Abriss in Kösingen: Das war's mit der alten Sargfabrik

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„Erster Baggerbiss“ an der alten Sargfabrik in Neresheim-Kösingen. v.l.: Bauleiter Rainer Hartwig, Dipl.-Geologe Hariolf Schmid, Stadtrat Josef Beyerle, Ortsvorsteher Dirk Hoesch, Markus Glöckler von der Stadt Neresheim und Bürgermeister Thomas
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Mit dem „Baggerbiss“ zum Abbruch bringt die Stadt das neue Baugebiet „Taläcker“ auf den Weg. Wer sich nun schon für die Bauplätze interessiert und wie es weitergeht.

Neresheim-Kösingen. Ein Teilort der Stadt Neresheim. Rund 550 Menschen leben hier. Aber bald wird die Zahl 600 wohl überschreiten. Denn auf einem alten Industriegelände am Ortseingang entstehen bis zu 12 neue Bauplätze, die jetzt schon im Fokus des Interesses stehen. „Wir haben schon acht Interessenten. Hauptsächlich junge Familien“, freut sich Bürgermeister Thomas Häfele. Das Beste daran für den Schultes: „Es gibt wohl keine bessere Nutzung, als aus einer alten Industriebrache ein modernes Wohngebiet zu machen“.

„Wir schaffen Platz für Neues.“

Rainer Hartwig, Bauleiter

Soll heißen: so gesehen kein neuer Flächenverbrauch in freier Natur. Das Ortsbild wird harmonisch aufgebaut und auch visuell gewinnt der Ort deutlich. Ein erstes Fazit dazu auch von Ortsvorsteher Dirk Hoesch: „Ein erfreulicher Tag für Kösingen und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“.

Wie es nun weitergeht

Rund 223 000 Euro nimmt die Stadt für den Abriss der alten Industrieanlagen auf dem 1,5 ha großen Gelände in die Hand. „Rund 16 000 Kubikmeter umbauter Raum wird hier abgerissen“, so Dipl.-Geologe Hariolf Schmid von der Geotechnik Aalen GmbH & Co. KG zum Projekt. Er beschreibt das Vorgehen: „Zuerst wurde Asbest aus den rund 1500 Quadratmetern Dachfläche abgebaut. Dann alle Gefahrstoffe beseitigt. Dazu gehört auch der Asbestzement oder zum Beispiel KMF-Mineralwolle. Alle Schadstoffe sind dann in „Bigpacks“ verpackt und werden ordnungsgemäß entsorgt. „Wenn diese Arbeiten getätigt sind, beginnt der eigentliche technische Abbruch“, ergänzt Dipl.-Ingenieur Rainer Hartwig von der ausführenden Firma Max Wild.

„Wir demontieren und bauen zurück und separieren. Die Zeiten des wilden brachialen Abbruchs sind vorbei. Jetzt wird vorher ganz penibel separiert und getrennt“. Was an Mineralik, Beton, Bauschutt und Schrott übrigbleibt, soll dann verwertet werden. Wie genau, steht noch nicht fest.

Was der Bagger abräumt

Aber jetzt ist erstmal Timo Antony mit seinem 50-Tonnen-Abrissbagger auf der Baustelle unterwegs. Durchaus spektakulär und vor allem effektiv. Das war’s dann mit der alten Sargfabrik.

Zuvor stand hier übrigens schon seit dem vorletzten Jahrhundert ein Sägewerk, bevor die Schreinerei Schmid aus Neresheim in den 1960 Jahren das Gelände aufkaufte und hier eine Sargproduktion im großen Stil mit bis zu 15 Angestellten aufzog. Vor wenigen Jahren kam dann aus verschiedenen Gründen das Ende der Produktion.

Wann der Spatenstich sein soll

Wie es weitergeht? Die Abrissarbeiten sollen bis Ende November abgeschlossen sein. Ende 2021 bis Anfang 2022 will der Stadt an den Bebauungsplan gehen. Dann soll möglichst zeitnah mit der Erschließung begonnen werden. „Bis spätestens Mitte des nächsten Jahres“, schaut der Schultes in Richtung erster Spatenstich für das neue Baugebiet „Taläcker“ in Kösingen.

  • Die alte „Sargfabrik“ in Kösingen
  • Schon ab Ende der 19. Jahrhundert gab es auf dem rund 1,5 Hektar großen Areal am Ortseingang von Kösingen ein Sägewerk mit angeschlossener Zimmerei und einem großen Holzlagerplatz. Im Laufe der Zeit entstanden dort mehrere Industriegebäude. Anfang der 1960er jahre übernahm die Neresheim Schreinerei Schmid das Areal und erweiterte den Gebäudebestand. Zuerst wurden hier im größeren Stil Holzsärge produziert. Zunehmender Kostendruck durch Konkurrenz aus dem Osten führte zum Ende der Produktion vor gut fünf Jahren.

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