Gefährliche Zeiten für Enten in Simmisweiler

+
Im Löschteich von Simmisweiler lebt eine Entenfamilie. Damit Sie unbeschadet die angerenzende Straße quren kann wurde ein Hinweisschild aufgestellt.
  • schließen

Warnschilder weisen in Simmisweiler auf querende Tiere hin. Zwei wurden trotzdem überfahren.

Aalen-Simmisweiler. Zwei tote Enten liegen auf der Straße. Es ist zwei Wochen her, da haben ein oder mehrere unbekannte Autofahrer mitten in Simmisweiler die Tiere überfahren. Trotz der Warnschilder, die es dort bereits seit einiger Zeit gibt. Und die mahnen, doch bitte langsam zu fahren. Denn in Simmisweiler gehören die Enten, die im Feuerlöschteich leben, irgendwie dazu. "Die laufen gemütlich über die Straße", sagt eine Anwohnerin. "Und die Mütter beschützt ihre Küken", sagt sie. Ab und zu würden die Tiere zwar in ihrem Garten die Erdbeerpflanzen anknabbern. Stören würde sie das aber nicht, so die junge Frau.

Nun ist es nicht so, dass nicht schon vorher ab und zu die Küken der Tiere ein jähes Ende fanden. "Auch die Katzen holen sich die Kleinen mitunter", erzählt Maria Teufel. Zusammen mit Hubert Kieniger steht sie am Mittwochvormittag einem Haus an der Straße. Die beiden sägen Holz, während immer wieder Autos vorbeifahren. Mal mit den gebotenen 30 Kilometern pro Stunde, mal deutlich schneller. Das gehe vor allem so, seitdem die B29 bei Westhausen gesperrt sei. Viele, die sonst dort in Richtung Oberkochen oder Unterkochen fahren würden, seien nun auf den Härtsfeld-Straßen unterwegs. Schon am frühen Morgen sei das so, erzählt Maria Teufel. Als Zeitungsausträgerin ist sie schon ab fünf Uhr unterwegs. "Ohne die Umleitung gab es so gut wie keine Autos um die Zeit", sagt sie. Nun würden einige schon mit 50 bis 60 Stundenkilometern Geschwindigkeit durch den Ort brausen. "Früher wurden die Enten von den Katzen geholt, jetzt sind es die Autos."

Im Löschteich von Simmisweiler lebt eine Entenfamilie. Damit Sie unbeschadet die angerenzende Straße quren kann wurde ein Hinweisschild aufgestellt.

Dabei haben die Enten im Grunde genommen in dem Weiler mit rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner ein gutes Leben. Gleich zwei Entenhäuschen gibt es auf dem Teich an der Straße, auf dem mal drei, mal fünf Tiere gemächlich ihre Runden drehen. Bewohner von Simmisweiler haben sie gebaut und auch die Stadt gebeten, die Schilder aufzustellen. "Das waren vermutlich Anwohner", sagt Stadtsprecher Sascha Kurz dazu. Es wäre aber auf Nachfrage beim Bauhof nicht so, dass dort jede Woche tote Tiere gemeldet würden.

Maria Teufel hofft jedenfalls, dass es, wenn die gesperrten Straßen wieder geöffnet sind, wieder ruhiger wird in Simmisweiler. Für die Menschen dort. Und für die noch lebenden Enten.

Zurück zur Übersicht: Härtsfeld

WEITERE ARTIKEL

Kommentare