Erweiterung für Zeiss mitgedacht

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Gewerbefläche für Zeiss, entlang der B29a bei Ebnat. Foto: Giers, Oliver
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Im Ortschaftsrat Ebnat geht es nicht nur um die geplante Ansiedlung des Unternehmens. Verwaltung und Räte denken bereits an eine mögliche Erweiterung hin zur Autobahn.

Aalen-Ebnat

Wie sich der Ort in Zukunft entwickeln kann, hat der Ortschaftsrat Ebnat diskutiert. Wie der Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden kann, wird derzeit in den Ortschaftsräten und im Gemeinderat beraten. Die Entscheidung trifft der Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Aalen, Essingen, Hüttlingen. Ziel ist es, die Entscheidung noch vor der Kommunalwahl im Frühjahr 2024 zu treffen. Im Flächennutzungsplan sind Flächen enthalten, die die Stadt und die Gemeinden später zu Bau- oder zu Gewerbegebieten entwickeln können.

Gewerbegebiete: Für Ebnat hat die Verwaltung ihren Vorschlag überdacht. Denn inzwischen ist klar, dass die Firma Zeiss dort eine Niederlassung für 2000 Mitarbeitende bauen möchte, nämlich im Gewerbepark Aalen-Ebnat A7 (G14 in der Karte). Zusätzlich schlägt die Verwaltung nun vor, im Osten im Anschluss an das Gebiet bis zur Autobahn, eine weitere Fläche (G7 in der Karte) vorzuhalten. „Schaufenster zur A7“, nannte Andreas Steidel vom Stadtplanungsamt sie auch. Es klang durch, dass man dort eine künftige Erweiterung des Zeiss-Standorts gleich mitdenkt. Das ursprünglich geplante Gewerbegebiet Ebnat Ost (G6 in der Karte) soll dafür aus dem Flächennutzungsplan herausfallen. Das Gewerbegebiet Schindgasse (G8 in der Karte) soll beibehalten werden.

Stefan Spiller (CDU) sagte: „Bei G7 folge ich nicht.“ Ihm zufolge freuen sich alle über die Zeiss-Ansiedlung. „Aber das ist zu viel“, sagte er. Lothar Weber (Freie Wähler) glaubt nicht, dass alle glücklich sind. Eine Sorge im Ort sei, dass das große Unternehmen dem bestehenden Gewerbe Arbeitskräfte wegnehmen könnte. Baubürgermeister Wolfgang Steidle wunderte sich über solche Aussagen. So etwas höre er zum ersten Mal. Sein Eindruck sei, dass „uns viele beneiden“. Zu G7 sagte Lothar Weber: „Ich bin dafür, dass sich Ebnat weiterentwickelt, aber bei der Größe habe ich Bauchweh.“ Andreas Nieß (Grüne) sagte: „Wir müssen offen sein für die Zukunft. Sonst wird das nichts.“ Viktor Schill (CDU) drückte seine Sorge darüber aus, dass der Landwirtschaft Einbußen entstehen.

Ortsvorsteher Manfred Traub nannte die Zeiss-Ansiedlung im Ort einen Quantensprung. Mit einer Sache aber tue er sich noch schwer. „Wir müssen eine Regelung finden, wie wir sicherstellen können, dass sich auch das bestehende Gewerbe erweitern kann.“ Der Ortschaftsrat stimmte am Ende einstimmig für G8, bei einer Gegenstimme (Schill) für G14, bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für G14 und einstimmig gegen G6.

Baugebiete: Auch die weitere Entwicklung von Wohnbaugebieten war Thema. Mehrere kleinere Arrondierungen jeweils unter zwei Hektar sind vorgesehen: Beckenwiesenäcker, Neuwiesen, östlich Neuwiesen und Trainingsplatz. Bereits in der Diskussion zum Haushaltsplan hat sich der Ortschaftsrat einstimmig dafür ausgesprochen, 2023 Geld für das Baugebiet Hölläcker bereitzustellen. OB Frederick Brütting hatte noch in der Sitzung zugesagt, das Baugebiet mit 6,7 Hektar mit Priorität zu behandeln. Uwe Grieser (CDU) machte sich Gedanken, wie darüber hinaus weitere Bauplätze entstehen könnten. Er stellte den Antrag, das geplante Baugebiet Bühlfeld im Süden Ebnats von 5,6 auf 10 Hektar zu vergrößern. Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung folgten die Räte seinem Antrag. Für alle anderen Baugebiete sprach sich der Ortschaftsrat einstimmig oder mit großer Mehrheit aus.

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Auf G14 möchte Zeiss bauen. Falls sich Zeiss erweitern möchte, könnte das auf G7 geschehen. Die ursprünglich geplante Fläche G6 soll dafür aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden. Lokales Gewerbe könnte sich auf der Fläche G8 erweitern. Foto: rico

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