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Im Zuge der Stellungnahme zum Nahverkehrsplan wurde angeregt, dass der im vergangenen Jahr eingeführte Stadtbus auch die Teilorte anfahren könnte.
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Neresheimer fordern mit dem Bus häufiger nach Aalen und eine bessere Anbindung für die Teilorte.

Neresheim. Das Härtsfeld und der öffentliche Personennahverkehr. Jetzt geht das Thema in die nächste Runde. Der ÖPNV ist bekanntlich Aufgabe des Landkreises. Mit der der Fortschreibung des Nahverkehrsplans soll als Orientierung für die künftige Entwicklung dienen. Teil dessen ist die Stellungnahme der Stadt Neresheim. Der letzte Nahverkehrsplan stammt aus dem Jahr 2014 – mit übrigens ähnlich dringlichen Forderungen vonseiten der Härtsfeldstadt wie heute. Sehr wichtig aus Neresheimer Sicht ist die Anbindung an die Städte Aalen, Nördlingen und Heidenheim.

„Der Nahverkehrsplan soll ein Kompass sein und eine deutliche Orientierung geben, wie sich der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den kommenden Jahren entwickeln soll, und zwar organisatorisch, quantitativ und qualitativ“, heißt es dazu als Definition in der Vorlage zur Sitzung des Gemeinderates. Dazu gleich die erste Feststellung vonseiten der Verwaltung: „Die Linie von Neresheim nach Ebnat ist nach wie vor als Kategorie II festgelegt. Während die Fortsetzung von Ebnat nach Aalen in der Kategorie I ist“. Soll heißen: Zwischen Neresheim und Ebnat gibt es nur etwa die Hälfte an Verbindungen wie von Ebnat nach Aalen.

Halbstundentakt für Neresheim

Kurz zur Definition: Kategorie I steht für „Halbstundentakt“ und betrifft verdichtete Bereiche mit der Anbindung von Orten mit mindestens 3000 Einwohnern und in Sachen Wirtschaftlichkeit mindestens 5000 Einwohner pro Busumlauf. Kategorie II heißt „Stundentakt“ mit der grundsätzlichen Anbindung von mindestens 1000 Einwohnern und einer Wirtschaftlichkeit von mindestens 2000 Einwohnern pro Busumlauf. Zusätzlich dazu die Bedienung von mindestens 90 Prozent der Kreisbevölkerung im Stundentakt mit Festverkehr. Damit liegt auch die erste Forderung der Stadt Neresheim auf der Hand: Der Bereich Neresheim-Ebnat soll auch in die Kategorie I aufgenommen werden. Wie etwa Spraitbach, Heubach, Bopfingen oder Lauchheim, zu zudem teilweise sogar zusätzlich an die Schienen angebunden sind.

Ziel: Heidenheim und Nördlingen

Zweiter Wunsch dazu wäre die engere Anbindung an die beiden Großen Kreisstädte Heidenheim und vor allem an das bayerische Nördlingen. „Eine Verbindung dorthin ist dringend erforderlich wegen des dort befindlichen Krankenhauses, wegen der Einkaufsmöglichkeiten und der touristischen Bedeutung“, heißt es in der Diskussion dazu. Die Räte signalisieren, dass es ihnen bewusst sei, dass man dabei die Zuständigkeit des Landratsamts Ostalbkreis verlasse und sogar über Ländergrenze hinaus denke. „Trotzdem sollen hier Verbesserungen bei den Verbindungen angeregt werden“, so die Verwaltung.

Soweit so gut in Sachen Kernstadt. Aber was ist mit den Teilorten? Bürgermeister Häfele erinnert an die früher angedachte Schnellbusverbindung im Halbstundentakt von Aalen über Ebnat nach Elchingen, Dorfmerkingen, Ohmenheim und Neresheim, die jedoch seitens des Kreistags aus Kostengründen wieder verworfen wurde.

„Wenn wir es schaffen, unsere Ortsteile in den Stundentakt anzubinden, haben wir das große Los gezogen“, so CDU-Ortschaftsrat Martin Grupp. Carmen Stumpf, Grüne, schloss sich an und fordert eine stärkere Einbindung von Haltestellen und kleineren Gemeinden. „Aber das scheitert leider immer an den Kosten“, fügt sie noch an.

Fakt ist: Neresheim wünscht sich eine schnelle Verbindung mit enger Taktung nach Aalen und dazu die stündliche Taktung für die Teilorte. Dabei insbesondere eine Verbesserung in den Stoß-, Rand- und Ferienzeiten. Fakt ist auch, dass sich die Stadt dazu auch finanzielle Unterstützung für die geplante barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestellen wünscht. ⋌Heribert Andres

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