Ein Wegkreuz als Mahnmal

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Veronika Puscher mit ihren Neffen Andreas Brenner an der Stelle zwischen Elchingen und Dorfmerkingen, wo das 1,80 Meter hohe Wegkreuz gesetzt wird. Hier starb ihr Sohn Timo im Alter von 16 Jahren 2011 bei einem Verkehrsunfall.
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Wie dank Spenden und tatkräftiger Unterstützung ein Wegkreuz an einer Unfallstelle zwischen Dorfmerkingen und Elchingen realisiert wurde.

Neresheim-Elchingen

Veronika Puscher steht auf dem Grünstreifen am Straßenrand der K 3296 zwischen Elchingen und Dorfmerkingen. Hier, im Schatten vor einer Hecke, die die Wiese vom Wald abgrenzt, erinnert eine kleine Gedenkstätte an ihren Sohn Timo. Hier, in einer Februarnacht zum Sonntag, starb der erst 16-Jährige vor zehn Jahren als Opfer eines Verkehrsunfalls auf dem Nachhauseweg. Und hier soll nun mit einem kleinen Gottesdienst ein Wegkreuz gesetzt werden. Veronika Puscher hat diese Initiative selbst ins Leben gerufen.

"Es soll ein Mahnmal sein", erklärt sie. Ein Mahnmal für diejenigen, die zu schnell fahren würden, mit schlechten Reifen unterwegs seien oder mit Alkohol im Blut – ein Mahnmal besonders auch für Jugendliche, wie Veronika Puscher sagt. "Zudem möchten wir nicht, dass Timo vergessen wird." Das Wegkreuz soll vor allem auch einen Ort kennzeichnen, an dem Freunde und Verwandte an Timo denken können. "Aber auch an andere, die nicht mehr unter uns sind", so Veronika Puscher.

Mit der Hilfe vieler Menschen

Wegkreuze haben für Veronika Puscher nicht erst seit dem Tod ihres Sohnes eine besondere Bedeutung, sagt sie. Schon immer habe sie im Urlaub an solchen Kreuzen angehalten. Innegehalten. Die Idee dazu sei auch deshalb naheliegend gewesen. Hilfe bekommen hat die Elchingerin von vielen Seiten. Schnell habe sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda rumgesprochen, was sie vorhabe.

Da zeigt sich, wie wichtig Familie und Freunde in einer solchen Situation sind.

Veronika Puscher über die empfangene Unterstützung

Ob nun finanziell, materiell oder mit eigenen Händen – die Firma Bodenbelag Toni Grimmeisen, Montagebau Gröber, die Firmen Wieser, Amon und die Frische Quelle aus Dorfmerkingen und die Firma Rembold aus Königsbronn – alle haben Veronika Puscher bei ihrem Vorhaben unterstützt. Dazu Freunde und Verwandte. "Ich war selbst positiv überrascht", sagt sie. Besonders handfest ist die Hilfe, die sie von ihrem Neffen Andreas Brenner bekommt. Der 37-Jährige hat das Wegkreuz selbst aus Eichenholz gezimmert. Es ist nicht sein erstes, erzählt er. Der gelernte Zimmermann hat schon mehrere "Wegmahle des Glaubens", wie er sie nennt, geschaffen. Mit rund 180 Zentimetern Höhe und 70 Kilo schwer sei das Kreuz für Timo das bisher kleinste. 25 Stunden Arbeit hat Andreas Brenner trotzdem dafür investiert. Für Veronika Puscher und für Timo. Am Tag der Nachricht von dessen Tod habe er eigentlich den Umzug in sein neues Heim zusammen mit allen Verwandten feiern wollen. "Es hätte ein schöner Sonntag werden sollen", sagt Veronika Puscher. Familie und Freunde werden auch mit anpacken, wenn das Kreuz gesetzt werden soll. Mit einem kleinen Gottesdienst, der gemeinsam an dessen Bestimmungsort gefeiert wird.

"Da zeigt sich, wie wichtig Familie und Freunde in einer solchen Situation sind", sagt Veronika Puscher. Und will die empfangene Hilfe auch weitergeben. Sollte ein Restbetrag des gespendeten Geldes übrig bleiben, gehe dieser an den Kindergarten in Elchingen. Und für die Renovierungsarbeiten der Kirche in Stetten. In der wurde ihr Sohn Timo getauft.

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