Das Kloster Neresheim und seine Probleme

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Wie kann es mit den Ökonomiegebäuden des Klosters Neresheim weitergehen? Diese Frage beschäftigt Förderverein und Konvent. Allein die Sanierung des Hospizes würde eine zweistellige Millionensumme kosten, wie der Vereinsvorsitzende Klaus Pavel befürchtet. Foto: pe
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Was bei der Mitgliederversammlung des Vereins zur Erhaltung der Abteikirche Neresheim im Mittelpunkt steht und wo es Sanierungs- und Handlungsbedarf gibt.

Neresheim

Wo brennt's? Was muss in den nächsten Jahren angegangen werden? Darüber informierten der Benediktinerpater Gregor Hammes und der Vorsitzende Klaus Pavel bei der Mitgliederversammlung des Vereins zur Erhaltung der Abteikirche Neresheim jetzt im Graf-Hartmann-Saal des Klosters.

Pavel erklärte: „1967 haben wir uns gegründet. Inzwischen beginnen schon die Erneuerungsmodernisierungen der Dinge, die damals saniert wurden.“ Bis Ende 2021 seien es 6,1 Millionen gewesen, die der Verein für die Instandhaltung des Klosterensembles zur Verfügung gestellt habe.

Problematisch für den Förderverein: Die Möglichkeiten zu spenden seien vielfältigst und hätten ihre Berechtigung. Doch: „In diesem Wettbewerb um Spenden befinden wir uns eben auch“, machte Pavel deutlich. Es sei wichtig, Nachwuchs für den Verein zu gewinnen – der derzeitige Stand liege um die 500 Mitglieder.

Es stünden große Herausforderungen an. „Unsere Klosteranlage ist ja im Prinzip eine Dauerbaustelle.“ 2018 habe die Abtei 400 000 Euro für Konventgebäude und Baumagazin abgerufen, 2019 sei es eine halbe Million gewesen.

Tagungshotel als Lösung?

Die Schließung des Klosterhospizes seit November wegen den Problemen beim Brandschutz mache sehr betroffen. Der Pächter, die Diözese, habe gekündigt, derzeit seien rund 45 ukrainische Flüchtlinge in den Räumen untergebracht. Für das Hospiz und die Ökonomiegebäude gelte es, Lösungen zu finden. „Das sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen.“ Er hoffe auf weitere Unterstützung durch das Land. Schließlich sei das Neresheimer Klosterensemble europaweit von Bedeutung.

Pater Gregor berichtete vom Dach der Abteikirche, dessen Sanierung anstehe, betonte aber: „Unsere größte Sorge ist es, was mit dem gesamten Bereich unterhalb der Prälatur geschehen wird.“ Nicht nur finanziell, sei das nicht einfach. Eine Überlegung sei ein Tagungshotel. Die andere Frage: Wie geht kirchliche Bildungsarbeit weiter? „Wo wird unser Ort dafür sein?“ Auch der klösterlichen Gemeinschaft. Es sei wichtig, die Orte zu bewahren, bei denen der Gedanke an Gott erhalten bleibe. „Wir schauen mit Sorge, aber nicht völlig mutlos in die Zukunft“, schloss der Subprior.

Café im Kartoffelkeller?

Um wenigstens in Sachen Bewirtung wieder irgendetwas anbieten zu können – „Es kann einfach nicht sein, dass man hier nicht mal eine Tasse Kaffee trinken kann“, so Pavel – soll der Kartoffelkeller beim Konventgebäude aktiviert werden. Die Bäckerei Wörle habe zugestimmt, einzusteigen, wie Bürgermeister Thomas Häfele informierte. Diese suche derzeit Personal, dann soll's losgehen. Wenn's nach Häfele geht am liebsten bis zum Konzert der Royal Academy of Music am 4. September. Sitzgelegenheiten draußen und drin, Kuchen, Kaltgetränke – und Kaffee.

Schnelle Entscheidung?

Was die Zukunft des Klosterhospizes und der Ökonomiegebäude anbelangt, drängt Pavel: „Das muss in den nächsten 12 bis 15 Monaten entschieden sein. Und zwar definitiv. Nicht spekulativ.“ Eine einstellige Millionensumme reiche nicht für die Sanierung – allein des Hospizes. Eine Lösung müsse immer mit einer Gastromöglichkeit verbunden sein. Eventuell ließe sich das Thema Kloster und Wohnen verbinden, um Einkünfte zu erzielen. „Wir müssen in die Tiefe gehen mit unseren Überlegungen und uns vielleicht von manchen Gebäuden trennen“, so Klaus Pavel.

Das Ergebnis der Wahl

Neu in den Vorstand gewählt wurden Nicola Schindler, Landrat Dr. Joachim Bläse und der Landtagsabgeordnete Winfried Mack. Pavel selbst ist bereit, bis zur nächsten Mitgliederversammlung das Amt des Vorsitzenden noch zu übernehmen.

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