ebnat bekommen und wie die Stadt vorgeht, um die Nachfrage zu befriedigen, wo in Ebnat Bauplätze entstehen werden und wie mit Bewerbern kommuniziert wird, die aktuell keinen Bauplatz bekommen. Also wahrlich viel Zündstoff.

Das ist die Ausgangslage

Zu den Fakten: 19 Bauplätze werden Ende 2020 mit dem ersten Teilabschnitt im "Krautgarten/Birkenmahd II" zur Verfügung stehen. 12 davon für Einzelhäuser, vier für Doppelhäuser, zwei Mehrfamilienhäuser und ein Grundstück im Mischgebiet. Dafür gibt es laut Stadt momentan 121 Interessenten auf der Liste. Hier die Krux: "Das sind aber noch keine Bewerber. Das zeigt nicht den konkreten Bedarf", stellt Steidle klar und erläutert, dass nicht wenige auch auf anderen, teils sogar auf so gut wie allen Interessentenlisten für Baugrundstücke der Stadt zu finden sind. Soll heißen: Wie viele Interessenten sind dann auch tatsächlich mal konkret bauwillige und -fähige Bewerber?

Auch verweist Steidle auf die immer schwieriger und langwieriger werdenden Verfahren und den großen Aufwand. Auch eventuelle Relativierungen durch die Coronakrise spricht der Bürgermeister an.

Große Not der Bauwilligen

Das heißt doch wieder nur warten, warten, warten!

Uwe Grieser Ortschaftsrat

"Das große Interesse beweist doch die Not, in der bei uns die Bauwilligen sind", grätscht Manfred Traub dazwischen. Aus Sicht der Ebnater stellt Uwe Grieser dann die einfache Rechnung auf: "121 Interessenten minus 19 Bauplätze im Krautgarten minus fünf Bauplätze aus Umlegungsverfahren heißt ganz klar: 97 Interessenten haben von vorneherein keine Chance in Ebnat".

Im Zusammenhang mit neuen Baugebieten verweist der Baubürgermeister dann noch auf die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes für immerhin sechs "Potenzialflächen" in Ebnat.

"Das heißt doch nur wieder warten, warten, warten", sind sich da aber die Ebnater angesichts dieser Endlosverfahren mit Uwe Grieser einig.

Eine Art unendlicher Geschichte also, doch eines gibt sicher auch zu denken: Steidle verweist auch auf "63 Wohnbaulücken und 30 Mischbaulücken", die es momentan in Ebnat gibt. "Aber welcher Schwabe verkauft schon Baugrund in Null-Zins-Zeiten", kommentiert der Bürgermeister die Situation.

Soll heißen, die Verkaufsbereitschaft ist äußerst gering und erfordert hohen Arbeits- und Kommunikationsaufwand von der Stadt, der kaum geleistet werden kann.

"Das sind aber doch nur theoretische Zahlen", kommentiert der Ortsvorsteher diese Ausführung. Fortsetzung folgt ganz sicher.

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