Museumbahner stemmen dicken Brocken

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Millimeterarbeit: Der freiwilligen Helfer der Härtsfeld-Museumbahn hieven das rund 3,2 Tonnen schwere Durchlassrohr für den Katzenbach in penibler Kleinarbeit an seinen Platz.

Harte Arbeit: Mit Überquerung des Katzenbachs ist die letzte größere Baumaßnahme geschafft.

Dischingen-Katzenstein. Kurz hinter dem Bahnsteig des neuen Endbahnhofs klaffte bisher noch eine große Lücke im fast fertigen Bahndamm. Der kleine Katzenbach, der hier durchfließt, ist momentan abgesperrt und das wenige Wasser, das er führt, wird im Rückhaltebecken gestaut. Doch bei Regen kommt hier schnell viel Wasser zusammen und das muss letztendlich irgendwo hin. Das geht dann nur unter der Straßenbrücke durch und anschließend entweder in den Härtsfeldsee oder am See vorbei. Je nachdem, wie es der Egau-Wasserverband gerade regelt.

Wie auch immer: Die Neubaustrecke muss über den Katzenbach. Erschwerend kommt hinzu, dass auch das Wasser vom Regenklärbecken der Straße hier seitlich einfließt und ebenfalls abgeleitet werden muss. Also haben die Männer von der Härtsfeld-Museumsbahn sauber geplant und dann ein rund 3,2 Tonnen schweres und speziell angefertigtes Metallrohr bestellt, das natürlich auch entsprechend tragfähig sein und allen Zulassungsvorschriften des Eisenbahnbundesamtes entsprechen muss. Was für ein Aufwand.

Doch Donnerstagmorgen war es so weit. Ein großer Tieflader rollte an und brachte das von der Firma HAMCO in Dinslaken gefertigte Durchlassrohr zum Bahnhof Katzenstein. Dort warteten schon die Männer der Museumsbahn und lupften nach intensiver und penibler Vorarbeit das Teil mit einem ausgeliehenen Manitou MRT 2340 Teleskopstapler Millimetergenau in sein neues Bett. Starke Leistung. Doch wie sagte Werner Kuhn, der Vorsitzende des Museumsbahnvereins: "Unsere Streckenbauer sind mittlerweile echte Profis und werden mit allem fertig." Der Durchlass Katzenstein war einmal mehr der Beweis und neben Egaubrücke und Flutdurchlass die insgesamt dritte Brücke auf dem Weg von Sägmühle bis Katzenstein. Jetzt wird das Ganz noch verfüllt. Ein großer Schritt ist gemacht.

Ein kleiner Wermutstropfen: Nach dem Aushub sind die Fundamente der alten Schätterebrücke deutlich zu sehen. Doch haben die Widerlager die Straßenbauarbeiten nicht überlebt. "Sonst hätte man vielleicht auch die alte Brücke originalgetreu nachbauen können.

Die alten Brückenbücher haben wir ja noch", sagt Kuhn. Aber so geht es auch und funktionell ist es auf alle Fälle. Wenn dann die Gleise gelegt und geschottert sind, kommt der Einsatz der "Stopfmaschine" als letzte große Baumaßnahme. Dann dampft bald die alte "Schättere" bis an den Härtsfeldsee.

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