Hilfe über die Kreisgrenze hinweg

+
Die Kommandanten der Feuerwehren freuen sich (v.l.): Michael Wiedenmann (Kommandant Nattheim), Helmut Ruppert (Kommandant Neresheim) und Hartmut Müller (Kommandant Dischingen). 
  • schließen

Wie die Feuerwehren Neresheim, Dischingen und Nattheim in einer neuen Überlandhilfe sich gegenseitig unterstützen zum Wohl der Betroffenen.

Neresheim. Es war ein Unfall auf der Landesstraße 2033 Richtung Härtsfeldsee. Ein Wohnmobil war darin verwickelt, die Straße blockiert, die Feuerwehr Dischingen zuständig. Sie kam aber nur schlecht an die Unfallstelle ran. Die Einsatzkräfte mussten über das Gefährt klettern, um richtig beizukommen.

„Diese Situation damals hat uns gezeigt, dass es wichtig wäre, mehr zusammenzuarbeiten“, sagt Helmut Ruppert, Kommandant der Gesamtfeuerwehr Neresheim. Schon ein paar Jahre zuvor hatten die Wehren abgemacht, dass Neresheim Dischingen mit seiner Drehleiter hilft. „Im Prinzip entstand damals schon der Gedanke, dass es sinnvoll wäre, unsere Zusammenarbeit auszuweiten“, erinnert sich Ruppert.

Als Reaktion kam es zu folgender Abmachung von Dischinger Seite: „Wenn beim Schloss Taxis in Trugenhofen was ist oder bei Konold (dem großen Härtsfelder Holzindustriebetrieb in Dischingen), dann kommt Ihr zu uns und wenn beim Kloster was ist, wir zu Euch.“

Das läuft seit mehreren Jahren und hat sich bewährt. So ganz gereicht hat's den Verantwortlichen der Feuerwehren aber noch nicht. Der Wohnmobilunfall damals auf der L2033 hatte gezeigt: Hier geht’s noch besser. Jetzt gibt’s ein Konzept. Und einen unterschriebenen Gemeindevertrag für die Überlandhilfe. Die Feuerwehren Dischingen, Nattheim und Neresheim haben entschieden, bei bestimmten Einsätzen immer doppelt auszurücken. Passiert beispielsweise etwas irgendwo auf den neun Kilometern zwischen Neresheim und Dischingen, im Bereich Sägmühle, Steinmühle oder irgendwo anders auf der Strecke, dann starten beide Wehren von beiden Seiten zum Einsatzort.

„Sehen wir vor Ort, dass die Kollegen alleine klar kommen, packen wir eben nicht aus und fahren wieder heim. Aber wenn nicht, dann sind wir jetzt viel besser aufgestellt und eine Situation wie damals mit dem Wohnmobil, bei der man nur ganz schlecht ran kam, einfach, weil die Straße blockiert ist und man selbst von der falsche Seite kommt, wird es nicht mehr geben“, freut sich der Neresheimer Gesamtkommandant. „Das ist kein großer Aufwand. Wir sind ja quasi Haustür an Haustür.“ Aber der Nutzen im Fall des Falles, der ist groß.

Genau dasselbe wird auch mit Michael Wiedenmanns Nattheimer Wehr praktiziert. Hier geht’s um die gesamte Strecke der Bundesstraße B466, vom Ortsschild Steinweiler bis Neresheim, wie Wiedenmann erklärt. Rupperts Stellvertreter Christophe Reure erläutert: „Sonst war der Einsatzbereich an der Kreisgrenzeabgezirkelt.“ Jeder habe nur bis zur Grenze das gemacht, was auf seiner Gemarkung liege. „Jetzt haben wir ein Rendezvous-System. Alles zwischen den beiden jeweiligen Gemeinden wird gemeinsam angefahren.“ Der Kommandant der Dischinger Feuerwehr, Hartmut Müller, sagt: „Das ist nun im Leitsystem hinterlegt, dass automatisch so alarmiert wird.“

Besagter Gemeindevertrag regelt, dass die Kosten pro Fahrzeug und (Feuerwehr)-Mann oder -Frau , wenn die Nachbargemeinde auf „fremder“ Gemarkung im Einsatz war, erstens einheitlich sind und zweitens „dass da keine riesigen Preise entstehen“, so Ruppert. „Jetzt sind wir gewappnet, können immer von beiden Seiten angreifen. So sieht kreisüberschreitende Feuerwehrarbeit aus.“

Zurück zur Übersicht: Härtsfeld

Kommentare