Von Lebenskunst und Künstlerleben

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Ärger und Enttäuschung: Das Bistro hat geschlossen.

In Kösingen fand jetzt die bereits siebte Sommerausstellung des Ateliers 47 statt. Jean Marie Barsacq hat das Motto "Licht und Schatten" gewählt. Was dahintersteckt.

Neresheim-Kösingen

Bereits zum siebten Mal konnten sich am vergangenen Sonntag Kunstinteressierte im Atelier 47 in Kösingen von der Schaffenskraft des gebürtigen Franzosen Jean Marie Barsacq überzeugen. Im Garten seines Wohnhauses ist genügend Platz, um im gebührenden Abstand seine Kunst betrachten zu können.

Die Sommerausstellungen finden allerdings stets in diesem Rahmen statt und nicht erst seit Corona.

Das diesjährige Thema "Licht und Schatten" ist ein Blick aus völlig verschiedenen Perspektiven auf unterschiedlichste Protagonisten. Menschen mit Schirm, Besucher auf dem Wochenmarkt, Tiere, Pflanzen – eben alles, was das Leben zu bieten hat, und was es wert ist, genauer betrachtet, im Einzelnen sogar hervorgehoben zu werden.

Was alle Bilder eint, ist die Strahlkraft, die aus ihnen hervorgeht. Nicht alleine wegen der Farbkombination – nein, die Bilder scheinen das Leben weiter zu entwickeln, das direkt aus dem Alltag kopiert worden zu sein scheint.

Doch Jean Marie Barsacq ist kein Kopierer, er beobachtet, setzt das Gesehene um, nimmt den Moment in seinen Bildern gefangen und haucht ihnen im Atelier, einem ausgebauten Hühnerstall, gleichzeitig etwas von seiner französischen Schelmenhaftigkeit ein, wie beispielsweise bei den Märchenbildern mit Charakteren aus der Politik.

Betritt man das Grundstück der Barsacqs, betritt man nicht nur einen Garten, wo Bäume, die Wäschespinne, der Zaun zum Nachbarn oder die Stallwand als Präsentationsfläche dienen. Man wird eingenommen von einer Grundharmonie, die das gesamte Anwesen ausstrahlt.

Hier ist alles Kunst, ohne künstlich zu sein. Altes harmoniert mit Neuem, die Bilder, die von den vielen Besuchern bestaunt werden können, tun ihr Übriges.

In seinem Atelier in der Langen Gasse 66 ist Barsacq glücklich. Das merkt man ihm und seiner Frau an, wenn Sie mit ihrer offenen und freundlichen Art jede und jeden Interessierten Willkommen heißen.

Gerne gibt der Künstler Auskunft über seine Techniken, gesteht, dass er keine Bilder mag, die architektonisch präzise und detailgetreu sind. Und seine Frau sei ihm keine Hilfe als Kritikerin, sagt er schmunzelnd, denn sie findet auch die Sachen schön, die im Papierkorb landen. Allerdings hört er den Tag nie auf, ohne nicht wenigstens ein paar Striche gemacht zu haben. Bei Null anfangen am nächsten Tag kommt für ihn nicht infrage.

Jean Marie Barsacq (links) freut sich, viele Besucher begrüßen zu dürfen.
Sieben Schwaben aus unterschiedlichen Parteien . . .

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