Nebeneffekte bremsen Raser aus

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Wenn in Elchingen die Ortsdurchfahrt saniert wird, werden die Bushaltestellen in der Bahnhofstraße, in Höhe der Bäckerei, auf die Straße verlegt. Haltebuchten wird es in Zukunft nicht mehr geben. Dass der Verkehr durch diese Maßnahme ausgebremst wird, is
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Die Ortsdurchfahrt in Elchingen wird ab Mai 2022 rundumerneuert: Am Ende soll der Verkehr dort ein gutes Stück langsamer fließen als zuvor.

Neresheim-Elchingen

Straßenbelag, Bushaltestellen, Bordsteine, Beleuchtung, Schächte, Radweg - Elchingens 2,2 Kilometer lange Ortsdurchfahrt wird rundum erneuert. Das war Hauptthema im Ortschaftsrat. „Wir gehen das in drei Bauabschnitten an. Nicht in einem Zug“, informierte Ortsvorsteher Nikolaus Rupp.

Los geht’s aus Richtung Ebnat bei den Haldenhöfen bis zur Einmündung der Fuchsgasse, auf der man Richtung Dorfmerkingen abbiegt. Im zweiten Schritt folgt der Bereich Einmündung Fuchsgasse bis zum Zebrastreifen, wo die Großkuchener Straße auf die Bahnhofsstraße trifft. Danach wird die L 1084 zwischen der Einmündung Großkuchener Straße bis zum Firmengelände von „mein Bodenbelag“ saniert.

Doch die Sanierung des Belags, die mit 670.000 Euro veranschlagt ist, ist nur das Eine. Der komplette Bereich wird „überarbeitet“. Ganz neu sollen zwei Querungshilfen entstehen. Die eine Richtung Ebnat ein Stückchen nach der Abzweigung in den Beurener Weg, die andere am Ortsende Richtung Neresheim. Die Bushaltestellen beim „Ochsen“ und auf Höhe der Bäckerei werden komplett umgestaltet. Bislang gibt es Haltebuchten für die Busse. Das wird sich bei den beiden Haltestellen auf Höhe der Bäckerei „Grandy“ in der Bahnhofsstraße ändern, die Busse künftig auf der Straße anhalten. Der Hintergrund: Elchingen möchte einen barrierefreien Zustieg ermöglichen. Das heißt, der Einstieg muss an den Haltestellen erhöht, die Randsteine extrahoch gebaut, die „Kassler Borde“ umgesetzt werden. In direkter Umgebung der Haltestellen münden Einfahrten in Privatgrundstücke. Um hier Probleme zu vermeiden und die Kassler Borde trotzdem umsetzbar zu machen, werden die Bushaltestellen in die Straße verlegt. „Die Wartebereiche waren ohnehin zu klein. Jetzt schaffen wir mehr Platz und damit mehr Sicherheit im Schülerverkehr“, sagt Ortsvorsteher Nikolaus Rupp.

Dass Busse künftig auf der Straße anhalten, habe einen Vorteil: Der Verkehr wird ausgebremst. Etwas, das Anwohner, die sich schon lange beschweren, entgegenkommen wird. Für Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt hat's noch nicht gereicht. Doch Querungshilfen und die haltenden Busse, die nachfolgenden Verkehr zum Abbremsen zwingen, dürften etwas Erleichterung bringen. Beim „Ochsen“ bleibt die Haltebucht bestehen.

Die Linksabbiegespur Richtung Dorfmerkingen wird abgeschafft, die Kurve dafür großzügiger gestaltet. Wer nach links abbiegen will, muss anhalten und warten, bis kein Gegenverkehr aus Richtung Neresheim kommt. Und die Fahrzeuge hinter ihm ebenfalls. Elchingen bremst ganz bewusst den Fließverkehr aus.

Die dritte große Neuerung: Im Zuge der Belagssanierung entsteht auf der gesamten Länge der Ortsdurchfahrt ein Radfahrschutzstreifen – ob in Rot oder Weiß abgesetzt, das bespricht das Planungsbüro noch mit dem Regierungspräsidium. Wichtig ist, dass auf dem Gehweg künftig keine gefährlichen Situationen mehr entstehen, wenn Fußgänger und Radfahrer aneinander vorbei müssen – und gleich daneben auf der Fahrbahn starker Verkehr herrscht. „Durch den Radfahrschutzstreifen wird die Fahrbahn optisch verengt. Das hilft hoffentlich ebenfalls mit, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu reduzieren“, hofft Rupp.

Jetzt schaffen wir mehr Sicherheit im Schülerverkehr.“

Nikolaus Rupp, Ortsvorsteher Elchingen

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