Härtsfeldbad startet in die neue Saison: „Es ist ein riesiges Glück“

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Härtsfeldbad in Kösingen ist mit neuem Team und frisch renoviert in die erste richtige Saison nach der Sanierung gestartet.

Neresheim. „Das ist ein echter Freudentag.“ „Eine der Perlen des Härtsfelds hat wieder geöffnet.“ „Das bringt Kinder- und Erwachsenenaugen zum Leuchten.“ Diese Eindrücke hat Dino Kunick, Kösingens stellvertretender Ortsvorsteher, vom Fronleichnams-Tag mitgenommen. Da hatte Neresheims Bürgermeister Thomas Häfele freien Eintritt für alle zur Eröffnung des Härtsfeldbads spendiert.

2018 hatte das Bad wegen einem täglichen Wasserverlust von 200 000 Litern schließen müssen. Nachdem die Bürger sich stark für Erhalt und Sanierung eingesetzt hatten, war von 2019 bis 2021 für 2,4 Millionen umfassend saniert worden. Dass das möglich war, dafür hatten sich auswärtige Spender, vorne dran der Verein „Initiative pro Freibad“, unter anderem mit der Bausteinaktion, die 70 000 Euro einbrachte, als auch viele Kösinger Bürger und die Vereine eingesetzt gehabt – und Eigenleistungen im Wert von rund 300 000 Euro gebracht.

„Zeitlich hätte es nicht besser laufen können“, resümiert Häfele. „Zuvor war der Druck nicht groß genug, danach wäre es finanziell nicht mehr gegangen und durch Corona war die Zeit da, noch umfassender zu sanieren als ursprünglich geplant. Schwierig geworden war es kurz vor Weihnachten, als der bisherige Neresheimer Bademeister Carsten Pförner entschied, in seine alte Heimat zurückzukehren und „wir plötzlich ohne da standen“, wie sich Häfele erinnert.

Bundesweit hatte die Stadt Ersatz gesucht. Fündig geworden ist sie dann vor der Haustüre: Gleich ein Doppelteam, noch dazu ein eingespieltes, konnte sie verpflichten. Johannes Hauber aus Lauchheim und Mareike Göke aus Ebnat. Häfele: „Es ist ein riesiges Glück, dass die beiden zu uns gekommen sind.“

Dass das Bad jetzt schon, zwei Wochen früher als geplant und genau rechtzeitig zum heißen Hochsommerwetter, öffnen konnte, sei Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting zu verdanken, der Hauber und Göke früher aus ihren Verträgen entließ, damit sie in Kösingen loslegen können.

Johannes Hauber hat 2016 seine dreijährige Ausbildung bei den Stadtwerken Aalen begonnen, seinen Meister gemacht, war bislang im Sommer dem „Spiesel“ in Wasseralfingen und im Winter dem Aalener Hallenbad und den Limesthermen zugeordnet. „Wäre ich in Aalen bei den Stadtwerken geblieben, hätte ich sechs bis neun Jahre warten müssen, bis dort eine Meisterstelle frei wird“, erklärt der 21-Jährige seine Motivation, beruflich aufs Härtsfeld umzusiedeln.

Sein Plan für 2023: „Wir wollen ausbilden, schaffen eine Ausbildungsstelle für einen Fachangestellten für Bäderbetriebe.“ Kollegin Mareike Göke (45), Fachangestellte für Bäderbetriebe, war bislang hauptsächlich im Thermalbad tätig, freut sich mächtig auf die neue Aufgabe und hat schon so einige Ideen fürs Bad im Hinterkopf.

Auch dem Bürgermeister gehen die Ziele nicht aus: das Kinderbecken vergrößern. Und dass überlappende Öffnungen möglich sind. Also dass das Freibad noch nicht schließt, auch wenn das Hallenbad im Herbst schon öffnet. Dafür will die Verwaltung im Herbst die Voraussetzung schaffen, indem sie ein zweites Kassensystem anschafft. Denn bislang zieht die Kasse zum jeweiligen Saisonende immer mit um zwischen Hallenbad und Freibad.

Kunick ist ein Anliegen, dass der angedachte Radweg zwischen Neresheim und Kösingen kommt. Um Kindern einen sicheren, selbstständigen Weg abseits der Straße ins Freibad zu ermöglichen. pe

Geöffnet ist täglich von 9 bis 19 Uhr. Am 8. und 9. Juli wartet ein großes Freibadfest, organisiert von der Kösinger Feuerwehrabteilung, DLRG und Jugendinitiative, die unter anderem ein Open-Air-Kino veranstalten.

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