Tolle Knollen von Härtsfeld-Bauern

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Was an Annabelle, Belana oder Concordia dran ist und warum die Härtsfeld-Bauern im Grunde schon immer "steinreich" sind.

Aalen-Ebnat

Vierzehn Uhr auf dem Härtsfeld. Die Sonne brennt und das Thermometer steigt. Es ist ein ungewöhnlich heißer Septembertag. Feiner Staub wirbelt über dem Acker und legt sich auf die verschwitzte Haut. Die Kartoffelernte am Ortsrand von Ebnat läuft gerade auf Hochtouren. Schon seit den Morgenstunden zieht Landwirt Ralph Beyrle mit seinem Traktor den Kartoffel-Vollernter über das vier Hektar große Feld. Nur im Schritttempo geht es Reihe für Reihe voran. Dabei werden die tief im Boden liegenden Kartoffeln mit einem nach außen gewölbten "Schar" ähnlich wie bei einem Pflug angehoben und auf das Transportband weitergeleitet.

Silke, die Frau des Landwirts, steht mit fünf anderen Helfern an Deck der Erntemaschine. Auch Sohn Lars hilft, die tollen Knollen einzuholen. Der 21-Jährige arbeitet neben seinem Beruf als Elektriker auf dem Hof seiner Eltern als "Teilzeit-Bauer" mit. Heute ist ihm das Traktorfahren zu öde. "Das geht mir zu langsam. Da helfe ich lieber mit beim Steine klauben", gibt er sich in Anbetracht der 156 Kartoffel-Reihen, die zu bewältigen sind, ziemlich unerschrocken.

Dass die Bauern auf dem Härtsfeld im übertragenen Sinn "steinreich" sind, merkt man auf dem Vollernter. Da poltert es schon ordentlich, was schließlich auch das halbe Dutzend Helfer beim Aussortieren der vielen großen und kleinen Steinbrocken erklärt. Tatsächlich könnte den Kartoffeln, wie Annabelle, Belana oder Concordia aber nichts Besseres passieren als ein Acker mit derartig hohem Steinanteil. "Die Mineralstoffe wirken sich aus und sorgen für den besonderen Geschmack der Kartoffeln", weiß Bauer Ralph und ergänzt. "Wir auf dem Härtsfeld können die Felder nicht beregnen. Die Knollen wachsen somit zwar etwas langsamer und werden nicht ganz so dick, dafür sind sie am Ende viel geschmacksintensiver."

Die Mineralstoffe wirken sich aus und sorgen für den besonderen Geschmack der Kartoffeln.

Ralph Beyrle Landwirt

In diesem Jahr hat er die Haupternte um zwei Wochen nach hinten verschoben. "Damit die Kartoffeln noch ein Stück wachsen können." Und auch wenn das Kraut inzwischen gänzlich abgestorben ist, sei das ein gutes Zeichen. "Das sorgt für eine feste Schale, die wichtig ist für eine Dauerlagerung."

Viel von dem, was der Kartoffel guttut, hat Bauer Ralph im kleinen Stil von seinem Vater Hans Beyrle gelernt. Noch immer steht der 83-jährige Senior auf dem Vollernter und hilft mit, wo's geht. Heute macht er mal ein längeres Päuschen und lässt Enkel Lars für sich arbeiten. Drei Generationen gemeinsam auf dem Feld und dazu noch die halbe Verwandtschaft mit Freunden – da geht schon was. Trotzdem wird es noch eine Weile dauern, bis die Ernte vorüber ist und die Kartoffeln bei 4,8 Grad Celsius in der Kühlhalle eingelagert sind. Denn bei den Beyrles auf dem Hof am Ortsrand von Ebnat leben noch rund 2500 Legehennen, was täglich etwa 2000 Eier aus dem Stall zu holen und zu vermarkten gilt. Deshalb sind sie auch jeden Dienstag, Freitag und Samstag unterwegs auf den Wochenmärkten in Lauchheim, Unterrombach und Giengen. "Wer sich in Ebnat auskennt, kann auch in unserem eigenen SB-Häusle in der Ortsmitte Eier, Kartoffeln und Gemüse erwerben", sagt Silke Beyrle mit Blick auf die vielen Kunden, die zunehmend Produkte aus regionalem Anbau bevorzugen.

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