Spitzbübischer Erzähler in Bildern

+
Jean-Marie Barsacq (r.) freut sich über die Besucher seiner Sommerausstellung in seinem kleinen Atelier in Kösingen, einem ehemaligen Stall.
  • schließen

Wie der gebürtige Franzose Jean-Marie Barsacq die Leichtigkeit des Lebens augenzwinkernd auf Papier, auf Leinwand oder Holz bringt. Ein Besuch in seinem Atelier und Garten in Kösingen.

Neresheim-Kösingen

Darf es etwas mehr Farbe sein?“ lautet der Name der Sommer-Verkaufsausstellung von Jean-Marie Barsacq in der Lange Gasse in Kösingen. Dort, im Atelier 47, hat der Künstler mit seiner Frau ein besonderes Kleinod geschaffen. Hier arbeitet Barsacq nicht nur, er lebt auch hier und genießt, wie man bei vielen seiner Bilder sehen kann, seine Umgebung, die Menschen und die Tiere.

Wer zu ihm kommt, wird herzlich empfangen. Der gebürtige Franzose ist ein Erzähler mit seinen Bildern. Spitzbübisch, augenzwinkernd, und nicht selten satirisch, setzt der Maler seine Ideen um, speichert scheinbare Nebensächlichkeiten für sich ab und bringt das Erlebte – vielleicht nur den Augenblick eines Wimpernschlags – zu Papier, auf Leinwand oder Holz.

Bewusste Akzente

Mit seiner aktuellen Ausstellung spielt Jean-Marie Barsacq auf die jüngste Vergangenheit an, die oft trostlose und nicht gerade bunte Vielfalt, wie man sie noch vor der Pandemie kannte. Wer aber meint, er habe den Pinsel einfach weiter in die Farbe getunkt und seine Porträts oder Landschaften übertrieben eingefärbt, der irrt.

Ganz im Gegenteil. Barsacq setzt bewusst Akzente, spielt mit dem Gegensätzlichen und zeichnet beispielsweise ein Bild, auf dem zwei ältere Herren auf einer Bank sitzen, bei einem die Socken leuchtend rot, während beim anderen die Schiebermütze und die Jacke dezent blau und grün gehalten sind. Durch diesen gezielten „Farbklecks“ wird der Blick nicht allein auf das Bunte gezogen, vielmehr erscheinen Einzelheiten, Schatten, Feinheiten, die man sonst so nicht entdeckt hätte.

Barsacq schafft es, Stimmung zu erzeugen, Aussagen zu treffen, ohne Worte zu benutzen. Mit einer Leichtigkeit zeichnet er Mensch und Tier, dass man meinen könnte, die Bilder leben.

Schmunzelnde Leichtigkeit

Sein Spiel aus Licht und Schatten, die Nuancen in den Gesichtsausdrücken oder der Wurf eines Kleides, lassen den Blick verharren, ziehen ihn regelrecht ins Geschehen hinein. „Jetzt sag's ihm endlich“ möchte man der Frau zurufen, die neben einem Mann auf einer Bank sitzend, von hinten gemalt ist. Leicht dreht sie ihren Kopf zu ihm hin, als wolle sie ihm ein Geheimnis verraten, während er entspannt dasitzt und in die Ferne schaut.

Auch seine „Märchenstunde-Bilder“, in der unter anderem Politikerinnen und Politiker karikiert sind, lassen wieder schmunzeln.

Atelier in ehemaligem Stall

Diesmal jedoch nicht, wie sonst üblich, im Garten auf Wäscheleinen oder am Zaun hängend, sondern in seinem kleinen Atelier, einem ehemaligen Stall und unter zwei Pavillons. Das Wetter – Pastellfarben mit bunten Farbtupfern – fast wie seine Bilder.

Amüsante Szenen, aus dem Leben gegriffen.
Tanzende Gesellschaft, mit beschwingten Pinselstrichen.

Zurück zur Übersicht: Kösingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare