Härtsfeld will Zuwendung für Wind- und Sonnenenergie

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Das Härtsfeld trage bereits viel Verantwortung, wenn es um die Energiewende geht, so die Argumentation in Ebnat und Waldhausen (Foto). Dann sollen Entschädigungen auch in die Ortschaften und nicht komplett in den Aalener Haushalt fließen. Foto: Oliver Giers
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Die Ortschaftsräte Ebnat und Waldhausen möchten nicht, dass Zuwendungen für Windkraft- und Freiflächen-PV-Anlagen komplett nach Aalen fließen.

Aalen-Waldhausen/Ebnat

Diskutiert haben die Ortschaftsräte Ebnat und Waldhausen über erneuerbare Energien. Darum geht es: Die Betreiber von Windkraft- und Freiflächen-PV-Anlagen konnten bisher die Kommunen am Gewinn beteiligen, in denen ihre Anlagen stehen. In der Novelle, die am 1. Januar in Kraft tritt, sollen sie es sogar. Es geht um 0,2 Cent pro Kilowattstunde.

Der Ortschaftsrat Waldhausen hatte bereits im Juni beantragt, dass die Abgabe nicht an die Kommune, also die Stadt Aalen, sondern an die jeweiligen Ortschaften fallen soll. In Waldhausen gibt es bereits einen Windpark. Eine Freiflächen-PV-Anlage ist bei Bernlohe geplant. In der aktuellen Sitzungsrunde wird ein Vorschlag der Stadtverwaltung dazu diskutiert. Sie schlägt vor, die Hälfe der Zuwendungen den Ortschaften zur Verfügung zu stellen, die andere Hälfte soll dem stätischen Haushalt zur Verfügung stehen.

Ortschaftsrat Waldhausen: Gar nicht einverstanden damit, dass die Mittel nur für Klimaschutz und soziale Zwecke eingesetzt werden können, war Herbert „Joe“ Brenner. Was genau soziale Zwecken seien, sei ohnehin schwer zu definieren. Er wünscht sich, dass der Ortschaftsrat selbst entscheiden kann, wofür er die Mittel verwendet, genauso wie beim Ortschaftsbudget. So sah es Stefan Borst (UBL). Er möchte das Geld für „vernünftige Projekte in Waldhausen“ einsetzen. Die neue Sporthalle nannte er als Beispiel. Jörg Mößner (UBL) findet das auch. „Wir haben gezeigt, dass uns mit dem Ortschaftsbudget etwas Sinnvolles einfällt.“ Gabriele Ceferino (Grüne) ergänzte: „Das war ja auch der ursprüngliche Antrag.“ Ortsvorsteher Patrizius Gentner formulierte daraufhin den Antrag, die Zweckbindung der Mittel zu streichen. Der Ortschaftsrat stimmte dem Antrag einstimmig zu. Einstimmig sprachen sich die Rätinnen und Räte auch für den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit dieser Änderung aus.

Ortschaftsrat Ebnat: „Das Ansinnen ist das Richtige“, sagte Ortsvorsteher Manfred Traub. Er geht davon aus, dass noch weitere Anlagen auf dem Härtsfeld gebaut werden. „Dann sollen Ebnat und Waldhausen auch mehr Geld bekommen.“ Auf Anregung von Werner Grieser (CDU) formulierte Traub eine Ergänzung zum Beschlussvorschlag, nämlich dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, aktiv auf die Betreiber bestehender Anlagen zuzugehen und zu fragen, ob sie bereit sind einen Beitrag zu leisten. Der Ortschaftsrat Ebnat stimmte einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung mit dieser Ergänzung zu.

Fragen zur Freiflächen-PV-Anlagen bei Bernlohe und anderswo

Bernlohe: In der Bürgerfragestunde im Ortschaftsrat Waldhausen meldete sich ein „unmittelbarer Anlieger“ der geplanten Freiflächen-PV-Anlage bei Bernlohe zu Wort. „Ich weiß fast gar nichts“, sagte er. Ortsvorsteher Patrizius Gentner erläuterte, dass es im Moment um den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gehe. Im weiteren Verfahren hätten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Oberbürgermeister Frederick Brütting kündigte eine Informationsveranstaltung der Ostalbbürgerenergie an. Die Genossenschaft will die Anlage betreiben. Brütting ist deren Aufsichtsratsvorsitzender.

Anderswo: Ein anderer Bürger wollte wissen, wie viele Anlagen abgesehen von der in Bernlohe noch geplant seien und wie viel Fläche auf Gemarkung Waldhausen dafür zur Verfügung stünde. Im Ort sei die Rede davon, dass es um mehrere 100 Hektar gehen könnte. Der OB antwortete, dass es vor Jahren schon eine Untersuchung für das Aalener Stadtgebiet gegeben habe. Sie habe ergeben, dass 400 Hektar für Freiflächen-PV geeignet seien. „Das ist die Zahl, die theoretisch möglich wäre“, sagte Brütting. Inzwischen habe man einen Strategiewechsel vollzogen. Nur da, wo die Eigentümer es wollten und wo es der Ort auch wolle, sollen Anlagen entstehen. „Für Waldhausen sind derzeit keine weiteren, größeren Projekte in der Planung“, sagte Brütting. Gentner ergänzte, dass in der Sitzungsrunde im Januar über eine Deckelung der Flächen für Freiflächen-PV diskutiert und abgestimmt werde.

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