„Baywatch“ auf dem Härtsfeld

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Ein Besuchermagnet war ab Eröffnung 1969 das Freibad in Kösingen. Kurz darauf kam es auch zur Gründung eines DLRG-Ortsvereins der heute rund 400 Miglieder hat. Freibad und DLRG sind auf dem Härtsfeld innig verbunden.
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Vor 50 Jahren wurde die DLRG-Ortsgruppe Kösingen gegründet. Mit einem großen Feuerlöschteich begann alles. Dieser wurde von den Mitgliedern in ein Freibad umgewandelt.

Neresheim-Kösingen

Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG. Das klingt nach Sonne und Strand mit einem Hauch von Baywatch. Also so ziemlich das Gegenteil von dem, was man so auf dem Härtsfeld vorfindet. „Dort können ja nicht mal die Gänse schwimmen“, beschreibt der Volksmund treffend die Wasserknappheit auf der Alb.

Umso mehr verwundert, dass es im Neresheimer Teilort seit 50 Jahren eine rund 400 Mitgliedern starke DLRG-Ortsgruppe gibt. Richtig viel persönliches Engagement und ein zum wunderschönen Schwimmbad mutierter Feuerlöschteich machten dies anfangs der 1970 Jahre möglich. Ein bisschen Geschichte:

Wie alles begann: Von 1962 bis 1965 entstand im Rahmen der Flurbereinigung unweit vor dem Ort ein Feuerlöschteich. Wasser war wie gesagt knapp und die Kösinger wollten für den Fall des Brandfalles gut gerüstet sein. Doch schnell stellte sich heraus, dass man in dem Wasser wunderbar schwimmen konnte. So wurde schon 1969 ein Freibad daraus. Klingt einfach, war aber verbunden mit viel Engagement und Eigenleistung der Kösinger. Das ist übrigens bis heute so. Fast zeitgleich mit der Fertigstellung des Lehrschwimmbades in Neresheim entstand so auch das Freibad in Kösingen.

Zu dieser Zeit dienten noch zwei alte Schäferkarren als Umkleidekabinen. Bald gab es erste Schwimmkurse, einen stark besuchten Rettungsschwimmkurs und im Herbst 1970 entstand daraus der Stützpunkt Kösingen der Ortsgruppe Heidenheim, der dann im Januar 1971 offiziell seine Arbeit aufnahm und 1989 selbstständige Ortsgruppe wurde.

Georg Oswald erzählt: Ein Mann fast der ersten Stunde ist Georg Oswald, 62. Seit 1973 dabei, davon die vergangenen gut 28 Jahre als Vorsitzender. Bei den Neuwahlen Anfang September wird er sein Amt abgeben. „Es ist gut so. Dann ist auch auf allen Posten ein Generationswechsel abschlossen und wir sind überall jung besetzt“, sagt er.

Was macht die DLRG? „Nichtschwimmer zu Schwimmern ausbilden“, antwortet Oswald dann auf die Frage nach der Hauptaufgabe der Gruppe. Vier Schwimmkurse werden gerade angeboten. Corona habe aber die Ausbildung gebremst. Jetzt gebe es lange Wartelisten. Weiter stehen die Rettungstechniken, der Umgang mit Geräten und, und, und auf dem Programm. Neben der Ausbildung ruft der Aufsichtsdienst in den beiden Neresheimer Schwimmbädern.

Ganz nebenbei haben sich viele Mitglieder für ihr Heimatschwimmbad in Kösingen eingesetzt und dabei in rund 1400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden auch ihr Schulungs- und Vereinsgebäude erneuert. Mit Küche und allem, was so dazu gehört.

Das macht die DLRG aus: Was gefällt Georg Oswald besonders an der DLRG? „Der tolle Zusammenhalt auch im Bezirk, die Kameradschaft und dass wir es geschafft haben, eine seit vielen Jahren funktionierende Bezirksjugend aufzubauen“, sagt er und ergänzt: „Das ist super gelaufen und läuft immer noch super“.

Eine Feier: Leider macht Corona nicht nur bei der Ausbildung, sondern auch bei der Jubiläumsfeier der Kösinger DLRG einen Strich durch die Rechnung. „Nächstes Jahr gibt es eine große Feier“, schaut Georg Oswald nach vorn.

Darauf ein dreifaches „Patsch-Nass“ – das ist übrigens der Faschingsgruß der Kösinger DLRGler.

Freibad und DLRG-Ortsgruppe sind in Kösingen innig verbunden. Hier ein Bild vom Badefest 1986.
Eine ganz starke Truppe: 1970 standen in Kösingen acht Bademeister zur Verfügung. Vier waren ständig einsatzbereit. Im Zuge ihrer Ausbildung entstand so die DLRG-Ortsgruppe

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