Als Vorbild in Neresheim unterwegs

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Dr. Holger Fedyna ist eng mit seiner Heimatstadt verwoben.
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Dr. Holger Fedyna ist Rektor der Härtsfeldschule und ehrenamtlicher Stadtarchivar. Weshalb er sich für die Gesellschaft einbringt und was er fordert.

Neresheim

Die Tür zu seinem Büro steht einladend offen. So offen spricht er auch über sich, seine Berufung als Schulleiter und sein Engagement als Historiker. Und wenn es nötig ist, nimmt Dr. Holger Fedyna auch kein Blatt vor den Mund. Der Rektor der Neresheimer Härtsfeldschule ist eng mit seiner Heimatstadt verwoben – nicht nur als Stadtarchivar.

„Es sind meine Familie, mein persönliches Umfeld mit Freunden und Vereinen sowie die Schule, die bei mir im Fokus stehen“, sagt Fedyna. Dass für den 55-Jährigen die Familie mit Ehefrau Elisabeth und den beiden erwachsenen Kindern Ann-Kathrin sowie Nicolas Benedikt an erster Stelle rangieren wird deutlich, wenn er von ihnen spricht.

Er erzählt, von Ann-Kathrin und ihrem Faible fürs Landleben in Dorfmerkingen, wo sie verheiratet ist, von der katholischen Kirche, in der Ehefrau, Sohn und Tochter engagiert sind. „Wir alle wünschen uns Veränderungen in der Kirche, eine Aufbruchsstimmung und mehr Frauenpower“, sagt er, der Messdiener bei den Benediktinern war und zu einigen Mönchen eine lange Freundschaft pflegt.

Dennoch spart der Historiker die Tradition nicht aus: „Tradition ist nicht die Asche, sondern das Feuer, das in uns brennt.“ Und dieses lodert nicht nur für die Kirche, sondern auch für die Schule und Schüler, fürs Kollegium, für Geschichte und für das Härtsfeld. Sein Pädagogikstudium rundete der Schulleiter mit einer Dissertation im Fachbereich Landesgeschichte an der Uni Augsburg ab. Das Thema seiner Doktorarbeit ist ganz lokal: Der Neresheimer Stadtarchivar und Leiter des Heimatmuseums schreibt über die Entwicklung von Neresheim, darüber, wer dafür verantwortlich war, dass Neresheim Stadt wurde – die Benediktinerabtei oder Landesherrschaft Oettingen-Wallerstein? – und wie sich die wirtschaftliche Entwicklung am Beispiel von Elchingen, Auernheim und Ohmenheim neben der Stadt entwickelte.

„Sagen, was man denkt“

Geschichte ist die eine Seite, das aktuelle Leben die andere. Auf die trifft Fedyna als engagierter Rektor der Härtsfeldschule. Wie dort erfolgreiches Zusammenleben funktioniert – der Pädagoge bringt es auf den Punkt. Er spricht von fairer Behandlung für Schüler und Lehrer, davon, dass Handeln stets eine Konsequenz hat, von einer Streitkultur, die politisch wie auch schulisch nötig ist – „man muss sagen können, was man denkt“ – und er fordert Respekt ein, Offenheit und Engagement. Dabei will Fedyna stets Vorbild sein.

So redet er auch Tacheles, wenn es um Wünsche oder Anliegen geht, spart aber nicht mit Lob, wenn etwas klappt. „Wir wünschen uns von der Stadt und den politischen Verantwortlichen, dass sie weiterhin hinter den Schulen stehen“, sagt er mit dem Hinweis, dass Bildung das höchste Kulturgut sei. Da gebe es in Neresheim nichts zu kritisieren. Schließlich werde in den nächsten Jahren die Schule saniert und erweitert. Bei der Digitalisierung sei hier die Basis gelegt – und sie wird noch weiter ausgebaut. Fedyna spricht aber nicht nur vom Nehmen. Beim Geben blickt er auf das 50-jährige Bestehen der Realschule, das 2023/24 gefeiert wird. Das passt prima zu den Heimattagen. „Da werden wir uns einbringen“, verspricht er.

Das große Ganze

Wo sich Holger Fedyna zudem einbringt, ist die Politik. Zwar gibt er den Vorsitz im CDU-Ortsverband demnächst ab, auf Kreisebene will er weiter wirken. Politisch denke er nicht in Schubladen, sondern es gehe ihm ums große Ganze. Da zähle es, dass sich die Jugend zu Neresheim bekenne. Ihr müsse man Verantwortung übergeben, sagt er und meint es politisch.

Insgesamt sei die Stadt gut aufgestellt. Die Industrie mit starken Unternehmen und Handwerkern mit schwäbischem Tüftlergeist, mit dem Samariterstift und mit Potenzial, sich weiter zu entwickeln. Er wünsche sich, dass das Leben auf den Dörfern nicht verlorengeht und die Zukunftschancen genutzt werden.

Tradition ist nicht die Asche, sondern das Feuer, das in uns brennt.“

Dr. Holger Fedyna, Schulleiter und Historiker

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