Ukraine-Krieg: Ebnater Fußballer wollen helfen

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Weit über hundert junge Ebnater Fußballer und ihre Familien haben am Dienstagabend gegen den Krieg in der Ukraine protestiert und zur Spendenaktion am Donnerstag, 10. März von 15 bis 16 Uhr im Vereinsheim aufgerufen.
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SolidaritätWie junge Ebnater Fußballer sich positionieren und der Verein Spenden für die Menschen in der Ukraine sammelt - Abgabe am Donnerstag, 10. März.

Aalen-Ebnat

Vielleicht bringen wir doch den ein oder anderen zum Nachdenken, wenn er sieht, wie sich unsere Jugendlichen hier positionieren.“ Das sagt Dietmar Förstner, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit des Sportverein Ebnat. Und ja, sie haben sich positioniert: viele junge Fußballer des Vereins, B-Jugend, Aktive, Jugendliche, Kinder mit ihren Eltern, Fußballerinnen, Vereinsvorsitzende.

Sie alle sind am Dienstagabend zum Vereinsheim gekommen und haben sich mit zwei Bannern, einer klaren Meinung und stillem Protest aufgestellt. Weit über 100 Ebnater, denen es wichtig war zu zeigen: Wir können zwar keinen Krieg beenden. Aber wir können zeigen, was wir davon halten, was hier an Verbrechen an unschuldigen Menschen begangen werden. Wir können unser Mitgefühl demonstrieren. Gemeinsam in Gedanken bei denen sein, die um ihr Leben bangen, ihre Angehörigen, ihre Heimat verlieren.

Der Auslöser für die Aktion, das waren die kleinen Fußballer des Vereins. Die Acht-, Neunjährigen der F-Jugend. Sie waren zu ihrem Trainer, dem stellvertretenden Jugendleiter Manuel Weber, gekommen. Hatten ihm erzählt, wie „blöd“ sie das finden, dass da plötzlich Krieg ist. In den Nachrichten Meldungen von getöteten Kindern kommen. Man merke ihnen an, wie geschockt sie seien.

Die Kinder sind geschockt

„Was können wir machen, wenn da Krieg ist und es den Menschen schlecht geht?“ Das war die Frage, die seine Trainings-Kids Trainer Weber gestellt hatten. Und bei ihm den Gedanken auslösten: Okay, wir machen was. Bei den Schwiegereltern besorgte er Tapete, im Baumarkt Farbe. Natürlich Gelb und Blau. Wie die der ukrainischen Flagge. Damit bemalte er zwei Banner.„Frieden! Jetzt!“ und „Stop war in Ukraine!“

Die beiden großen Schriftzüge werden am Dienstagabend auf dem Kunstrasenplatz von vielen Kinderhänden hochgehalten. Dahinter zeigen die Ebnater Flagge. „Wenn einem Kinder sagen, dass man etwas unternehmen muss, dann hat das schon eine Aussage“, findet Förstner. Für ihn ein absolutes Unding, zu dem der Verein ebenfalls ganz klar Stellung beziehen will: „Es geht gar nicht, dass Kinder russischer Abstammung in der Schule nun plötzlich gemobbt werden. Die Familie leben seit 20, 30 Jahren hier, haben eine neue Heimat gefunden, die Kinder Freunde. Und jetzt werden sie plötzlich ausgegrenzt.“

Für Manuel Weber ist der Fußball geradezu prädestiniert, etwas zu unternehmen: „Fußball ist doch etwas, das die Nationen verbindet, das Grenzen abbaut.“ Für ihn eine absolute Katastrophe: „Der, der das alles verursacht, sitzt sicher in seinem Bunker. Und die Kinder leiden“, sagt der 41-Jährige.  

Damit's nicht bei der Symbolik bleibt, sammelt der Sportverein Spenden: Geld und ganz praktisch das, was gebraucht wird: warme Kinderkleidung, Medikamente wie Schmerzmittel und Konserven, wegen der Haltbarkeit.

Sammeltermin ist am Donnerstag, 10. März, von 15 bis 16 Uhr. Die Hilfsorganisation „Spenden statt Hamstern“ bringt diese dann an die ukrainische Grenze. Das Geld überweist der Verein an eine entsprechende Hilfsorganisation.

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