Kompromiss zum Gewerbegebiet Bromfeld in Waldhausen

+
StepMap mögliches Gewerbegebiet Bromfeld Waldhausen
  • schließen

Der Ortschaftsrat Waldhausen spricht noch einmal übers Bromfeld.

Aalen-Waldhausen. Noch einmal hat der Ortschaftsrat Waldhausen über ein mögliches Gewerbegebiet am Ortsrand gesprochen. Bromfeld lautet der Arbeitstitel dafür. Den ursprünglichen Vorschlag der Stadtverwaltung dazu hatte das Gremium in der Beratung zum Flächennutzungsplan abgelehnt. Dieser Vorschlag sah noch ein 13,2 Hektar großes Gebiet vor. In der vergangenen Sitzung hat die Verwaltung nun vorgeschlagen, das Gebiet auf rund 7,5 Hektar zu verkleinern.

So argumentieren Ortsvorsteher und Oberbürgermeister

„Ein Gewerbegebiet zu haben, ist für uns ein wichtiger Punkt“, sagte Ortsvorsteher Patrizius Gentner. Vor 35 Jahren habe man den Beschluss gefasst, das Gewerbegebiet Geißberg zu entwickeln. Nun sei das Gebiet voll, keine Flächen mehr vorhanden. „Wir müssen für unsere Gewerbetreibende und unsere Handwerker Flächen bereithalten“, sagte Gentner. Falls sie sich erweitern möchten, möchte er, dass das am Ort möglich ist.

„Ich kann das nur unterstützen“, sagte Oberbürgermeister Frederick Brütting. Beim Flächennutzungsplan gehe es um die Entwicklung in den nächsten 20 oder 25 Jahren. „Ich werde als Oberbürgermeister in Aalen wahrscheinlich nicht noch einmal einen Flächennutzungsplan machen.“ Nicht alle Potenzialflächen darin müssten entwickelt werden, es gehe nur darum, die Möglichkeit zur Entwicklung zu haben. Die Haltung bisher sei gewesen, in allen Ortsteilen Gewerbeflächen vorzuhalten. „In Waldhausen haben wir nichts mehr. Wenn jemand anfragt, müssen wir ihn auf andere Ortsteile verweisen“, so der OB.

Für das Härtsfeld sagt er für die kommenden Jahre eine besonders dynamische Entwicklung voraus. Das führt er auf die geplante Zeiss-Ansiedlung in Ebnat zurück. „Das wird weitere Betriebe nachziehen“, sagte Brütting. Er denkt dabei an Zulieferer. Außerdem glaubt er daran, dass sich in den kommenden Jahren wieder mehr Handwerker selbstständig machen und er denkt an die wachsenden Betriebe in Waldhausen.

Herbert „Joe“ Brenner sagte, dass er bei der vergangenen Abstimmung noch gegen das Gewerbegebiet Bromfeld gestimmt habe, nun aber seine Meinung geändert habe. „Mich hat ein Unternehmer kontaktiert“, sagte Brenner. Er habe einen Bezug zu Waldhausen und suche eine Fläche. Es gehe um 100 Arbeitsplätze.

Zwei sind gegen das Gebiet und gegen den Kompromiss

Stephan Borst (UBL) erinnerte daran, dass die vergangene Abstimmung nicht die erste zum Thema war. „Wir haben uns schon zweimal im Ortschaftsrat entschieden und jetzt wird es noch mal vorgelegt.“ Er fragte, ob man das Gremium solange „bequatschen“ wolle, bis es zustimmt. „Das Argument mit den örtlichen Betrieben zieht einfach nicht.“ Das Risiko, dass sich im Bromfeld ein unerwünschter Großbetrieb ansiedelt, sei viel zu groß. Am Geißberg habe man schon nicht an die örtlichen Betriebe gedacht und Flächen einfach abverkauft. Der OB antwortete: „Wir kommen nicht mit dem gleichen Vorschlag noch mal.“ Im neuen Vorschlag sei das Gebiet kleiner. Man könne in der Begründung zum Flächennutzungsplan festhalten, dass das Gebiet nur für kleinere Betriebe vorgehalten werden soll.

Gabriele Ceferino (Grüne) findet es trotzdem „nicht in Ordnung, das immer wieder aufzurufen“. Es handle sich nicht um eine Arrondierung. „Das sind wertvolle landwirtschaftliche Flächen.“ Man rede dabei immer noch um ein „Riesengewerbegebiet“ im Vergleich zu „Miniwohngebieten.“ Ceferino schloss: „Ich bin gegen das Gewerbegebiet!“

Auch Alexandra Friedel (UBL) strich hervor, dass es um landwirtschaftliche Nutzflächen gehe. Den Kompromiss könne sie aber mitgehen. Jörg Mößner (UBL) sprach sich für das Gewerbegebiet aus. Er möchte sich nicht vorwerfen lassen, dass der Ortschaftsrat eine Entwicklung „verpennt“.

Am Ende stimmten Ceferino und Borst dagegen, das Gewerbegebiet Bromfeld mit 7,5 Hektar in die Bauflächenkulisse des Flächennutzungsplans aufzunehmen. Alle anderen stimmten dafür. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat am 26. Januar.

Zurück zur Übersicht: Härtsfeld

Kommentare