Auf der Sargfabrik will niemand bauen

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Gebäude und Geländer der ehemaligen Sargfabrik bei Kösingen: das künftige Baugebiet "Taläcker"?

Auf der Industriebrache bei Kösingen könnten 14 Bauplätze entstehen, doch das Interesse Bauwilliger ist kaum gegeben. Was in der Sitzung des Ortschaftsrates alles dazu gesagt wurde.

Neresheim-Kösingen

Zur ersten Sitzung des Kösinger Ortschaftsrates im neuen Jahr kamen rund 20 Zuhörer in die Turnhalle, um Infos aus erster Hand zum Bauland im Ort zu erhalten. Die Stadt Neresheim ist Eigentümerin des Geländes, auf dem die ehemalige Sargfabrik steht – hier könnten etwa 14 Bauplätze entstehen.

Unter Beachtung der Coronaregeln diskutierte das Gremium, ob man Bauplätze auf dem ehemaligen Sargfabrikgelände weiterverfolgen soll, da sich das Interesse von Bauwilligen in Grenzen halte, oder ob Bauplätze an anderer Stelle in Kösingen entstehen könnten.

Zuerst gab Ortsvorsteher Dirk Hoesch bekannt, dass Stadtbaumeister Bernd Wengert zur Jahresmitte Neresheim verlässt. Kösingen sei ihm zu großem Dank verpflichtet, da Wengert die Freibadsanierung von Anfang an begleitete.

Das Baugebiet "Taläcker", ehemals ein Sargfabrikgelände und gelegen am Ortseingang von Neresheim kommend, erwarb die Stadt, erinnerte Hoesch. Die Stadt habe sich hier finanziell stark engagiert, darunter wurde eine Bodenuntersuchung in Auftrag gegeben.

Ein Antrag auf Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) zum Abriss aller Gebäude wurde gestellt. Der Abriss müsse zudem noch ausgeschrieben werden.

In vorhergehenden Sitzungen habe der Kösinger Ortschaftsrat die Planung des Baugebiets "Taläcker" besprochen, das eine innerörtliche Verdichtung bedeuten könnte. Ein Manko seien die Emissionen eines nahegelegenen Schweinehaltungbetriebes.

Zwei Plätze sofort bebaubar

Hoesch nannte mögliche Flächen, auf denen andere Baugebiete in Kösingen entstehen hätten sollen. Diese kamen nicht immer zustande, beispielsweise weil die jeweiligen Grundstückseigentümer nicht verkaufen wollten.

Der Abriss der Gebäude muss noch ausgeschrieben werden.

Dirk Hoesch Ortsvorsteher

"Bisher sind Bauwillige noch nicht an Bauplätzen auf dem ehemaligen Sargfabrikgelände interessiert", bedauerte Hoesch. "Der Ortschaftsrat wird nicht auf Teufel komm' raus ein Baugebiet durchsetzen, das keine Interessenten anzieht", betonte er andererseits. Die "Taläcker" sollen als Mischgebiet ausgewiesen werden. Der Ortschaftsrat müsse mit dem Gemeinderat überlegen, wie es mit dem Sargfabrikgelände weitergeht, ob es verkauft wird oder sich noch Bauwillige melden.

Zwei erschlossene Bauplätze auf dem einstigen "Herta-Götz-Anwesen" sind sofort bebaubar. Wenn die "Taläcker" nicht verwirklicht werden, müsse überlegt werden, ob ein einst angedachtes Baugebiet bei den "Steigenen" wieder aufgenommen wird.

Es gelte, eine Grundsatzentscheidung für oder gegen die "Taläcker" zu fällen. Ein auswärtiger Investor habe Interesse, eine Teilfläche mit vier Bauplätzen, oder sogar die ganze Fläche zu kaufen. Es gebe aber auch einen örtlichen Interessent für einen Bauplatz. Wenn die Fläche "Taläcker" komplett an den möglichen Investor verkauft werden würde, wäre diese innerörtliche Fläche weg und es gebe dann nur noch die beiden Bauplätze auf dem "Herta-Götz-Anwesen".

Abbruchkosten sind im Haushalt

Stadtbaumeister Bernd Wengert sagte, der nächste Schritt sei das Gelände "Taläcker" baureif zu machen. "Es ist wichtig, eine klare Linie in Sachen Baugebiet 'Taläcker' zu fahren", betonte Bürgermeister Thomas Häfele. Ein ELR-Antrag sei gestellt, die Abbruchkosten für das Gebäude seien zudem im Haushalt vorgesehen.

Von der Bevölkerung gebe es gegen dieses Baugebiet ernst zu nehmende Einwände, darunter, dass die Fläche eine Industriebrache sei, auf der die Gebäude noch stehen oder, dass dort bislang keine jungen Leute wohnen. Wenn die Gebäude erst abgerissen seien, sehe es ganz anders aus, so das Stadtoberhaupt. Das Gebiet "Taläcker" sei ein Mischgebiet, das neben Wohnbau nicht störende Gewerbe vorsieht.

Abschließend fasste Ortsvorsteher Hoesch zusammen, dass die Ortschaftsräte hinter dem Baugebiet "Taläcker" stehen. Er unterstrich, dass es keinen rechtsgültigen Bebauungsplan für die "Steigenen" gebe. Die Skizze soll im Nachrichtenblatt veröffentlicht und ein Treffen mit Interessenten stattfinden.

Daniela Reicherzer

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