Klimaanpassung ja, Freiflächen-Photovoltaik nein

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Ebnat gibt kein Land für Freiflächen-Photovoltaik her. Klare Worte aus dem Ortschaftsrat.

Aalen-Ebnat. Klima geht alle an. Das wurde auch am Donnerstag in der Ebnater Ortschaftsratssitzung in der Jurahalle deutlich. Hier wurde der Bericht zur Anpassung an den Klimawandel in Aalen von Maya Kothe, Leiterin des Grünflächenamtes, vorgestellt. Neben den langjährigen Klimaschutzaktivitäten nimmt die Stadt Aalen Klimaanpassungsthemen verstärkt in den Blick. Hierbei geht es unter Anderem um die negativen Folgen des Klimawandels und den damit einhergehenden Beratungen, in ausgewählten Handlungsfeldern konstruktiv entgegenzuwirken und wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Kothe sagte in ihrem Bericht, dass man, um eine möglichst resiliente Stadt entwickeln zu können, mögliche Handlungsschwerpunkte in Betracht ziehen müsse.

Unter anderem können Grünflächen und Grünstrukturen durch Schatten und Kühlung zur Reduzierung der Überhitzung beizutragen. Auch eine klimaangepasste Waldbewirtschaftung habe in Aalen eine wesentliche Bedeutung. Kothe machte deutlich, dass die letzten drei heißen Sommer sich deutlich bemerkbar machen würden und die Schäden an den Bäumen deutlich sichtbar sind.

Vorgreifend auf den Tagesordnungspunkt, wo es um ein Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaik im Stadtgebiet Aalen und im Besonderen um Ebnat ging, kamen Einwände aus dem Ortschaftsrat. Es wurde bemängelt, dass man einerseits dafür sorgen soll, dass genügend Feuchtigkeit gespeichert werde und andererseits mit den Photovoltaikanlagen große Fläche regelrecht zugepflastert und versiegelt würden.

Maya Kothe gab zu bedenken, dass auch ein spezielles Baumpflanzprojekt dafür sorge, bei dem Bürgerinnen und Bürger einen möglichen Zuschuss von maximal 500 Euro bekämen, wenn sie auf ihrem Grundstück einen oder mehrere Bäume pflanzten und dass diese Anlagen nur eine mögliche Maßnahme sei, dem Klimawandel entgegenzuwirken zu werden. Einstimmig wurde dem Bericht zur Anpassung an den Klimawandel in Aalen zugestimmt, ebenso dem Antrag, in allen klimarelevanten Vorlagen der Stadtverwaltung künftig die Auswirkungen und und Maßnahmen zu Klimaschutz beziehungsweise Klimaanpassung darzustellen sowie die Beauftragung der Stadtverwaltung als Baustein für einen Klimaaktionsplan einen Förderantrag beim Land zur Erstellung eines Klimamobilitätsplans einzureichen.

Zum Thema Lärmschutzwall bei der Nordumfahrung informierte Ortsvorsteher Manfred Traub über die Möglichkeit, eventuell mit einem Erdwall eine möglichst kostengünstige Variante ins Spiel zu bringen. Er sei mit mehreren Firmen im Gespräch, aber erst müsse eine konkrete Planung her, um weiter aktiv werden zu können. Ziel sei es, so Traub, für die Stadt Aalen eine möglichst kostengünstige und kostenneutrale Lösung zu finden. Zur Frage, ob man nicht den bereits aufgefüllten Wall nutzen können sagte der Ortsvorsteher, dass dieser Aushub wieder für die Straße verwendet würde und man sogar zusätzlich Erde von außerhalb zuführen müsse. Der Lärmschutzwall habe oberste Priorität, denn damit solle das bestehende sowie das geplante Baugebiet geschützt werden.

Im Anschluss an seine Ausführungen berichtete Taub über Haushaltsanmeldungen des Stadtbezirks Aalen-Ebnat für das Jahr 2022 mit entsprechende Änderungen zum Vorjahr.

Über ein Fassadensanierungsprogramm informierte René Hoffmann vom Stadtplanungsamt. Hierzu können weiterhin Anträge gestellt werden, um mit einem maximalen Fördersatz von 25 Prozent der förderfähigen Kosten, jedoch höchstens 5000 Euro je Gebäude und vorwiegend im Bereich der Altstadt, an den Stadteingängen und der Kernstadt, die Fassade neu zu gestalten. Vor allem seit 2020 würden zunehmend aber auch Maßnahmen in den Teilorten gefördert, so Hoffmann. Mit einer Enthaltung stimmte auch hier der Rat dem Sachstandsbericht zu.

Hoffmann berichtete weiter über das städtische Entwicklungsmanagegement und der Anpassung der Förderrichtlinien. Unter anderem ging er auch auf die bereits von Maya Kothe angeregte Baumpflanzaktion ein und zeigte beispielhaft umgesetzte Vorhaben, die sowohl im Haus, am Gebäude oder im Garten verwirklicht wurden.

Mit dem Bewusstsein, beim Thema Standortkonzept für Freiflächen-Photovoltaik, das von der Stadt Aalen beim Ingenieurbüro Eger und Partner in Auftrag gegeben wurde, für Diskussionen zu sorgen, lag René Hoffmann falsch. Denn von allen Parteien im Ortschaftsrat gab es eine klare Ansage: Bei uns in Ebnat ist kein Platz für diese Art der Energiegewinnung. Zur Begründung wurde unter anderem als Grund angeführt, dass man neben der Autobahn und den Windkraftanlagen keine weiteren Flächen mehr hergeben werde. Irgendwann ist das Maß voll, so der Tenor. Unverständnis herrschte ebenfalls darüber, landwirtschaftliche Flächen damit zu versiegeln und das relativ flache Gebiet, um das es ging, regelrecht zu verschandeln.

Von Ortsvorsteher Manfred Traub gingen klare Worte nach Aalen und an das Ingenieurbüro: „Das Standortkonzept muss dringend mal überarbeitet werden – und zwar für die Gesamtstadt. Von mir kommt ein klares „Nein“. Traub stellte daraufhin den Antrag, grundsätzlich das Standortkonzept abzulehnen, was auch einstimmig vom Rat beschlossen wurde.

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