Michaels Herz schlägt für Bio

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Michael Abele aus Auernheim betreibt zwei große landwirtschaftliche Betriebe mit sieben verschiedenen Tierarten, Ackerbau, Schlachtung und Direktvermarktung.

Auernheim

Michael Abele ist mit Leib und Seele Landwirt: "Ich kenne keinen abwechslungsreicheren Beruf! Zwar bestimmt das Wetter meinen Arbeitsalltag, aber ich bin mein eigener Herr. Ich wüsste nicht, warum ich jammern sollte." Aufgewachsen ist der 43-Jährige im damals noch konventionellen Milchviehbetrieb der Eltern in Auernheim. Nach der Ausbildung zum Landmaschinentechniker lernte er den Beruf des Landwirtschaftsmeisters.

2001 wird für Michael Abele zum beruflichen Schicksalsjahr: Der inzwischen verstorbene Vorbesitzer Dieter Heithecker bittet ihn zur Mitarbeit auf sein Hofgut Bernau, 200 Hektar groß, damals bereits nach Naturland-Richtlinien geführt. Die Kooperation ist fruchtbar. 2001 gründen sie gemeinsam eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), 2007 wird Abele offiziell Pächter.

"Heithecker war Visionär. Er ließ sich vom damaligen Demeter-Pionier Sattler vom Talhof in Heidenheim überzeugen und stieg erfolgreich auf Biolandwirtschaft um", erzählt Abele. Ein Vorbild, dem Abele später auch mit seinem eigenen Familienbetrieb in Auernheim folgt. Er stellt 2007 dort ebenfalls von konventioneller auf biologische Landwirtschaft um. Abele über seine Gründe: "Ich habe mir die Felder auf dem Hofgut genau angeschaut: Säen, striegeln, dreschen, auf die Fruchtfolge achten und alles wächst genauso gut. Auch ohne Pflanzenschutzmittel, dafür mithilfe moderner Maschinen. Und der Ertrag passt sowohl auf dem Hofgut als auch in Auernheim – zumindest bis jetzt."

Dass man in der klassischen Landwirtschaftsausbildung eher über chemische Schädlingsbekämpfung als über natürliche Nützlinge lernt, bemängelt Abele: "Dass zum Beispiel Marienkäfer gegen Läuse helfen, sowas lernt man nicht. Je länger ich als Bio-Landwirt arbeite, desto mehr bin ich davon überzeugt!"

Tierisch viel zu bieten hat das Hofgut Bernau, mit 200 Hektar ein stattlicher Betrieb in der Region. Ein Viertel der Fläche steht als Dauerweide für 85 Limousin-Kühe zur Verfügung. Ungefähr eine Woche bleibt die Herde auf einem Weideabschnitt. Anschließend wird gemulcht. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich in der Wiese eine große Vielfalt heimischer Flora. "Unsere Tiere bekommen zu 100 Prozent Futter aus Eigenanbau und das Kleegras", erklärt Abele. Im Winter kommt die Herde in den Stall.

Je länger ich als Bio-Landwirt arbeite, desto mehr bin ich davon überzeugt!

Michael Abele Auernheim

Vorbei an weitläufigen Dinkel- und Haferfeldern gelangt man zu geräumigen und hellen Stallungen. Dort sind im einem Gebäude über 300 Masthähnchen – und daneben ebenso viele junge Puten auf Stroh freilaufend untergebracht. Die Tiere können zudem nach draußen auf die große Wiese. Weitere Ställe sollten bald Enten und Gänse beherbergen.

Michael Abele ist mit sich im Reinen. Auch hinsichtlich seines Schweinebetriebs in seinem Heimatdorf Auernheim, wo er in einem Stall 280 und in einem weiteren 1200 Mastschweine hält. Auch seine Schweine dürfen sich frei bewegen.

Seine Arbeit auf dem Hofgut Bernau hat Michael Abele auch persönlich Glück gebracht. "Ich schaffe das alles so gut, weil wir auch beruflich ein klasse Team sind. Meine Frau Stefanie kümmert sich um Verwaltung und Buchhaltung, ich mich um alles, was draußen zu tun ist." Zwei Töchter hat das Paar: Carolina (14) und Janina (12) – sie zeigen ebenfalls schon Interesse an der Landwirtschaft.

Über das Hofgut erfährt man mehr online unter www.hofgut-bernau.de

Eva Stengel und Johanna Böll

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