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"Bei der Steingrube" (links hinter den Bäumen) und entlang der L 1084 zum Autobahnzubringer entsteht in den nächsten Jahren durch Aufschüttung ein neu modelliertes Natur-Erlebnisgebiet.

Wie die Stadt Aalen ein kleines Naherholungsgebiet "bei der Steingrube" schaffen will.

Aalen-Ebnat. Hinter der Landschaftsentwicklung "bei der Steingrube" in Ebnat steckt die Regenerierung eines Kleinods in Sachen Naturschutz, verbunden mit einer Verschönerung der erweiterten Ortseinfahrt von Waldhausen her kommend. Mit diesem Thema befasste sich der Ebnater Ortschaftsrat in seiner jüngsten Sitzung.

Dort, "bei der Steingrube", wurden bereits in den Jahren zwischen 1975 und 2001 die beiden ehemaligen Steinbrüche mit Aushub verfüllt. Seit 2008 nutzt die Naturschutzgruppe Vorderes Härtsfeld hier unter anderem einen umgebauten Maschinenschuppen für die Naturschutzarbeit. Auch im weiteren Umfeld westlich und ostwärts mäht die Naturschutzgruppe Wiesen, die sich auf dem ehemaligen Auffüllgelände als "magere FFH-Flachland-Mähwiesen" entwickelt haben. Somit habe das Gelände heute schon einen naturschutzfachlichen Wert, heißt es in der Sitzungsvorlage der Stadt.

Das westlich und nördlich liegend Grundstück entlang der Landesstraße 1084 Richtung Elchingen gehört der Stadt und soll jetzt im Zuge einer weiteren Auffüllung mit natürlichen Böden (Aushub) ebenfalls aufgewertet werden. Das Ziel dieser Aufwertung beschreibt Landschaftarchitekt Andreas Walter aus Westhausen folgendermaßen: "eine ökologische Aufwertung, prägnante Landschaftsgestaltung und Schaffung eines neuen öffentlichen Freiraumes zum Naturerlebnis." Dabei soll sich die neue Landschaftsgestaltung an vorhandenen Landschaftsstrukturen des Vorderen Härtsfelds orientieren. Die Rede ist von sanft modulierten Hängen unter anderem mit Steinriegeln als Eidechsen-Lebensraum und entsprechenden Heckenstrukturen als Lebensräume für Vögel und Kleintiere. Dazwischen Magerwiesen, ergänzt durch eine Hüle (ein meist künstlich angelegtes Kleingewässer, Anm. d. Red.) für die Sammlung von anfallendem Oberflächenwasser, in dem sich gleichzeitig Amphibien tummeln können. Höhepunkt der Gestaltung ist ein runder Aussichtshügel mit einem Kranz aus Birnbäumen und einer Sitzmöglichkeit aus Steinquadern.

"Das wird aber kein künstlicher Ipf", stellt Bürgermeister Wolfgang Steidle die Dimensionen klar. Weitere Ergänzungen wie etwa Informationstafeln – eventuell sogar zur Geschichte Ebnats und des Härtsfelds– sind angedacht und weitere Ideen gerne gesehen. Hierbei und auch bei der späteren Weiterentwicklung und Pflege des Gebietes soll die Naturschutzgruppe intensiv eingebunden werden.

Das Projekt soll nach und nach über mehrere Jahre realisiert werden. Insgesamt werden rund 80 000 Kubikmeter natürliche Erdmassen aus dem Stadtgebiet Aalen eingebaut. Die Bauzufahrt soll im Westen nördlich der FFH-Flächen liegen.

Die Beschlussfassung über Planung und Finanzierungsmodell fiel von Seiten des Ortschaftsrates einstimmig aus. Allerdings nicht ohne drei Punkte, die die Räte um Ortsvorsteher Manfred Traub im Sinne Ebnats ergänzt haben wollten: Die Auffüllung eines Lärmschutzwalles entlang der Nordumfahrung im Bereich der Baugebiete, dem Ortschaftsrat soll über den Stand der Auffüllung berichtet werden. Und: Wenn 90 Prozent aufgefüllt sind, hat der Aushub aus dem Bereich Ebnat Vorrang.

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